Eintracht Frankfurt

Niko Kovac: "Unser Kader ist jetzt sehr viel besser"

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Der große Kader hilft der Eintracht, da ist sich Coach Kovac sicher. Am Montag kann er wieder auf Abwehrchef Abraham setzen.

Niko Kovac wird immer betont vorsichtig, wenn er Fragen nach einer Korrektur der Saisonziele beantworten soll. Ja, die Lage in der Tabelle sei durchaus positiv, „sie gibt für uns viel her“, sagt der Trainer der auf Rang vier platzierten Frankfurter Eintracht. Doch bevor er das im Sommer vorgegebene Ziel, „eine ruhige Saison ohne Abstiegsgefahr zu spielen“, verändert, hat er sich noch mehr Zeit erbeten. Erst nach den nächsten fünf Spielen bis zur Länderspielpause der Liga im März möchte er sich konkret äußern. „Dann sehen wir, in welche Richtung die Reise geht“, sagt er. Von Abstiegsgefahr aber will auch Kovac nichts mehr wissen. „Es wird nicht so leicht für die, die unten sind, uns einzuholen“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Dass die Rückrunde in der letzten Saison mit nur 13 Punkten in die Hose gegangen ist, spielt bei der Eintracht keine Rolle mehr. Kovac, und nicht nur er, sieht große Unterschiede zum vergangenen Jahr. „Unser Kader ist nicht nur breiter, sondern auch sehr viel besser“, sagt er voller Überzeugung. Aktuell habe die Eintracht „einen guten Kader, einen guten Lauf und das Quäntchen Glück“. Geholfen habe bei der Qualitätssteigerung auch die zwar kurze, aber intensiv genutzte Winterpause. Viele hätten sich gewundert, warum die Eintracht vor allen anderen noch im alten Jahr, ein paar Tage nach Weihnachten, schon wieder gestartet sei.

„Ich denke, es war richtig“, sagt der Eintracht-Coach, „wir hatten so genügend Zeit, um die Elemente, die wir in Hinrunde nicht so gut gemacht haben, durchzuspielen.“ Hilfreich sei dabei, „dass die Spieler vieles sehr viel besser annehmen als noch vor einem halben oder dreiviertel Jahr.“

Letztlich bricht Kovac die Erfolge immer wieder auf die Bereitschaft der Spieler zur harten Arbeit herunter. Gestern ließen er und sein Trainerteam sich auch nicht vom Wintereinbruch abhalten, intensiv zu trainieren, das Programm durchzuziehen. Am Vormittag wurde eine Athletikeinheit abgehalten, am Nachmittag kam der Fußball ins Spiel. Die Trainingsbedingungen sind rund um die Arena nicht gut, aber gerade noch ausreichend. Trainiert wird, wie treffend, auf dem Platz an der „Wintersporthalle“. Dort ist der Rasen beheizt, der Boden also weich. Nicht mehr unbedingt besonders eben, aber besser als die üblichen Trainingsflächen, die von Schnee bedeckt und tief gefroren sind. In der Arena selbst will Kovac in diesen Tagen nicht trainieren. Dort wurde vor zwei Wochen ein neues Grün verlegt, das soll nicht unnötig beansprucht werden. „Wichtig ist, dass am Montag der Ball gut läuft“, sagt er. Dann empfängt die Eintracht RB Leipzig zum Spitzenspiel.

Keine Zweifel lässt der Trainer daran, dass er gegen die Leipziger wieder auf David Abraham zurückgreifen wird. Er habe die achtwöchige Einschränkungen wegen einer Wadenverletzung „ausgiebig genutzt“, um weiter körperlich in guter Verfassung zu bleiben. „Er ist auf einem guten körperlichen Niveau. Es fehlt ein bisschen Trainingspraxis, die kriegt er aber bis zum Spiel“, sagt Kovac, „David kann man von null auf hundert reinwerfen“. Dass es für den Abwehrchef beim Comeback gleich gegen den Nationalstürmer Timo Werner geht, sei kein Grund zur Vorsicht, im Gegenteil. Denn gerade gegen den flinken Werner wird die Schnelligkeit von Abraham dringend gebraucht. Kovac: „Er ist mit Sicherheit eine Alternative.“

Andere haben es schwerer, nur in den Kader zurückzukehren. Auch am Donnerstag waren wieder 26 Feldspieler unterwegs. „Alle sind gesund“, freute sich Kovac, „das ist schön“. Aber natürlich gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Die Qual der Wahl fällt dem Eintracht-Coach manchmal durchaus schwer, auch wenn er sagt, „dass die Spieler sich mit ihren Leistungen selbst aufstellen“. Als Ex-Profi weiß er aber auch, wie schwierig es ist, bei den Spielen außen vor zu sein.

Kovac ist froh, „dass wir keine Stinkstiefel in der Mannschaft haben.“ Gerade mit jenen, die zuschauen müssen, werde er in den nächsten Tagen Gespräche führen. „Ich muss mal auf die Jungs zugehen“, hat er sich vorgenommen, „denn es ist für sie sehr schwer“. Marc Stendera gehört aktuell in diese Kategorie, auch Jonathan de Guzman, Taleb Tawatha, Branimir Hrgota und Danny Blum. Trotz allem ist der Trainer froh, einen so breiten Kader zu haben. „Dieser Konkurrenzkampf steigert die Qualität im Kader“, sagt er, „davon lebt die Mannschaft, deshalb wollen wir es auch beibehalten.“

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