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Lautstark: Niko Kovac während der Partie in Freiburg.

Eintracht Frankfurt

Niko Kovac ist immer noch sauer

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Der Frankfurter Coach hat das 0:1 in Freiburg nicht verdaut. Ausgerechnet der Jüngste erhält aber ein Lob.

So einfach will Trainer Niko Kovac seine Spieler nicht davon kommen lassen. Der Bundesliga-Coach der Frankfurter Eintracht ist immer noch sauer wegen der unnötigen 0:1-Niederlage beim SC Freiburg. Und das macht er der Mannschaft mit Worten und Taten deutlich. „Man kann und darf verlieren, aber nicht so“, sagte er am Dienstag, „wir hatten einen guten Plan, haben ihn aber nicht umgesetzt.“

Gleich nach dem Spiel hatte Kovac noch in der Kabine getobt, nun, drei Tage später, ist der Ärger immer noch nicht verraucht. „Ich sage, was ich denke und ich sage, was gesagt werden muss“, machte er deutlich.

Auch dass insgesamt acht Spieler wegen Länderspielreisen derzeit nicht in Frankfurt sind, werde die anderen nicht vor klaren Ansagen schützen. „Wir werden das Freiburg-Spiel aufarbeiten“, kündigte er für Mittwoch auch eine intensive Video-Analyse an.

Dabei wird, versteht man den 44 Jahre alten Coach richtig, auch viel von Einstellung die Rede sein. Denn die hatte Kovac diesmal gefehlt, wohl zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im letzten März.

Er habe schon in der Woche vor dem Spiel in Freiburg gespürt, dass die nötige Konzentration nicht wie gewohnt auf das Spiel gerichtet gewesen sei.

Einige hätten geglaubt, dass es nach zehn Punkten von alleine gehe, „aber nichts geht von alleine“. Seine Mannschaft sei „viel zu brav“ aufgetreten. Und dann wurde Kovac noch einmal deutlich. „Ich akzeptiere nicht, dass sie gegen vermeintlich große Mannschaften zu Hause gute Leistungen bringen, dann aber auswärts all das nicht mehr da ist.“ Dies sei eine Sache der „Einstellung und Selbstmotivation“.

Kovac riet allen seinen Profis, „sich an die eigene Nase zu fassen“ und sich die Frage zu stellen, „gehe ich auswärts mit der gleichen Einstellung ins Spiel wie zu Hause?“

Auf die Frage, wer denn seine „rechte Hand“ auf dem Spielfeld sei und sich gegen eine solche Niederlage stemme, gab der Frankfurter Trainer eine deutliche Antwort. „Ich habe keinen gesehen, der diese Aufgabe übernommen hätte“, sagte er an die Adresse der erfahrenen Spieler wie Kapitän Alex Meier, Abwehrchef David Abraham oder Mittelfeldspieler Szabolcs Huszti, „Mein Bruder und ich, wir können ja nicht selber auf dem Platz stehen.“

Ein richtig dickes Lob gab es nur für den Jüngsten im Team. Die Leistung von Jesus Vallejo sei wieder einmal „beeindruckend“ gewesen. Der 19 Jahre alte Spanier, gerade für die U 21-Nationalmannschaft seines Landes berufen, sei wissbegierig und habe die richtige Mentalität. „Das gefällt mir“, sagt Kovac, „wenn er gesund bleibt, steht er vor einer großen Karriere.“

Mit der Entwicklung eines anderen Spielers ist Kovac dagegen gar nicht zufrieden. So brach Ante Rebic am Dienstag das Training nach einer halben Stunde wieder einmal ab. Die am 20. September in Ingolstadt zugezogene Beckenkammprellung hatte wieder Schmerzen bereitet.

Bislang hat der kroatische Nationalspieler überhaupt erst 41 Minuten für die Eintracht gespielt, in Freiburg hatte Rebic gar nicht im Kader gestanden. Es könne noch zwei, drei Monate dauern, ehe die Schmerzen vollständig abgeklungen seien, sagte Kovac, „da muss er jetzt durch und auch mal Tabletten einschmeißen.“ Soll wohl heißen: Rebic muss auch mal auf die Zähne beißen.

Gefehlt hat beim Training auch Omar Mascarell. Der Spanier hat sich in Freiburg eine Prellung zugezogene, muss kürzer treten. Dafür war Taleb Tawatha überraschend dabei. Ursprünglich war der Neue aus Haifa für die israelische Nationalmannschaft nominiert worden, war nun aber doch nicht angefordert worden.

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