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Auch beim Eintracht-Heimspiel gegen Leipzig im Februar wurde auf den Rängen eine Montags-Demo abgehalten.

Bundesliga

Nach heftigen Fan-Protesten: Schluss mit den Montagsspielen

Wieder haben die Fans Proteste gegen die Montagsspiele angekündigt. Nun lässt die Bundesliga Luft aus der hitzigen Debatte und wird im neuen TV-Vertrag auf diesen Termin verzichten.

Schluss mit den Montagsspielen in der Bundesliga – die Clubvertreter haben auf die immer heftigeren Fan-Proteste reagiert. Die ungeliebten Anstoßzeiten werden im neuen Fernsehvertrag von der Saison 2021/22 an gestrichen, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch erstmals bestätigte. Darauf haben sich die 18 Vereine festgelegt. „Stattdessen sind mit Blick auf die Starter in der Europa League pro Saison fünf weitere und damit insgesamt zehn Entlastungsspiele am Sonntag geplant“, heißt es in einer Erklärung. Die genauen Anstoßzeiten stünden noch nicht fest. Die Club-Vertreter hätten sich auf das Vorgehen bereits Ende September einstimmig geeinigt.

Der bis zum 30. Juni 2021 gültige Fernsehvertrag sieht fünf Montagabend-Begegnungen pro Saison vor. Die erste Partie zur besonders für Arbeitnehmer unfreundlichen Zeit ist in dieser Saison für den 3. Dezember angesetzt: 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen.

Am Dienstag hatten mehrere Fan-Szenen ähnlich wie im Frühjahr und Herbst weitere bundesweite Aktionen und einen Stimmungsboykott in der ersten Halbzeit des 13. Spieltags angekündigt. Das soll trotz neuer Lage durchgeführt werden, wie die Fan-Organisationen „Unsere Kurve“ und „Pro Fans“ bestätigten. „Es geht ja nicht nur um Montagsspiele in der Ersten, sondern auch in der Zweiten und Dritten Liga – und grundsätzlich um Spiele unter der Woche“, erklärte Jochen Grotepaß als Sprecher von „Unsere Kurve“. In Leverkusen hatten Fans zudem angekündigt, die Begegnung in Nürnberg komplett zu boykottieren.

Kommentar zu Montagsspielen: Die Signale erhört

Ihren Verpflichtungen mit den Montagsspielen im laufenden TV-Vertrag wollen die Bundesligisten dennoch nachkommen. Die DFL hatte die veränderte Stimmungslage bei zwei Versammlungen der Erst- und Zweitliga-Vertreter abgeklopft. Sie hat den Auftrag, bei der Medienausschreibung des neuen Vierjahresvertrags, der im Frühjahr 2020 abgeschlossen werden soll, keine Montagsspiele mehr zu verankern. Der Kontrakt bringt dem Profifußball von 2017 bis 2021 insgesamt 4,64 Milliarden Euro.

Offen sind weiter die Anstoßzeiten der Zweiten Liga. Möglicherweise wird hier das schon traditionelle Montagsspiel künftig samstags ausgetragen. Die DFL hatte die Anstoßzeiten vor allem mit den Belastungen der Vereine begründet. Europa-League-Starter hätten immer wieder darum gebeten, nach internationalen Spielen am Donnerstag nicht bereits wieder samstags antreten zu müssen. Daher seien zehn Ausweichtermine beschlossen worden – davon jeweils fünf am Sonntag und am Montag. Am Montag deshalb, weil man die Amateure mit ihren Sonntagsspielen schützen wolle. „Kommerzielle Gründe waren dabei nicht entscheidend. Auf die fünf Montagsbegegnungen entfällt weniger als ein Prozent der Medienerlöse“, heißt es in einer DFL-Erklärung vom Februar.

Michael Gabriel sieht als Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte in Frankfurt die Abschaffung der Montagsspiele als „Signal, dass der Fußball zuhört. Ich bin sicher, dass das in der Fanszene ganz, ganz positiv aufgenommen wird.“

(dpa)

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