Eintracht Frankfurt Neuzugang Carlos Salcedo (Mexiko, Mexico) hat sich an der Schulter verletzt und muss vom Platz - 21.06.2017: Mexiko vs. Neuseeland, Fisht Stadium Sotschi
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Eintracht Frankfurt Neuzugang Carlos Salcedo (Mexiko, Mexico) hat sich an der Schulter verletzt und muss vom Platz - 21.06.2017: Mexiko vs. Neuseeland, Fisht Stadium Sotschi

Eintracht Frankfurt

Personalnot: Neuzugang Carlos Salcedo und Kapitän Alexander Meier verletzt

  • VonPeppi Schmitt
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Knöcheloperation bei Meier, Schulteroperation bei Salcedo: Bei der Eintracht ist die Personalnot schon vor dem ersten Training wieder groß.

Es ist nicht bekannt, ob Niko Kovac sich die Spiele des Confed-Cups live im Fernsehen anschaut und ob er jeden Morgen als erstes die Sportnachrichten checkt. Würde er es nicht tun, um sich die Laune in seinem wohlverdienten Urlaub nicht zu verderben, könnte man das gut verstehen. Denn die schlechten Nachrichten nehmen für den Trainer der Frankfurter Eintracht kein Ende. Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich Alexander Meier schon vor einer Woche einer Knöcheloperation unterziehen musste, und am Mittwoch hat sich auch der Neuzugang der Eintracht, Carlos Salcedo, beim Confed-Cup-Spiel gegen Neuseeland schwer an der Schulter verletzt. Beide Spieler werden mehrere Monate ausfallen und ziemlich sicher auch für den Saisonstart nicht zur Verfügung stehen. Da sich mit Marc Stendera und Makoto Hasebe jeweils nach Knieoperationen, Marius Wolf nach einer Schulteroperation und Omar Mascarell wegen anhaltender Achillessehnenschmerzen weitere Spieler noch in der Reha-Phase befinden, ist die Personalnot bei den Frankfurtern schon vor dem ersten Training wieder groß. Für den USA-Trip des Fußball-Bundesligisten vom 6. bis 19. Juli sind die personellen Möglichkeiten noch weiter eingeschränkt, denn wegen der Teilnahme an internationalen Wettbewerben werden mit Mijat Gacinovic, der mit Serbien bei der U-21-EM spielt, und Aymen Barkok, der mit Deutschland die U19-Europameisterschaft bestreitet, weitere Spieler fehlen.

Die Ursprünge der jüngsten beiden Verletzungen sind an Harmlosigkeit eigentlich gar nicht zu überbieten und machen deutlich, dass einfach nur viel Pech im Spiel ist. Alex Meier hat wie jedes Jahr seinen Sommerurlaub in Miami verbracht. Auf der Liege am Pool erholen, ab und zu ins ein paar Meter entfernte Meer hüpfen und am Strand joggen. So hat er es immer gemacht, und so hat er es auch diesmal gemacht. Ungewöhnlich sei nur das Wetter gewesen, hat er erzählt, „zehn Tage dreißig Grad, aber nur Dunst und keine Sonne, das gibt es sonst nicht in Florida.“

Und dann ist es passiert. Beim Joggen ist der 34 Jahre alte Angreifer der Eintracht umgeknickt. „Ich habe gleich gespürt, dass was nicht in Ordnung ist“, sagt er. Nach Rücksprache mit seinem Berater, der wiederum in der Heimat die Verantwortlichen der Eintracht kontaktiert hat, musste Meier seine Ferien abbrechen. Vor zehn Tagen ist er nach Frankfurt geflogen und gleich weiter nach Basel gereist.

In der Rennbahnklinik hat er seinen lädierten rechten Knöchel von seinem Vertrauensarzt Dr. Bernhard Segesser untersuchen lassen. „Dann war schnell klar, dass operiert werden muss“, sagt Meier. Am Mittwoch letzter Woche wurde der Eingriff vorgenommen. Es wurde eine Knochenabsplitterung entfernt, ein „freischwebender Gelenkkörper“. Am Wochenende ist er dann wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Warum die Eintracht die Operation nicht öffentlich gemacht hat, bleibt ein Rätsel.

Meier trägt keinen Gips, und Krücken braucht er nur in Ausnahmefällen. Seit Montag ist er wieder in der Reha bei seinem Freund Björn Reindl in Neu-Isenburg. Am Donnerstag ist er nach Schwetzingen gefahren, dort wurden besondere Einlagen angepasst. Bis Alex Meier wieder mit voller Leistungsfähigkeit auf dem Platz stehen wird, kann es bis zu zehn Wochen dauern. „Das ist natürlich schlicht Scheiße“, sagt er deutlich. Gerade erst hat Meier eine monatelange Reha wegen einer Fersen- und Fußverletzung hinter sich gebracht und war erst zum letzten Bundesligaspiel und dem Pokalfinale in die Mannschaft zurückgekehrt.

Den einen Schreck hatten die Frankfurter kaum verdaut, da traf sie der nächste Schlag. Und es begann wieder ganz harmlos. Im Spiel gegen Neuseeland wurde der Neu-Frankfurter Salcedo (23), am eigenen Strafraum von einem Gegenspieler festgehalten, stürzte zu Boden. Ein unsauberer Zweikampf, sicher, aber einer, wie er hundertmal pro Spiel vorkommt. Nur ist Salcedo so unglücklich gefallen, dass er sich schwer verletzt hat. Mit dem linken Arm in einer Schlinge wurde er auf einer Trage vom Platz gebracht. „Das Turnier ist für Carlos beendet“, gaben die Mexikaner noch in der Nacht bekannt. Am Donnerstag wurde dann die Schwere der Verletzung bekannt. Salcedo hat eine Schultereckgelenkssprengung erlitten und muss sich einer Operation unterziehen. Der Eingriff findet noch diese Woche in seinem Heimatland statt. Salcedo wird voraussichtlich drei Monate ausfallen. „Die Verletzung zum jetzigen Zeitpunkt ist sehr bedauerlich und auch deswegen traurig, weil Carlos sich riesig auf seinen neuen Verein gefreut hat“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns, wenn er dann zu uns stößt.“

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