Auf solche Provokationen sollten die Eintracht-Fans am Samstag möglichst verzichten.
+
Auf solche Provokationen sollten die Eintracht-Fans am Samstag möglichst verzichten.

Eintracht Frankfurt

Spiel in Darmstadt: „Ultras“ geloben Besserung

Die Eintracht-Anhänger reisen am Wochenende auf Bewährung zum Derby nach Darmstadt. Zuvor gaben sie eine Erklärung ab.

Es waren unangenehme Begleitumstände, die die Derbys zwischen der Frankfurter Eintracht und dem SV Darmstadt 98 in der letzten Saison belastet hatten. Die Siege der „Lilien“ im Hinspiel (1:0) und der Eintracht im Rückspiel (2:1) waren darüber beinahe in den Hintergrund getreten. Es gab Randale auf den Rängen, unsinnige Politikerentscheidungen, Urteile ordentlicher Gerichte und in der Folge von Ausschreitungen auch Urteile der Sportgerichte. In dieser Saison soll und muss es besser werden, denn gerade die Eintracht-Anhänger sind auf Bewährung unterwegs und haben mit den unglaublichen Vorgängen rund um das Pokalspiel von Magdeburg schon wieder traurige Berühmtheit erlangt.

Die Frankfurter „Ultras“, auf die in den allermeisten Fällen die Ausschreitungen zurückgehen, haben nach den Vorkommnissen von Magdeburg nun versprochen, sich in Darmstadt zu benehmen. „Ebenso muss allen bewusst sein, dass wir weitere Vorkommnisse, etwa in Darmstadt, gemeinsam vermeiden müssen, da sie die schwierige Situation, in der wir uns befinden, noch weiter verschlechtern würde“, hieß es in einer Erklärung der Ultras zum Saisonauftakt gegen Schalke.

Im Gegensatz zum letzten Spiel im April dürfen die Eintracht-Fans diesmal sogar live dabei sein beim Derby in Darmstadt. Das Kartenkontingent von etwas mehr als 3000 für das Stadion am Böllenfalltor, das jetzt offiziell „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“ heißt, wurde ausgeschöpft. Die Eintracht kann also mit Unterstützung von den Rängen rechnen. Dass dies im fairen Rahmen bleibt, hofft nicht nur Axel Hellmann, für Fan-Belange verantwortlicher Mann im Eintracht-Vorstand. „Aktuell würde ich sagen: Das wird eher ein ruhigerer Tag“, sagt er dem HR, „wenn man das mit den teilweise hysterischen Anfällen vergleicht, die es im Vorfeld unseres letzten Spiels in Darmstadt gegeben hat, ist die ganze Lage doch eher sehr beruhigt.“

Das letzte Derby am 30. April hatte in der Tat absurdes Theater geboten. Der DFB hatte die Eintracht unter anderem wegen Ausschreitungen im Hinspiel, als Darmstädter Schals und andere Fan-Utensilien verbrannt worden waren, bestraft und keine Frankfurter Zuschauer in Darmstadt zugelassen. Ein paar Stadtpolitiker hatten das falsch verstanden. Die Stadt Darmstadt wollte für Frankfurter Fans ein sogenanntes „Innenstadtverbot“ aussprechen. Aus Furcht, Eintracht-Fans könnten die Straßen zu einem gewaltsamen Aufmarsch nutzen. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hob dieses Verbot auf. Die Darmstädter Fans haben nun einen Sternmarsch zum Stadion angekündigt. Das sollte für die Polizei kein Problem sein, die ein Auge auf strikte Trennung der Fan-Gruppen haben wird.

Beuths Forderung

Hessens Innenminister Peter Beuth hat die Eintracht im Kampf gegen Fan-Gewalt stärker in die Pflicht genommen. „Ich fordere vom Verein, sich dieser Problematik intensiver anzunehmen. Für solche Hooligans gibt es null Toleranz. Da wünsche ich mir vom Verein eine klare Distanzierung und harte Sanktionen bis hin zu einem Stadionverbot“, sagte Beuth gestern bei einer Fußball-Konferenz in Frankfurt. Hellmann nahm die Kritik gelassen auf. „Es ist immer einfach, aus Sicht der Politik, simple Rezepte einzufordern. Aber die Welt in einem Fußballverein, gerade in Fan-Dingen, ist sehr komplex“, so Hellmann. „Eine Schlüsselmaßnahme ist, dass eine Täter-Ermittlung vorgenommen wird. Aber das hat der Apparat von Herrn Beuth in der Hand. Wir können Bilder liefern und haben Zeugenaussagen. Wir sind aber keine Ermittlungsbehörde.“

Die Vorbereitung für das Derby hat die Eintracht ohne ihre Innenverteidiger hat die Eintracht am Dienstag aufgenommen. David Abraham trainierte mit Ante Rebic lediglich mit den Rehatrainern und Jesus Vallejo war wegen muskulärer Probleme gleich ganz in der Kabine geblieben. Nicht trainieren kann in den nächsten Tagen auch Shani Tarashaj. Der Neuzugang vom FC Everton hat das Trainingslager der Schweizer Nationalmannschaft wegen Angina verlassen.

(pes,dpa)

Mehr zur Eintracht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare