Zuletzt nur Zuschauer: Vallejo (links) und Tawatha.
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Zuletzt nur Zuschauer: Vallejo (links) und Tawatha.

Eintracht Frankfurt

Wie schwer sind Tawatha und Vallejo wirklich verletzt?

  • vonPeppi Schmitt
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Am 5.Juli hat die Frankfurter Eintracht Taleb Tawatha verpflichtet. Der Verteidiger ist für eine Ablösesumme von angeblich 1,2 Millionen Euro von Maccabi Haifa gekommen. Am 12.

Am 5.Juli hat die Frankfurter Eintracht Taleb Tawatha verpflichtet. Der Verteidiger ist für eine Ablösesumme von angeblich 1,2 Millionen Euro von Maccabi Haifa gekommen. Am 12. Juli haben die Frankfurter Jesus Vallejo geholt. Die Leihgebühr wurde an Real Madrid gezahlt, gespielt hat der Innenverteidiger zuletzt bei Real Saragossa. Der Israeli wie der Spanier sollen den etablierten Kräften im Frankfurter Deckungsverbund Beine machen, den Konkurrenzkampf erhöhen. So war und ist der Plan. Doch bislang ist daraus nichts geworden. Beide Spieler stehen nicht im Mannschaftstraining. Und dies schon seit einigen Tagen. Wie schwer aber sind Tawatha und Vallejo wirklich verletzt?

Die offiziellen Bulletins klingen ziemlich ähnlich. Bei beiden Spielern wurden muskuläre Verletzungen diagnostiziert. Bei Tawatha, den es wohl immer wieder in der Wade zwickt, führt Trainer Niko Kovac die Probleme auf die Umstellung vom israelischen Fußball zum deutschen zurück. Schon beim ersten Trainingslager in österreichischen Flachau hat der 24 Jahre alte Linksverteidiger nur selten das Programm der Kollegen mitmachen können. Meist hat er auf dem Fahrrad-Ergometer gesessen. „Für ihn ist alles neu, das Land, der Fußball, das Training, sogar die Essensgewohnheiten“, bittet Kovac um Geduld für den israelischen Nationalspieler. Immerhin hat er schon einmal für seinen neuen Club gespielt, beim Blitzturnier in Duisburg 45 Minuten gegen den MSV Duisburg. Dieser Einsatz aber war wohl keine so gute Idee, seitdem geht auf dem Trainingsplatz nichts mehr.

Vallejo hat Probleme mit dem linken Oberschenkel. Und die wohl aus Spanien mitgebracht. „Damit ist er in Saragossa schon mal ausgefallen“, hat Trainer Kovac unter der Woche erklärt. Nach dem Urlaub schien die Verletzung ausgeheilt, Vallejo spürte keine Schmerzen und stand bei den ersten Übungseinheiten seinen Mann. Am Freitag aber waren die Schmerzen zurück. „Er ist jung und war vielleicht zu ehrgeizig“, sagt Kovac, da sei wohl „ein bisschen falscher Ehrgeiz“ dabei gewesen. In jedem Fall ist der 19-jährige Spanier mit einem dicken Oberschenkelverband in die Kabine getrottet und seitdem nicht mehr auf dem Platz aufgetaucht.

Um der Verletzung auf den Grund zu gehen, wurde eine Kernspintomografie durchgeführt. Eine böse Verletzung konnte auf den Bildern glücklicherweise nicht festgestellt werden. „Es ist nichts kaputt, nichts gerissen“, sagt Kovac, „nur ein kleines Ödem.“ Eine Schwellung also im Oberschenkel.

Die kann relativ schnell abklingen, kann aber durchaus auch hartnäckig sein. Wie lange Vallejo noch zuschauen muss, ist deshalb fraglich. Gleiches gilt für Tawatha. „Das kann man im Moment nicht sagen“, gibt der Trainer zu. Beides sind keine wirklich ernsten Verletzungen, kommen aber dennoch zur Unzeit. Für die Spieler, die wichtige Einheiten verpassen, für den Trainer, dessen Auswahl gerade auf diesen Positionen nicht wirklich üppig ist. Links hinten trägt Bastian Oczipka im Moment alleine die gesamte Last, da auch Notlösung Joel Gerezgiher wegen einer leichteren Oberschenkelprellung kürzer tritt.

In der Abwehrzentale sind die Probleme bekannt. Beim Training am Dienstagvormittag war überhaupt kein gelernter Innenverteidiger mehr auf dem Platz. David Abraham wurde vorsichtshalber geschont. „Ihm darf wirklich nichts passieren“, hat der Trainer schon gesagt. Derweil geht die Suche nach neuen Manndeckern weiter. Sie sollen so schnell wie möglich kommen, wünscht sich Kovac.

Gerüchte um den Darmstädter Slobodan Rajkovic, der bei den „Lilien“ um die Freigabe gebeten hat, wurden schnell dementiert. „Nichts dran“, sagte Manager Bruno Hübner, der mit Sportvorstand Fred Bobic und dem Trainer so langsam ein wenig unter Zeitdruck gerät. Lässt man das Spiel gegen den Regionalligisten TSV Steinbach an diesem Samstag mal außer Acht, gibt es danach nur noch zwei ernsthafte Testspiele vor dem Pokalauftakt in Magdeburg – am Samstag darauf in Bergamo und am 14. August gegen Celta de Vigo. Nicht viele Gelegenheiten zum Einspielen für eine neue Abwehr.

(pes)

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