Eintracht Frankfurt

Solide Abwehr und cleverer Freistoß: Eintracht schlägt Schalke verdient

  • VonChristian Heimrich
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Die Eintracht bleibt auch gegen Schalke freitags ohne Gegentor – und oben dabei. Die Abwehr hält dicht, vorne trifft Meier.

Die Serie hat gehalten. Die Frankfurter Eintracht hat auch im siebten Freitagsspiel in Folge kein Gegentor kassiert. Und sie hat dadurch gestern Abend vor 60 885 Zuschauern zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga in der Schalke-Arena mit 1:0 (1:0) gewonnen. Goalgetter Alexander Meier erzielte das Tor des Abends in der 33. Minute. Der Eintracht reichte eine disziplinierte Abwehrleistung, um die 0:3-Pleite von Leipzig wett zu machen. Der Lohn: Zumindest bis heute Abend wird sie auf Tabellenplatz drei stehen.

„Das ist das Leistungsvermögen, das wir abrufen müssen. Heute haben wir es gemacht, wir sind über den Kampf zum Spiel gekommen“, lobte Niko Kovac. Der Eintracht-Trainer hatte gegenüber der Partie in Leipzig die erwarteten Veränderungen in seiner Startformation vorgenommen. Michael Hector saß auf der Ersatzbank, dafür rückte Makoto Hasebe wieder ins Zentrum der Dreierkette. Für den gesperrten Stammkeeper Lukas Hradecky stand Heinz Lindner zwischen den Pfosten. Und im Mittelfeld, wo durch Ante Rebics fünfte Gelbe Karte ein Platz frei geworden war, kam der junge Aymen Barkok zu einem ersten Einsatz in der Eintracht-Startformation.

Kapitän Alex Meier bildete mit Branimir Hrgota die stürmische Abteilung. Und in der 33. Minute bewies der alte Fuchs wieder einmal, wie wertvoll er für die Eintracht noch ist. Makoto Hasebe spielte einen Freistoß von der rechten Seite flach nach innen, Meier hatte sich derweil vom Schalker Abwehrrecken Naldo weg geschlichen und schoss den Ball ohne lange zu fackeln ins rechte untere Eck. „Das haben wir im Training geübt“, erklärte Hasebe, Meier sagte: „Hase spielt den Ball schön scharf rein. Dann versucht man, den zu treffen, und es ist zum Glück gut gegangen.“

Aus Frankfurter Sicht war dieses 1:0 das Highlight einer ersten Hälfte, in der die Eintracht nicht gerade Furcht und Schrecken in der gegnerischen Hälfte verbreitet hatte. Dafür zeigte Kovacs Rückkehr zur bewährten Abwehrformation Wirkung. Auch die Königsblauen verbuchten nicht viel Gefährliches. Burgstallers frühes Tor (5.) wurde wegen Abseits zurecht nicht anerkannt. Acht Minuten später spielte die Eintracht ausnahmsweise einmal schnell und kreativ aus der eigenen Hälfte heraus. Gacinovic bediente im Strafraum Hrgota, doch dessen Schussversuch wurde von Naldo zur Ecke geklärt.

Schalke versuchte immer wieder das Spiel zu machen, wurde von der aufmerksamen Frankfurter Defensive aber gut in Schach gehalten. Die Gastgeber brauchten Einzelaktionen, um in die Nähe von Lindners Kasten zu kommen. In der 24. Minute war es der Choupo-Moting, der sich auf Höhe der Torlinie durchsetzte. Seine Flanke landete am Fünf-Meter-Raum auf dem Kopf des königsblauen Wintereinkaufs Guido Burgstaller, doch Lindner klärte prächtig zur Ecke. Die Frankfurter Führung fühlte sich verdient an, weil die Eintracht ihre Chance konsequent genutzt hatte und Schalke doch einiges schuldig geblieben war – was die Fans beim Pausenpfiff mit Pfiffen quittierten.

Die Schalker kamen entschlossen aus der Kabine und nagelten die Eintracht nun minutenlang in der eigenen Hälfte fest. Von Entlastung war nicht viel zu spüren, da kreative Köpfe wie Gacinovic und Barkok nicht mehr auffielen.

Es war Zeit für eine Blutauffrischung, und für die sollte Haris Seferovic sorgen, der in der 62. Minute für den blassen Hrgota kam. Nur drei Minuten später hatte der Schweizer Nationalstürmer urplötzlich das 2:0 auf dem Fuß, als Goretzka das Leder am eigenen Strafraum vertändelte. Seferovic reagierte aber nicht konsequent genug und wurde abgedrängt. Auch Meier zielte noch einmal am Tor vorbei (67.), aber immerhin war die Eintracht nun wieder besser im Spiel. Und das blieb sie bis zum Schluss, auch wenn Schalke alles versuchte.

Sieben Minuten vor dem Ende gab Kovac das Zeichen zur Eigensicherung und brachte Abwehrhüne Michael Hector für Barkok. Drei weitere Punkte sind auf dem Konto. Nun fehlen noch acht bis zum Erreichen des ersten Saisonziels. Und während frustrierte Schalker die Europacup-Plätzen langsam aus den Augen verlieren, darf in Frankfurt schon von mehr als dem Klassenerhalt geträumt werden.

Schalke 04: Fährmann – Höwedes, Naldo, Nastasic – Geis (53. Avdijaj) – Schöpf (66. Caligiuri), Goretzka, Bentaleb (79. Konopljanka), Kolasinac – Choupo-Moting, Burgstaller. – Eintracht Frankfurt: Lindner – Abraham, Hasebe, Vallejo – Chandler, Gacinovic (90.+1 Tarashaj), Mascarell, Oczipka – Barkok (85. Hector) – Hrgota (62. Seferovic), Meier. – SR: Hartmann. – Tor: 0:1 Meier (33.). – Zuschauer: 60 885. – Gelbe Karten: Bentaleb (6), Kolasinac (4) – Oczipka (4)

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