Eintracht Frankfurt

Noch einer weg: Kinsombi zum KSC

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Das Training der Frankfurter Eintracht am Mittwochvormittag war nach mehr als eineinhalb Stunden beendet, die meisten Spieler bereits in die Kabine zurückgekehrt. Haris Seferovic aber stand mit ein paar Kollegen noch auf dem Platz und übte Torschüsse. Das war eine demonstrative Geste des Stürmers, der dieses in der Vergangenheit, im Gegensatz zum Beispiel zu Alex Meier, nie getan hatte. Seferovic wollte offenbar guten Willen demonstrieren nach dem großen Krach nach dem Spiel gegen Wolfsburg. Reden wollte er darüber später immer noch nicht. Dazu habe er „keine Lust“. Immerhin, mit Sportdirektor Bruno Hübner hat der Schweizer Nationalspieler gesprochen. Und soll sich dabei eine Entschuldigung für sein Verhalten abgerungen haben. Für Hübner und den Trainer ist die Angelegenheit damit offiziell „erledigt“. Alles gut aber ist natürlich noch nichts.

Für den Trainer kommt es in erster Linie darauf an, dass Seferovic wieder bessere Leistungen zeigt als in den letzten Wochen und Monaten. Der Weg zurück ins Team wird für den Schweizer vermutlich nicht einfach. Beim Trainingsspielchen „zehn gegen zehn“ kickte Seferovic am Mittwoch bei den aktuellen Reservisten. Seinen Platz im A-Team nahm wie schon gegen Wolfsburg nach der Pause Marco Fabian ein. Und der Neue aus Mexiko erzielte dabei innerhalb kürzester Frist gleich drei Tore, zweimal aus kurzer Entfernung, dann mit einem tollen Freistoß. Natürlich sei Fabian inzwischen in der Lage, „auch neunzig Minuten zu spielen“, sagt der Frankfurter Trainer. Und so wird es ziemlich sicher auch am Samstag beim Auswärtsspiel in Augsburg kommen. Fabian wird in der Anfangself stehen, Seferovic muss auf die Bank.

Voraussetzung dafür ist freilich, dass die anderen Stammspieler gesund bleiben oder gesund werden. Mittelfeldmann Marc Stendera konnte am Mittwoch nur eine Laufeinheit absolvieren. Ihn plagt noch immer eine Knöchelverletzung, die er sich gegen Wolfsburg zugezogen hat. „Ich bin umgeknickt und hatte ziemliche Schmerzen“, sagte er, „aber es ist alles halb so schlimm“. An diesem Donnertag will er wieder ins Mannschafstraining einsteigen“. Das hofft natürlich auch sein Trainer. Denn Ausfälle kann die Eintracht selbst in diesem frühen Stadium der Rückrunde, kaum noch wettmachen. Die quantitative Zusammensetzung des Kaders sei schon wieder „dünn“, sagte Veh mit Blick auf fehlenden Alternativen.

So wurde Mittelfeldspieler Stefan Reinartz am Mittwoch in Berlin an der Leiste operiert und wird sicher noch einige weitere Wochen ausfallen. Erste Schritte zurück macht Luc Castaignos, der ja im Herbst wegen eines Risses der Syndesmose operiert worden ist. Der holländische Angreifer soll in der nächsten Wochen mit Rehatrainer Michael Fabacher auf den Platz zurückkehren. Damit ist bei Johannes Flum (Reha nach Bruch der Kniescheibe) und Bamba Anderson (Reha nach Knieoperation) in dieser Saison nicht mehr zu rechnen.

Und so bleibt es auf dem Trainingsfeld ziemlich übersichtlich. Mit Joel Gerezgiher und David Kinsombi haben zwei Spieler den Club verlassen. Gerezgiher wurde ja für eineinhalb Jahre an den FSV Frankfurt ausgeliehen. Und Kinsombi wird zunächst zum Drittligisten 1.FC Magdeburg und dann zur kommenden Saison zum Karlsruher SC wechseln. Der Vertrag wurde mit dem KSC geschlossen, der wiederum den Abwehrspieler nach Magdeburg ausleiht. „David hat sich hier immer anständig und vorbildlich verhalten, deshalb haben wir seinem Wunsch nach einem Vereinswechsel entsprochen“, sagte der Trainer.

Der 20 Jahre alte Kinsombi, der im Sommer 2015 vom FSV Mainz 05 gekommen war, kommt auf vier Bundesligaspiele für die Eintracht. In dieser Saison hatte nur zwei Einsätze, 90 Minuten in Dortmund und ein paar Sekunden in Dortmund. Einen neuen Spieler wird die Eintracht im Winter trotzdem nicht mehr verpflichten. Als Ersatz für Kinsombi soll ab sofort der A-Jugendliche Nico Rinderknecht komplett bei den Profis mit trainieren. Spielpraxis soll der 18 Jahre alte Abwehrspieler weiter in der U 19 sammeln. „Er hat bei uns einen guten Eindruck hinterlassen“,  sagt Veh.

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