Eintracht Frankfurt vs. Bayer 04 Leverkusen

3. Spieltag: Der Blick auf den Eintracht-Gegner

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Nach knapp 80 Minuten sah es so aus, als würde Bruno Labbadia mit seinem HSV die drei Punkte beim Favoriten aus Leverkusen entführen. Auf der Tribüne machte sich bereits Frust und Ärger unter den Anhängern breit, als der Joker Joel Pohjanpalo, Spitzname "Danger", eiskalt zuschlug. Innerhalb von 15 Minuten erzielte der Finne drei Treffer und erledigte die Hamburger im Alleingang. Die Punkte blieben in Leverkusen, was für die Werkself eminent wichtig war, ging doch der Saisonauftakt mit 1:2 bei Borussia Mönchengladbach verloren.

Mannschaft wurde im Sommer gezielt verstärkt

Leverkusen rangiert damit nach dem 2. Spieltag auf Platz sechs, in der noch wenig aussagekräftigen Tabelle. Wenn es nach Ansicht vieler Experten geht, wird sich Bayer aber im Laufe der Saison noch weiter nach oben orientieren. Im Sommer verließ kein Leistungsträger die Mannschaft. Lediglich Spieler aus der zweiten Reihe, die in der aktuellen Saison nur wenig Aussicht auf große Einsatzzeiten hatten, wurden abgegeben. Andre Ramalho und Levan Öztunali gingen nach Mainz, Christoph Kramer zurück zu Borussia Mönchengladbach und Kyriakos Papadopoulos zu Aufsteiger RB Leipzig.

Rudi Völler schaffte es zur ohnehin gut besetzten Mannschaft noch weitere Qualität hinzuzuholen. Julian Baumgartlinger kam für das defensive Mittelfeld aus Mainz, Kevin Volland für den Angriff aus Hoffenheim und Aleksandar Dragovic für die Innenverteidigung aus Kiew. Mit den Neuzugängen wurden die Abgänge mehr als gleichwertig ersetzt - Bayer verstärkte sich vielmehr noch in allen Mannschaftsteilen. Neben den drei Königstransfers kamen außerdem die Leihspieler Danny da Costa (Ingolstadt) und Joel Pohjanpalo (Düsseldorf) zurück nach Leverkusen.

Leverkusen ein möglicher Bayern-Jäger

Trainer Roger Schmidt hat in dieser Saison ein Team zusammen, das ganz sicher in die Champions-League kommen muss - mindestens! Einige Experten sehen die Werkself nämlich auf Augenhöhe mit Borussia Dortmund im Kampf als ersten Bayern-Jäger. Manch einer traut Leverkusen sogar die große Überraschung zu - dem FC Bayern München den Titel streitig zu machen. Potential hat diese Leverkusener Mannschaft auf alle Fälle und mit Trainer Roger Schmidt einen Mann an der Linie, der es versteht, aus seinem Starensemble das Maximale rauszuholen.

Rudi Völler und Co. setzen aber nicht nur auf teure Stars, sondern investieren auch viel in die eigene Nachwuchsarbeit. In dieser Saison hat es Außenverteidiger Benjamin Henrichs und der zurückgekehrte Leihspieler Danny da Costa in den Kader geschafft. Der erst 19-jährige Henrichs sicherte sich durch starke Leistungen in der Vorbereitung sogar einen Stammplatz als Rechtsverteidiger. Wie Phoenix aus der Asche stieg dann auch noch der Finne Joel Pohjanpalo empor, der mit durchwachsenen Leistungen von Fortuna Düsseldorf zurückkehrte und ursprünglich erneut verliehen werden sollte. Der Stürmer wollte aber seine Chance bei Bayer und bekam sie auch von Trainer Schmidt. In den ersten zwei Saisonspielen schoss er vier Tore und setzte sich damit zusammen mit Robert Lewandowski an die Spitze der Torjägerliste.

Schwere Aufgabe gegen spielstarken Gegner

Das Märchen vom durchschnittlichen Zweitligaspieler, der in einer homogenen Mannschaft sein ganzes Potenzial abruft und zum Torjäger wird, zeigt, dass es in Leverkusens Team stimmt und alle fokussiert sind, in der laufenden Saison einiges zu erreichen. Nicht nur in der Bundesliga, auch im DFB-Pokal und in der Champions-League rechnet sich die Werkself etwas aus. Der Start in die Saison war aber holprig - im DFB-Pokal gab es nur einen hart umkämpften 2:1-Sieg beim Underdog in Hauenstein. Bayer steigerte sich aber am ersten Spieltag der Bundesliga, auch wenn am Ende eine unglückliche Niederlage in Mönchengladbach zu Buche stand. Die ersten Punkte wurden schließlich im ersten Heimspiel der Spielzeit, gegen den HSV, geholt.

Die Eintracht muss sich auf einen spielstarken Gegner einstellen, der sehr schwer zu besiegen, aber auch nicht unschlagbar ist. Besonders aufpassen müssen die Adler auf die hochveranlagte Offensive um Chicharito, Calhanoglu, Volland und Brandt. Die Defensive der Werkself ist immer für einen Patzer gut, genauso wie Torhüter Bernd Leno, der sich erst im letzten Spiel gegen den HSV einen Lapsus leistete. Die kleinen Fehler der Leverkusener Defensive muss die Eintracht eiskalt ausnutzen, um gegen den Favoriten Zählbares mitzunehmen. Die Fans können sich jedenfalls auf ein attraktives Spiel freuen.

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