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Zwei Treffer in einem harten Ringen: Luka Jovic (links) beweist auch in Mainz seine Abschlussqualitäten.

Eintracht Frankfurt

Die Eintracht kann im Rhein-Main-Duell nicht siegen

Zweimal Quaison, zweimal Jovic – im rassigen Rhein-Main-Duell trennen sich Mainz und Frankfurt 2:2. Damit wartet die Eintracht weiter auf den ersten Sieg beim Rivalen.

Es bleibt dabei: Eintracht Frankfurt kann bei Mainz 05 einfach nicht gewinnen. Auch im elften Anlauf in der Fußball-Bundesliga scheiterten die Hessen bei dem Versuch, drei Punkte vom Nachbarn zu entführen – dabei hatte Ante Rebic in der Nachspielzeit noch den Sieg auf dem Fuß, doch nach einer schönen Drehung scheiterte er mit seinem Linksschuss an FSV-Torhüter Robin Zentner. Künstlerpech. Der Bann konnte so nicht gebrochen werden, und ein Dreier wäre für die Eintracht auch nicht verdient gewesen, das 2:2 (2:2) ist ein gerechtes Ergebnis. Das sah nach dem Abpfiff Keeper Kevin Trapp nicht anders: „Das war ein sehr schweres Spiel. Es ging nicht darum, wer die bessere Mannschaft ist, sondern die aggressivere. Ob des Spielverlaufs müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein – auch wenn ich jetzt lieber 29 Punkte hätte.“

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Trainer Adi Hütter ließ zunächst Ante Rebic auf der Bank und brachte für ihn Torjäger Luka Jovic. Eine Maßnahme, die auf den ersten Blick etwas verblüffte, weil Rebic mit seiner Wucht und seinem Durchsetzungsvermögen genau der richtige Mann für dieses erwartete Kampfspiel schien, doch es war ein Schachzug, der zumindest insofern aufging, da Jovic erneut seine Qualitäten im Abschluss unter Beweis stellte und die zweimalige Mainzer Führung durch Robin Quaison jeweils egalisieren konnte. Der Serbe ist, wenn das Tor des Gegners in Sicht kommt, eine Klasse für sich, da kann ihm kaum jemand das Wasser reichen – mit gerade mal 20 Jahren. Kein Wunder, dass sein Marktwert förmlich explodierte, er wird nun mit 40 Millionen Euro gelistet. Jovic hat mit seinem Doppelpack in der Torjägerliste zum Dortmunder Paco Alcacer aufgeschlossen, beide weisen nun zwölf Treffer auf.

Zudem beorderte Trainer Hütter Jonathan de Guzman in die Startelf, für ihn musste Jetro Willems wieder auf die Bank. De Guzman, zuletzt noch angeschlagen, fand indes schwer in die Partie, womit er aber kein Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen konnte. Die gesamte Frankfurter Mannschaft wirkte etwas schläfrig, nicht so wach, lange nicht so präsent wie vor drei Tagen gegen Bayer Leverkusen (2:1).

Die Mainzer wiederum zeigten früh, dass sich nicht gewillt waren, ihre schöne Serie gegen die Eintracht reißen lassen zu wollen. Allen voran der bullige Stürmer Jean-Philippe Mateta bereitete den Frankfurtern große Probleme, die sich auch noch den Luxus erlaubten, in Person von Mijat Gacinovic einen Ball kurz vor dem eigenen Strafraum zu verdaddeln, Sekunden später zappelte das Leder im Netz: Quaison hatte humorlos abgeschlossen (10.).

Mit Kampfkraft und Klasse

Die Eintracht machte sich das Leben selbst schwer, weil sie zu viele leichte Ballverluste zu verzeichnen hatte, Ruhe und spielerische Linie brachte sie nur selten in die Partie. Das lag auch daran, dass im Defensivblock mit Simon Falette, Carlos Salcedo und Gelson Fernandes Spieler aufgeboten waren, zu deren Kernkompetenz nicht der feine Flachpass zwischen die Linien zählt.

Zumindest kämpferisch war den Gästen nichts vorzuwerfen, sie bissen sich in die Partie hinein, und dass sie über ausreichend individuelle Klasse verfügen, zeigten sie nach einer guten halben Stunde, als Sebastien Haller im Mittelfeld den Ball fintenreich mit der Sohle mitnahm und damit eine völlig neue Spielsituation herbeiführte. Über de Guzman kam der Ball nach Außen zu Filip Kostic, der flach nach Innen passte, wo Jovic einschoss. Eine klasse Kombination. Die Rheinhessen zeigten sich in dieser rassigen Partie gänzlich unbeeindruckt, nur fünf Minuten später war es wieder der quirlige Quaison, der sich gegen den ab und an um Orientierung bemühten Eintracht-Verteidiger Evan Ndicka durchsetzte und Torwart Kevin Trapp überwinden konnte (36.), das ging etwas zu leicht.

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Die Eintracht schüttelte sich und legte wieder den Vorwärtsgang ein. Als schon die Nachspielzeit des ersten Durchgangs lief, schlug de Guzman noch mal einen Eckball hoch hinein, in der Mitte zeigte Jovic, dass er auch Köpfchen hat und bugsierte den Ball per Kopf zum Ausgleich ins Netz. Ein wichtiger Treffer so kurz vor dem Kabinengang. Der schien die Eintracht auch zunächst etwas zu beflügeln. Zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkte das etwas reifer, was die Gäste mit dem Ball anstellten. Doch sie gingen auch nicht ins Risiko, was zur Folge hatte, dass die zupackenden, kampfkräftigen Platzherren ins Spiel zurückkamen. Kurioserweise waren es die Einwechslungen von Jetro Willems und Ante Rebic, die nach 72 Minuten neuen Schwung bringen sollten, die die Eintracht aus dem Tritt brachten. Fortan stimmte die Balance nicht mehr im Spiel – nach vorne hatten die Hessen kaum noch Zugriff und hinten standen sie zu offen.

Trapp rettet, Rebic scheitert

Mehr Gelegenheiten hatten folgerichtig die Mainzer, erst blockte Salcedo einen Aaron-Schuss mit angelegtem Oberarm, anschließend klärte Falette gegen den nachfolgenden Versuch von Jean-Paul Boetius (75.). Und fünf Minuten später rettete Torwart Trapp das 2:2, als er gegen den alleine auf ihn zustürmenden Boetius klärte. Ante Rebic machte es in der 91. Minute zum Leidwesen der Frankfurter nicht viel besser.

Info: Eintracht verlängert mit Co-Trainern

Die Frankfurter Eintracht setzt auch im Trainer- und Betreuerteam auf Kontinuität. Der Fußball-Bundesligist hat den Vertrag mit Co-Trainer Armin Reutershahn bis 2021 verlängert. Der Assistent von Chefcoach Adi Hütter ist in seiner Funktion als „Co“ bereits seit Juli 2016 bei den Hessen im Dienst, unter Niko Kovac erreichte er zweimal das Pokalfinale.

„Ich fühle mich sehr wohl bei der Eintracht. Das zeigt auch, dass ich mich nach nur einem einzigen Gespräch dazu entschieden habe, meinen Vertrag zu verlängern“, sagte Reutershahn, der bereits zwischen 2004 und 2009 als Co-Trainer von Friedhelm Funkel in Frankfurt tätig war und in diesem Zeitraum ebenfalls im Pokalfinale (2006) stand.

Aus dem Trainer- und Betreuerstab der Eintracht erhielten zudem die Athletik-Coaches Martin Spohrer und Markus Murrer sowie Thomas Westphal, der Leiter Spielbetrieb, neue Verträge bis 2021.

„Der Staff ist enorm wichtig für das Wohl der Mannschaft. Wir setzen hier auf eine Fortsetzung der vertrauensvollen und sehr konstruktiven Zusammenarbeit“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. red

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