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Hat zurzeit gut lachen: Die Entwicklung seiner Mannschaft gefällt Eintracht-Trainer Niko Kovac.

Eintracht Frankfurt

Niko Kovac über die Aussichten gegen Gladbach

Vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gibt sich Niko Kovac, Trainer der Frankfurter Fußballer, gelöst. Der zuletzt starke Auftritt seiner Spieler gibt Anlass zum Optimismus.

Locker stellte sich Niko Kovac am Tag vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach den Fragen der Medienvertreter. Respekt vor dem Gegner und viel Vertrauen in seine eigene Mannschaft waren aus jeder Antwort herauszuhören. „Ich erwarte ein gutes Spiel und freue mich darauf“, sagte der 46-jährige Eintracht-Trainer. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat Kovacs Aussagen aufgezeichnet.

  Zum Personal: „Marco Russ ist nach seiner Verletzung wieder dazu gekommen. David Abraham und Danny Blum sind nicht einsatzbereit. Marco Fabián habe ich noch nicht eingeplant. Er ist auf einem guten Weg, braucht aber noch Zeit. Durch seine Verletzung hat er nicht viel laufen und Radfahren können. Er muss im konditionellen Bereich noch viel zulegen. Ausdauer kann man mit Zahlen belegen, da kann man nicht schummeln.“

  Zum Spiel gegen Mönchengladbach: „Gladbach ist fußballerisch stark, sie haben große und berechtigte Ambitionen. Ich glaube, es wird ein gutes und offenes Spiel. Ich gehe davon aus, dass beide Mannschaften nicht betonieren werden, sondern versuchen, das Spiel nach vorne zu finden. Wir müssen so agieren wie in Wolfsburg, von der ersten Minute an mit Leidenschaft, mit Herz und viel Drive nach vorne. Wenn wir das schaffen, werden wir ein gutes Ergebnis erzielen. Auf der anderen Seite steht ein Gegner, der dasselbe möchte. Deshalb müssen wir versuchen, die Stärken des Gegners auszuradieren.“

  Zur Favoritenrolle: „Gladbach ist Favorit. Sie sind Fünfter, wir Siebter und unsere Heimbilanz ist nicht die beste. Die Borussia kommt aus ganz anderen Regionen, sie haben in den letzten fünf Jahren viele internationale Erfahrungen gesammelt.“

  Zu möglichen Schwachstellen bei der Borussia: „Über Schwachstellen rede ich nicht. Das ist nicht meine Art. Sie sind gefährlich wie Leverkusen und die haben hier 1:0 gewonnen. Vielleicht wird es ja ein Geduldsspiel, ein Abnutzungskampf.“

  Zur Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen: „Die Frage kann ich nicht beantworten. Man kann einige Sache im Fußballleben nicht erklären. Wenn ich es wüsste, würde ich etwas umstellen. Es stimmt aber, dass wir auswärts etwas anders auftreten. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Meine Mannschaft ist gewillt, das Ergebnis vom letzten Wochenende zu bestätigen. Wir wollen endlich einmal bestätigen, was wir auswärts erarbeitet haben.“

  Zum persönlichen Ärger über die Heimschwäche: „Inzwischen versuche ich, mich damit nicht zu beschäftigen, sondern nur damit, wie viele Punkte wir haben. Sicher, ein Heimspiel ist für jeden Trainer und Spieler das schönste. Vorm eigenen Publikum kriegt man nach einem Sieg Ovationen von 50 000 Leuten, nicht wie auswärts von 2500. Das ist schon ein Unterschied. Aber man kann nicht auf den Knopf drücken und sagen, jetzt werden wir eine Heimmacht. Ich sehe Fortschritte im spielerischen Bereich, im Herausspielen der Chancen, auch in der Verwertung. Was wir im Trainingslager gemacht haben, wird immer mehr ins Spiel impliziert. Das muss so weitergehen, da dürfen wir nicht stehen bleiben in der Entwicklung.“

  Zur Stärke in den Freitagsspielen: „Für mich waren Abendspiele immer die schönsten Spiele, wenn das Flutlicht angeht, wenn man genug Zeit hat, sich über den Tag gut vorzubereiten, noch mal aufs Ohr zu hauen. Es gibt ja Nachteulen, Fußballer gehören dazu. Fußballer können am Abend bessere Leistungen bringen als um halb vier. Da herrscht auch eine ganz besondere Atmosphäre, die Zuschauer merken, dass es knistert.“

  Zur Chance auf Platz zwei: „Die Tabelle ist nicht wichtig. Innerhalb von drei, vier Spieltagen kann sich vieles in eine andere Richtung verändern. Wir wollen gegen Gladbach attraktiv und am besten auch noch erfolgreich spielen. Dann haben wir die Möglichkeit, uns von unten abzusetzen. Das ist einzig und allein das Ziel. Alles andere ergibt sich mit der Zeit.“

  Zum Spielsystem des Gegners: „Ich habe gehört, dass Dieter Hecking zwei geschlossene Einheiten hatte. Vielleicht wird er ja sein System ändern und kompakter agieren. Wir werden sehen. Ich würde mir ein offenes Spiel wünschen. Dann sehen wir, wer den längeren Atem hat.“

  Zu Omar Mascarell: „Er ist ein sehr wichtiger Spieler. Er kann das Tempo anziehen und drosseln. Er orientiert sich sehr gut im Raum, antizipiert gut. Er erkennt viel und ist ballsicher. Er ist immer ein, zwei Schritte voraus. Unsere Fortschritte können aber nicht nur mit ihm in Einklang gebracht werden. Wir haben in Spanien einen guten Job gemacht, gewisse Sachen einstudiert. Jeder einzelne hat jetzt sehr viel mehr Sicherheit am Ball, das fängt schon bei Lukas Hradecky an. Wenn sie einen Zappelphilipp in der Mannschaft haben oder einige, die mit dem Ball Streit haben, dann wird es schwierig. Im Moment ist es bei uns ganz gut.“

  Zur Wahrscheinlichkeit einer gegenüber Wolfsburg unveränderten Aufstellung: „Wenn Sie meine Spiele statistisch verfolgen, ist sie nicht hoch. Davon können Sie etwas ableiten.“

  Zur Qualität der vor der Eintracht platzierten Teams: „Da sind wir beim leidigen Thema Geld. Geld schießt inzwischen Tore. Die, die vor uns liegen, sind nicht nur in diesem Jahr vom Budget auch viel höher. Da muss man eine Fünf- oder Zehnjahreswertung anlegen. Da hinken wir ziemlich hinterher. Wir müssen gut scouten, gut trainieren, Spieler weiterentwickeln, etwas Glück haben, dass wir im Konzert der Großen mitspielen können. Auf Sicht wird sich immer das Geld durchsetzen, auch wenn es immer wieder Ausreißer gibt. Wir müssen zusehen, dass wir in Zukunft ein bisschen draufpacken, damit wir in gleiche Sphären kommen. “

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