Nordwestkurve-Rat kritisiert Kollektivstrafe

Dass mit dem Teilausschluss von Fans bei den Spielen gegen Bayern München in der Bundesliga und den FC Ingolstadt im Pokal vom DFB-Sportgericht erneut Kollektivstrafen gegen die Frankfurter Eintracht

Dass mit dem Teilausschluss von Fans bei den Spielen gegen Bayern München in der Bundesliga und den FC Ingolstadt im Pokal vom DFB-Sportgericht erneut Kollektivstrafen gegen die Frankfurter Eintracht verhängt wurden, stößt bei vielen ihrer Anhänger auf große Kritik. „Während sich sämtliche Fanorganisationen von Eintracht Frankfurt vom Einsatz der Pyrotechnik als Waffe distanziert haben, wird erneut ein Teil dieser wie auch der unorganisierten Fans bestraft“, schreibt der Nordwestkurve-Rat in einer Stellungnahme zu dem Urteil über die Vorfälle von Magdeburg, als aus dem Eintracht-Block Raketen in den gegnerischen Fan-Block gefeuert wurden. „Statt über wirklich wirksame, täterorientierte Bestrafungen nachzudenken, wird eher an der Durchsetzbarkeit der Bestrafung möglichst vieler unschuldiger Personen gearbeitet.“

Der Nordwestkurve-Rat ist ein Zusammenschluss verschiedener Frankfurter Fangruppierungen, darunter auch die Ultras. „Wir sehen durch diese Strafe die intensiven Diskussionen, welche es nach dem Magdeburg-Spiel innerhalb der Fanszene gab, torpediert und rechnen im schlimmsten Fall sogar mit einer Verschlechterung der Lage“, heißt es in der Stellungnahme vom Montagabend weiter. „Nach wie vor bringt der DFB lieber tausende unschuldiger Fans gegen sich auf und wird dadurch verhärtete Fronten zwischen Verband und Fans bestärken.“ Dies konterkariere jegliche effektive Fanarbeit, die langfristig wirke und auch Rückschläge beinhalte, laut Nordwestkurve-Rat jedoch „die einzig effektive Maßnahme darstellt“.

Kritisiert wird von der Fan-Vereinigung auch die „abenteuerliche Vorgabe“ der personalisierten Auswärtstickets für die Rückrundenspiele. Diese Maßnahme werde keine Vorfälle verhindern, heißt es, sondern sei „reiner Aktionismus, der es tausenden organisierten Auswärtsfahrern nahezu unmöglich machen wird, gemeinsam zu Auswärtsspielen zu reisen. Es ist eine bewusst in Kauf genommene Gängelung der friedlichen Fans, ohne dabei eine Wirksamkeit zu erlangen.“ red

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