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Riesenkrach bei der Eintracht: Vater Fabian beschimpft Coach Kovac

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Von: Peppi Schmitt

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Um den Gegner über seine personellen wie taktischen Planungen im Ungewissen zu lassen, hat Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac zunächst nur für diese Woche das „Geheimtraining“ zum Programm erhoben. In der Bundesliga sei ja „Betriebsspionage wie in der Formel 1“ längst üblich, argumentiert der 44 Jahre alte Coach, dem wolle er speziell vor diesem Spiel vorbeugen. „Wir wollen konzentriert arbeiten und das eine oder andere einstudieren, wovon der Gegner nichts weiß“, sagt Kovac. Wichtig sei, dass man sich in Ruhe auf das Spiel vorbereite.

Doch mit der Ruhe war es am Dienstagnachmittag vorbei. Da wurden heftige Vorwürfe bekannt, die der Vater von Marco Fabian im mexikanischen Fernseh-Sender ESPN gegen den Trainer seines Sohnes erhoben hat. „Ich will nicht glau­ben, dass Kovac was gegen Me­xi­ka­ner hat, aber es geht in diese Rich­tung“, sagte Marco An­to­nio Fa­bi­an Vaz­quez (51), „es gibt keine Ant­wort, warum er ihn bis­lang nicht be­rück­sich­tigt.“

Nur bei Kovacs erstem Spiel in Mönchengladbach hatte der 3,5 Millionen Euro teure Winter-Neuzugang aus Guadalajara gespielt, danach gegen Hannover war er auf der Bank geblieben, in München hatte er sogar auf der Tribüne gesessen.

Fabian Senior glaubt, dass der Kroate Kovac seit der Weltmeisterschaft im letzten Jahr Probleme mit mexikanischen Spielern habe. Damals waren die von Kovac trainierten Kroaten den Mexikanern mit 1:4 unterlegen. „Vor der Par­tie sagte Kovac da­mals, dass den Me­xi­ka­nern die Beine zit­tern“, erzählt Vater Fabian eine im Grunde absurde Geschichte, „als wir das drit­te Tor ge­macht haben, hat Stür­mer Guar­da­do vor ihm ge­tanzt. Ich denke, Kovac hat das nicht ver­ges­sen." Und er legte noch einen drauf. „Marco hat mir ge­sagt: Vater, es geht nicht darum, dass er mich nicht spie­len lässt. Aber dass er mich nicht mal be­grüßt hat und nicht mit mir redet wie mit den an­de­ren..."

Niko Kovac reagierte gelassen auf die Vorwürfe. „Darauf muss ich nicht antworten“, sagte er der Bild-Zeitung. Marco Fabian selbst hatte sich am Montag beim HR ganz friedlich geäußert. „Ich gebe alles für die Mannschaft“, hatte er gesagt, „ich will einfach nur helfen, dass wir es schaffen.“ Dass ihn der Verein Anfang der Woche zum „lebenslangen Mitglied“ ernannt hat, sei für ihn eine besondere Ehre. „Ich liebe Eintracht Frankfurt“, sagte Fabian.

Beim Training am Dienstagvormittag hatte es geregnet. Was den Frankfurter Trainer nicht daran gehindert hat, vor sicher 300 Zuschauern intensiv mit „Trockenübungen“ an der Verbesserung des Angriffsspiels zur arbeiten. Ohne Gegner wurde in verschiedenen Mannschaftszusammensetzungen geübt, unter anderem Abschlüsse und schnelles Spiel nach vorne.

Und auch das präzise Passspiel stand auf dem Arbeitsprogramm. Zu oft habe sich seine Mannschaft zuletzt beim Auswärtsspiel in München (0:1) für die „kompliziertere und falsche Variante“ beim Abspiel entschieden, sagte Kovac, „da müssen wir den Hebel ansetzen“. Denn am Samstag beim so wichtigen Heimspiel gegen den Tabellennachbarn TSG 1899 Hoffenheim müssen Tore fallen. Dabei sollen auch jene Erkenntnisse einfließen, die er bei seiner eigenen „Spionagetour“ zum Spiel Hoffenheim gegen Köln gewonnen hat. Er habe viele „positive Dinge“ beim kommenden Gegner gesehen, „aber auch Dinge, die wir für uns nutzen können.“

Dabei bieten sich den Frankfurtern fürs Wochenende viele personelle Möglichkeiten. Stefan Reinartz ist nach einer Magen-Darm-Grippe zurück im Training, auch mit Marco Russ rechnet Kovac. Der stellvertretende Kapitän war zwar am Dienstag nur in Turnschuhen bei einer Laufeinheit unterwegs, die Oberschenkelverletzung aber hat sich gebessert.

Und selbst bei Szabolcs Huszti, der wegen einer Muskelverletzung pausiert, habe er „Hoffnung fürs  Hoffenheim-Spiel“, sagte Kovac. Detailliertere Prognosen will er freilich nicht mehr abgeben, „das habe ich letzte Woche gelernt“. Da war der Eintracht-Trainer fest davon ausgegangen, dass Russ mitmachen könne, doch hatte sich dies als Irrtum herausgestellt.

Ein Irrtum war auch die angebliche Sperre von Makoto Hasebe. Sowohl die Fachzeitschrift „Kicker“ als auch „DFB.de“ hatten gemeldet, Hasebe habe in der Nachspielzeit des Spiels in München die gelbe Karte gesehen. Es wäre seine Zehnte gewesen und hätte eine Sperre nach sich gezogen. Nach einigen Telefonaten am Dienstag war klar, dass Schiedsrichter Florian Meyer die Verwarnung nicht gegen Hasebe, sondern gegen Castaignos ausgesprochen hatte. „Dementsprechend wird Hasebe spielen“, sagte Kovac.

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