Nicht auf dem Weg zum Bankraub, sondern Michael Hector beim eisigen Eintracht-Training.
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Nicht auf dem Weg zum Bankraub, sondern Michael Hector beim eisigen Eintracht-Training.

Ohne Huszti und Fabián?

Rückrundenstart in Leipzig: Der Eintracht drohen zwei Ausfälle

  • VonPeppi Schmitt
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Neues Jahr, neue Sorgen: Trainer Kovac muss schon wieder improvisieren. Über das „Wie“ denkt er noch nach.

Da hatte Trainer Niko Kovac so gehofft, dass sich die personelle Situation vor dem Start ins neue Jahr endlich verbessern würde. Und dann die Enttäuschung: Die Frankfurter Eintracht muss am Samstag in Leipzig sicher auf Szabolcs Huszti und sehr wahrscheinlich auf Marco Fabián verzichten. „Das ärgert mich und macht mich auch traurig“, sagt Kovac, „beide sind Spieler, die in der Vorrunde ordentliche Leistungen gebracht haben.“ Bei Huszti haben sich die Achillessehnenprobleme, die ihn schon im Trainingslager behindert hatten, nicht verbessert. Weder die täglichen Behandlungen noch die angenehmen Temperaturen in Abu Dhabi haben zu einer wirklichen Linderung der Schmerzen geführt.

Fabián plagt sich nach wie vor mit Hüftproblemen, die schon beim Heimspiel gegen Mainz im Dezember aufgetreten waren. „Bei ihm habe ich noch eine kleine Hoffnung“, sagt der Trainer. Aber sie ist wohl sehr klein. Wahrscheinlicher ist, dass Huszti und Fabián frühestens beim zweiten Auswärtsspiel auf Schalke zurückkehren.

Längst befassen sich die Frankfurter Trainer mit Alternativlösungen. Was in diesem Fall nicht so einfach sein wird, denn gerade im defensiven Mittelfeld ist die Eintracht nicht wirklich üppig besetzt. Deshalb schien das angebliche Interesse am 23 Jahre alten bosnischen Nationalspieler Haris Duljevic durchaus einen sachlichen Hintergrund zu haben. Doch es war offenbar eine Falschmeldung. „Davon höre ich zum ersten Mal“, sagte Kovac, „da hat der Berater wohl seinen Spieler ins Gespräch gebracht.“ Für die Eintracht sei Mittelfeldspieler Duljevic jedenfalls kein Thema.

Lösungen werden intern gesucht. „Wir müssen das Beste draus machen“, sagt Kovac, „jetzt ergibt sich für andere die Möglichkeit, sich zu präsentieren.“ Für Huszti könnte Michael Hector ins Team kommen, Makoto Hasebe wäre dann frei fürs Mittelfeld. Für Fabián könnte Youngster Aymen Barkok ein Kandidat sein. „Aber so weit sind wir noch nicht“, gibt Kovac zu, dass die personellen Planungen erst am Anfang stehen. „Es sind alles erst Gedankenspiele“, sagt er.

Rund zwei Stunden hat am Dienstag die erste Übungseinheit in der Kälte der Heimat gedauert. Auch Kovac, den es in der Wärme von Abu Dhabi böse erwischt hatte („Ich hatte Fieber und Schüttelfrost, es war schon heftig“) war wieder mitten drin. Warm eingepackt, mit Mütze, Winterschuhen und einem dicken Parka leitete er das Training. Ganz anders trat da Alexander Meier auf. Als einer der wenigen trainierte der Kapitän an seinem 34. Geburtstag in kurzen Hosen. Die Äußerungen von Sportvorstand Fredi Bobic in einem Interview, Meier könne den Verein verlassen, wenn er wolle, hat Kovac zurechtgerückt. Meier habe ein „wichtige Bedeutung“ für die Mannschaft, sagte der Trainer, er habe „überhaupt kein Interesse“ ihn abzugeben, zumal ja auch die Zukunft von Haris Seferovic weiter nicht geklärt ist. „Ich bin froh, dass ich Alex Meier habe“, sagte Kovac an die Adresse der Medienvertreter, „lassen sie ihn mal in Ruhe, er wird seine Spiele machen.“

Richtig üppig besetzt ist der Kader der Eintracht in diesen Tagen nicht. Neben Huszti und Fabián kommt auch Marco Russ nicht für Einsätze in Frage, auch wenn er sich nach überstandener Krebserkrankung Tag für Tag näher ans Team herankämpft. Auf Danny Blum muss der Trainer länger warten als erhofft. Er würde Blum gerne mehr ins Mannschaftstraining einbinden, „aber die Ärzte, Physios und meine Rehatrainer bremsen noch“, sagt der Trainer. Blum wurde von zwei Innenbandverletzungen am Knie zurückgeworfen. Nun will niemand ein Risiko eingehen. „Deshalb akzeptiere ich natürlich die Meinung der medizinischen Abteilung“, sagt Kovac. Gar nicht vorangehen will es bei Slobodan Medojevic, der nicht mit im Trainingslager war, sondern zu Hause trainieren musste. Auch er ist wegen Knieproblemen weiter in der Reha. Schließlich plagt sich auch Heinz Lindner mit Knieschmerzen. Dies war der Grund, dass der Torwart bei keinem der beiden Testspiele eingesetzt werden konnte. Bis zum Spiel in Leipzig hoffen sie allerdings, dass Lindner auf die Bank zurückkehren kann.

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