...Lilien weiter ordentlich auf die Tube und sorgen nur sieben Minuten später für einen zweiten...
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Eintracht Frankfurt

2. Spieltag: Der Blick auf den Eintracht-Gegner

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In D

In Darmstadt blieb nach der erfolgreichen letzten Saison, die mit dem Klassenerhalt endete, kein Stein auf dem anderen. Die Lilien mussten mehr Personal austauschen als ihnen lieb war. Erfolgstrainer Dirk Schuster, der Darmstadt von einem Abstiegsplatz in der 3. Liga zum Klassenerhalt in der Bundesliga führte, suchte nach einer neuen Herausforderung und folgte dem Lockruf des FC Augsburg, der Trainer Weinzierl nach Schalke abgegeben hatte. Schuster war der Kopf des Erfolges in Darmstadt, erreichte er doch mit einer Mannschaft den Klassenerhalt, die vor der Saison bei Experten als Absteiger Nummer 1 galt. Niemand traute den Lilien etwas zu, doch Schuster und sein Team verstanden es, aus Spielern, die bei ihren alten Vereinen auf dem Abstellgleis standen, eine Einheit zu formen, die sich durch ihre Geschlossenheit den Erhalt der 1. Liga verdienten. Trainer Schuster wurde aufgrund dieser Leistung zum Trainer des Jahres 2016 gewählt.

Norbert Meier als neuen Trainer verpflichtet

Als neuer Mann an der Seitenlinie verpflichteten die Lilien einen ganz erfahren Mann: Norbert Meier. Der frühere Profi (Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach) arbeitete bereits als Trainer für Mönchengladbach, den MSV Duisburg, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf und Arminia Bielefeld. Holger Fach, Sportlicher Leiter der Lilien, musste eine Ablöse an Arminia Bielefeld überweisen, um den Wunschtrainer nach Darmstadt zu holen.

Neben der Verpflichtung eines Trainers musste Fach auch eine neue Mannschaft zusammenstellen. Sage und schreibe 18 Spieler verließen die Lilien in der Sommerpause. Am schmerzlichsten sind wohl die Abgänge der Leistungsträger Sandro Wagner, Luca Caldirola, Christian Mathenia, György Garics und Konstantin Rausch. Keine einfache Aufgabe für den Sportlichen Leiter, da das Geld in Darmstadt traditionell knapp ist. Große Ausgaben auf dem Transfermarkt gibt das Budget nicht her, es musste gespart werden und jede Investition in neue Spieler sollte wohl überlegt sein.

18 Neuzugänge in Darmstadt

Nach der Schließung der Transferliste standen 18 Spieler auf der Seite der Zugänge. Alles Spieler, die für kleines Geld geholt oder lediglich ausgeliehen wurden. Die bekanntesten Neuerwerbungen sind sicher Sven Schipplock (HSV), Alexander Milosevic (Hannover 96), Laszlo Kleinheisler (Werder Bremen) und Änis Ben-Hatira, der von der Eintracht nach Südhessen wechselte. Bei den Neuerwerbungen ist kein Spieler dabei, der bei seinem ehemaligen Verein Leistungsträger war. Es sind Spieler, die woanders nicht mehr benötigt wurden und sich einen neuen Verein suchen sollten. In Darmstadt bekommen diese Spieler nun eine neue Chance.

Die große Aufgabe von Trainer Meier ist es nun, aus dem neuen Kader eine funktionierende Einheit zu formen, die die restlichen Teams der Bundesliga ärgern kann und eine Chance auf den Ligaerhalt hat. In den Testspielen gab es fast ausschließlich Kantersiege gegen unterklassige Teams. In den einzigen Tests gegen Erstligisten (SC Freiburg 1:3, Las Palmas, 1:1) gab es keine Erfolge.

Ungefährdeter Sieg im DFB-Pokal

Im DFB-Pokal bekamen die Lilien den Bremer SV zugelost, der in der letzten Saison der Auftaktgegner der Eintracht im Pokalwettbewerb war. Mit einem ungefährdeten 7:0 zogen die Lilien in die nächste Runde ein. Zum Bundesligastart wartete auf die Jungs von Norbert Meier da schon ein ganz anderes Kaliber. Die Reise ging zum 1. FC Köln, dem in der neuen Spielzeit einiges zugetraut wird.

In einem sehr einseitigen Spiel verloren die Lilien hochverdient mit 0:2. Das Ergebnis hätte auch gut und gerne um 3-4 Tore höher ausfallen können. Die Darmstädter wirkten nicht eingespielt, was aufgrund der vielen Veränderungen im Kader aber auch nicht verwunderlich ist. Neben der fehlenden spielerischen Qualität, ließen die Lilien aber auch die Dinge vermissen, die sie in der letzten Saison so stark gemacht haben: Leidenschaft und Einsatzwille.

Lilien haben eine Rechnung offen

Trotz der schwachen Leistung zum Auftakt sollte die Eintracht ihren Gegner nicht unterschätzen, da es ein komplett anderes Spiel als in Köln wird. Die ganze Region freut sich auf das Hessenduell und die Darmstädter brennen darauf, den Frankurtern ein Bein zu stellen. Zudem haben die Lilien noch eine Rechnung aus der letzten Saison offen, wo sie ihr Heimspiel gegen die Eintracht mit 1:2 verloren.

Personell hat sich die Lage etwas entspannt. Kapitän Aytac Sulu und Mittelfeldspieler Peter Niemeyer haben ihre Verletzungen auskuriert und sind mit von der Partie. Darmstadt wird alles daran setzen, die ersten Punkte der neuen Saison einzufahren und der Eintracht die erste Niederlage beizubringen. Von den Einzelspielern her geht die SGE sicherlich als Favorit in das Duell, die letzte Saison hat aber bereits gezeigt, zu was der SV Darmstadt 98 in der Lage sein kann gegen favorisierte Teams. Ein offenes Duell, das wahrscheinlich durch Kleinigkeiten entschieden wird. Die Lilien sind jedenfalls heiß auf die Eintracht: „Was gibt‘s für einen Fußballer schöneres, als ein Derby? Beide Städte sind nur 30 Kilometer voneinander entfernt. Die gesamte Region freut sich auf dieses Spiel. Das merkt man", sagte Lilien-Profi Marcel Heller der BILD.

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