?Alt gegen neu?: Haris Seferovic (links) sichert den Ball vor Jesus Vallejo.
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?Alt gegen neu?: Haris Seferovic (links) sichert den Ball vor Jesus Vallejo.

Eintracht Frankfurt

Seferovic überraschend fit

  • vonPeppi Schmitt
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Eintracht-Stürmer Seferovic schweigt an seinem ersten Trainingstag über seine Zukunft. Und Bobic lässt alles offen.

Seit Mittwoch ist die Frankfurter Eintracht komplett. Für den Augenblick zumindest. Alle Spieler, mit denen Trainer Niko Kovac planen kann, stehen im Training. Das ist gut für die Trainingssteuerung, die in dieser Woche ein wenig weniger Arbeit vorsieht als zuletzt. „Wir nehmen den Fuß vom Gas“, sagt Kovac, „nächste Woche wird dann wieder angezogen.“

Nach der ersten von zwei Einheiten am Mittwoch durfte die Hälfte der Mannschaft den letzten Teil auf dem Ergometer in der kühlen Kabine absolvieren. Die Hitze hatte den Spielern zuvor zugesetzt. Wichtig sei, viel zu trinken, mahnte Kovac. „Ein Motor läuft auch nicht ohne Wasser“, sagte er, „wenn sie nicht arbeiten, müssen sie zwei, drei Liter trinken, wenn sie arbeiten dann noch viel mehr.“

Der Eintracht-Coach weiß natürlich, dass das letzte Wort über sein Aufgebot noch nicht gesprochen ist. Dass noch Spieler geholt und abgegeben werden, hat Sportvorstand Fredi Bobic unmissverständlich deutlich gemacht. „Ich plane mit allen, die hier sind“, sagt Kovac. Was soll er auch sonst sagen? Dass der Uruguayer Guillermo Varela von Manchester United auf dem Weg nach Frankfurt sein soll, ist kein Geheimnis mehr. Mit dem rechten Verteidiger, dessen Vertragsrechte bei Real Madrid liegen, soll die Eintracht einig sein. Manager Bruno Hübner spricht davon, dass der Wechsel „noch nicht perfekt ist.“ Die Betonung liegt auf „noch“.

Klar ist auch, dass noch ein Innenverteidiger kommen muss. Dort sind die Frankfurter unterbesetzt. Am Mittwoch hat wieder Johannes Flum den „Lückenfüller“ in der Abwehrzentrale spielen müssen. Gar nicht so schlecht übrigens.

Das gilt auch für Haris Seferovic. Der Schweizer ist nach seinem wegen der Europameisterschaft verlängerten Urlaub zurück und war gleich mitten drin. Was erstaunlich ist, berücksichtigt man das Pensum, das die Kollegen in den letzten beiden Wochen absolviert haben. Seferovics sportmedizinische Werte sollen gut gewesen sein, berichtet der Trainer, „ich bin selbst überrascht, in welch guter Verfassung er ist.“ Ob der 24 Jahre alte Nationalspieler diese Form zukünftig bei der Eintracht einbringen wird oder doch bei einem anderen Klub, bleibt offen. „Er ist hier und über etwas anderes brauchen wir nicht zu reden“, sagte Kovac. Seferovic selbst wollte sich nicht äußern.

Dass der Trainer ihn gerne behalten würde, machte er erneut deutlich. „Ich weiß, was ich an ihm habe“, sagt Kovac, „er ist ein guter Spieler, der uns helfen kann.“ Ob er tatsächlich helfen wird, ist in zweierlei Hinsicht fraglich. Zum einen gibt es die beiden sportlichen Gesichter des Mittelstürmers. Jenes aus der ersten Saison (32 Spiele/10 Tore/8 Vorlagen), als er einen fulminanten Einstand feierte und an der Seite von Alexander Meier zu einem der stärksten Angreifer der Liga wurde. Und jenes aus der zweiten (29/3/5), als ihm kaum noch etwas gelang. Immerhin, das letzte und entscheidende Tor der Saison, der 1:0-Siegtreffer von Nürnberg, war ihm gelungen.

Zum anderen sind da die wirtschaftlichen Überlegungen des Vereins. Seferovic hat Vertrag bis zum Sommer nächsten Jahres. Wenn Angebote kommen, wäre die Eintracht nicht abgeneigt, ihn gehen zu lassen. „Aber ich kann mir auch vorstellen, dass wir den Vertrag vorzeitig verlängern“, sagt Bobic. Und so wird Seferovic erst einmal weiter mit trainieren. Und dabei unter genauer Beobachtung stehen.

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