Gut gelaunt in Frankfurt angekommen: Shani Tarashaj.
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Gut gelaunt in Frankfurt angekommen: Shani Tarashaj.

Eintracht Frankfurt

Spiel gegen Leverkusen: Topleistung gegen Topteam?

  • VonPeppi Schmitt
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„Abwehr ist Handwerk, Angriff ist Kunst“, sagt Niko Kovac, der Trainer der Frankfurter Eintracht, vor dem Heimspiel gegen Leverkusen am Samstag.

Bayer Leverkusen gehört normalerweise zu jenen Mannschaften in der Fußball-Bundesliga, die nicht die Kragenweite der Frankfurter Eintracht ist. Ein Verein mit weniger Tradition, aber viel mehr Geld, ein Club, der seit Jahren in der Champions League spielt und ganz andere Ansprüche als die Frankfurter hat. In dieser Saison gilt die „Werkself“ als Geheimfavorit für den zweiten Platz hinter den Bayern München.

Doch wer die Resultate der Frankfurter in der letzten Saison als Maßstab nimmt, kommt zu einer anderen Einschätzung. Denn die Eintracht spielt gegen stärkere Mannschaften besser als gegen schwächere. Und das macht Hoffnung für Samstag.

Zur Erinnerung: Im eigenen Stadion haben die Frankfurter in der letzten Spielzeit unter den Trainern Armin Veh und Niko Kovac gegen Bayern München (0:0) und Schalke gepunktet, gegen Dortmund (1:0) und Wolfsburg (3:2) gewonnen. Dafür konnten die Frankfurter im eigenen Stadion nicht gegen Aufsteiger wie Darmstadt und Ingolstadt gewinnen, auch nicht gegen Absteiger Stuttgart. Und dieser Trend hat sich in dieser Spielzeit nahtlos fortgesetzt: 1:0-Sieg gegen Schalke, 0:1 beim SV Darmstadt 98.

Die Gründe liegen auf der Hand. Selbst das Spiel machen, das geht den Frankfurter fast komplett ab. Dagegen liegt ihnen die Verdichtung der eigenen Defensive, das kollektive Zusammenstehen, die Defensivarbeit ganz allgemein. Die manchmal schon reibungslose Zusammenarbeit in der abwehrenden Abteilung hat Kovac hingekriegt, am Spiel nach vorne arbeitet er noch. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Da geht es der Eintracht übrigens wie vielen anderen Clubs in der Liga. Kreativität gepaart mit Tempo ist die Sache der Frankfurter nicht. „Abwehr ist Handwerk, Angriff ist Kunst“, sagt Kovac.

Das wird auch beim Blick auf einzelne Spieler deutlich. Mit Torwart Lukas Hradecky und Innenverteidiger David Abraham haben sich in der letzten Saison zwei damals neue Spieler zu Leistungsträgern entwickelt. All jene dagegen, die fürs Mittelfeld geholt wurden, sind bis heute mehr oder weniger Mitläufer geblieben. Das gilt für den selten eingesetzten Marco Fabian genauso wie für den „Immerspieler“ Szabolcs Huszti, die beide das Spiel nicht wirklich befruchten können. Eine wirkliche Achse, durchgehend von hinten nach vorne, haben die Frankfurter seit Jahren nicht mehr, zwischen Torwart und Abwehrchef sowie Torjäger Alex Meier klafft eine große Lücke in der Zentrale des Spiels.

Und auch in der angreifenden Abteilung ist es trotz vieler Veränderungen mit Verkäufen von Spielern wie Luc Castaignos, Stefan Aigner und Luca Waldschmidt sowie Zugängen wie Ante Rebic, Danny Blum und Branimir Hrgota dabei geblieben, dass außer Meier nicht wirklich jemand Torgefährlichkeit ausstrahlt. Hrgota hat zweifellos ebenfalls Talent beim Abschluss, auch die nötige Ruhe. Aber ihm fehlte bislang Temperament. Durchaus möglich, dass am Samstag gegen Leverkusen Haris Seferovic wieder einmal eine Chance von Beginn an bekommen wird. Denn bei aller angebrachter Kritik nach einer insgesamt schwächeren letzten Saison hat der Schweizer Nationalspieler sicher das größte Potenzial, um gemeinsam mit Meier für mehr Angriffswucht zu sorgen.

Tarashaj ist angekommen

Ein Spieler, der die Offensive der Hessen beleben könnte, ist endgültig in Frankfurt angekommen: Shani Tarashaj. Den Schweizer Nationalspieler hat die Eintracht gestern mit leichter Verspätung am Donnerstag vorgestellt. Zuvor war der 21 Jahre alte Stürmer gleich nach seiner Vertragsunterschrift krank geworden. Bis zum Ende der Saison haben die Frankfurter den gebürtigen Schweizer vom FC Everton ausgeliehen, ohne eine Kaufoption. „Jetzt bin ich gesund und fit“, sagte er, „und freue mich riesig auf die neue Aufgabe.“

(pes)

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