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Vor dem Saisonstart: Niko Kovac ist der Hoffnungsträger

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Von: Peppi Schmitt

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Daumen hoch: Eintracht-Trainer Niko Kovac ist vor dem Saisonstart guter Dinge.
Daumen hoch: Eintracht-Trainer Niko Kovac ist vor dem Saisonstart guter Dinge. © Jan Huebner (Jan Huebner)

Am Sonntag gilt es für die Eintracht: Dann steht im Pokal beim 1. FC Magdeburg das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. Im großen Neuaufbau ist Trainer Kovac der Hoffnungsträger.

Die Frankfurter Eintracht hat mit ihrer Personalpolitik vor dieser Saison einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Die konsequent umgesetzte Idee, junge, talentierte Spieler aus dem Ausland zu verpflichten, häufig auch nur auszuleihen, wird in der Öffentlichkeit durchaus mit Skepsis begleitet. Großer Hoffnungsträger bei allen, die es gut meinen mit dem Club, ist Niko Kovac. Der Trainer, der die Mannschaft in der letzten Saison in letzter Minute vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gerettet hat, genießt großes Vertrauen. Ihm wird zugetraut, die Eintracht wieder auf einen guten Weg zurückzuführen. Diese Vorschusslorbeeren seien zwar „schön“, sagt der 44 Jahre alte Kroate voller Realismus, „aber auch ich werde am Erfolg gemessen“.

Die erste Herausforderung für Kovac und seine Mannschaft ist das Pokalspiel am Sonntag (15.30 Uhr) beim 1.FC Magdeburg. Eine Niederlage bei einem Drittligisten, so wie im vergangenen Jahr in der zweiten Runde bei Erzgebirge Aue, würde der Mannschaft nur schwer verziehen. Kovac ist überzeugt davon, dass die Eintracht weiterkommen wird. Zwar könne kein Trainer vor dem Start so wirklich einschätzen, wo seine Mannschaft steht, „aber wir sind der Erstligist und das wollen wir zeigen“.

Kovac und sein Trainerteam haben in der siebenwöchigen Vorbereitung auf ausgesprochen harte Arbeit gesetzt, auf „Umfänge“, wie er sagt, und auf intensive wissenschaftliche Begleitung. „Meine Hoffnung generiert sich aus der Arbeit, die wir geleistet haben“, sagt er. Das ist ein typischer Satz für Kovac. Genau wie: „Wir wissen, wo wir herkommen und wir wissen, wo wir hinwollen.“ Zunächst einmal in die zweite DFB-Pokalrunde. Der Neuaufbau der Mannschaft könne nicht von heute auf morgen funktionieren, deshalb hofft er, „dass wir dafür auch Zeit bekommen“.

Meier bleibt Kapitän

Die Zusammenstellung der Mannschaft mit Spielern aus insgesamt 17 Nationen ist höchst ungewöhnlich. Wer nun erwartet hat, dass gerade in diesem speziellen Fall viel Zeit auf sogenanntes „Teambuilding“ verwendet worden sei, wurde enttäuscht. Kein Klettergarten wurde besucht, keine Bergwanderung gemacht, kein Rafting im Fluss, nichts dergleichen. Dabei war dies in den Jahren zuvor in der Liga doch so in Mode gekommen. Noch nicht einmal einen Mannschaftsabend hat es bisher gegeben. „Keine Zeit“, sagt Kovac.

Das tägliche gemeinsame Frühstück müsse reichen, um die Spieler aus aller Herren Länder zusammenzuführen. An den Frühstückstischen wurden die Mobiltelefone verboten, „damit eine Kommunikation in Gang kommt“. Die Handys übrigens müssen vor dem Spiel auch auf dem Weg zum Stadion ausgeschaltet bleiben. „Das lenkt nur ab“, sagt Kovac, „Handys sind nicht erwünscht und nicht erlaubt“. Wer dagegen verstößt, muss eine Strafe zahlen. Um Personalien vor dem Spiel in Magdeburg hat der Frankfurter Trainer am Freitag kein Geheimnis gemacht. Fast beiläufig wurde erwähnt, dass Alexander Meier Kapitän bleiben wird. Das ist aber auch keine Überraschung.

Rebic und Seferovic fehlen

Es gebe schließlich keinen Grund, daran etwas zu ändern, sagt Kovac. Ein Persilschein für einen Stammplatz sei die Spielführerbinde aber auch nicht. Den wird sich Meier schon mit Toren gegenüber der Stürmer-Konkurrenz weiter erhalten müssen. Für Magdeburg allerdings gibt es wenig Konkurrenz. Denn mit Haris Seferovic (Zahnoperation) und Ante Rebic (Mandelentzündung) fallen zwei Angreifer aus. Zudem wird Joel Gerezgiher (Adduktorenprobleme) nicht im Aufgebot stehen. Und so ist es wahrscheinlich, dass die Eintracht mit jener Elf beginnen wird, die im letzten Test gegen Vigo zumindest teilweise zu überzeugen wusste. Inklusive des letzten Neuzugangs Michael Hector.

Luc Castaignos wird also in der Anfangsformation stehen. Es könnte das letzte Mal sein. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Holländer würde vor einem Wechsel zu Sporting Lissabon stehen. Angeblich habe es bereits Verhandlungen beider Vereine gegeben und es stehe eine Ablösesumme von drei Millionen Euro im Raum.

Ob dies mehr als nur ein Gerücht ist, wird die nächste Woche bis zum Ende der sommerlichen Transferperiode zeigen. Das gilt auch für das Interesse des Hamburger SV an Timothy Chandler. Der US-Nationalspieler wird in Magdeburg nur auf der Bank sitzen, Neuling Guillermo Varela hat die Nase vorn.

Eintracht: Hradecky – Varela, Abraham, Hector, Oczipka – Hasebe, Mascarell – Castaignos, Meier, Gacinovic – Hrgota.

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