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Armin Veh (links) im Gespräch mit Constant Djakpa.

Eintracht Frankfurt

Wer hat den Stecker gezogen?

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Beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt fühlt sich Trainer Armin Veh derzeit besonders gefordert.

Nein, mit normalen Formschwankungen sind die zuletzt schwachen Auftritte der Eintracht-Profis nicht mehr zu erklären. „Es ist, als ob jemand in der zweiten Halbzeit gegen Berlin den Stecker rausgezogen hat“, meinte Armin Veh am Mittwoch. Keine Ideen, keine Energie, so waren die Niederlagen in Ingolstadt (0:2) und gegen Mönchengladbach (1:5) die logische Folge.

Als junger, emotionaler Trainer hätte er in einer solchen Situation vermutlich auf die Spieler „eingeprügelt. Aber das bringt nichts“. Vielmehr versucht der 54-Jährige derzeit, den Profis etwas beizubringen, an das sie glauben können, wodurch das marode Selbstvertrauen gestärkt wird.

Auch am Mittwoch war der Blick stark auf die Defensive gerichtet. Allerdings mit einem Schreckmoment: David Abraham, am Samstag in Hannover in der Innenverteidigung vorgesehen, musste das Training angeschlagen vorzeitig beenden. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, meinte der Trainer anschließend.

Veh muss etwas ändern, auch personell, aber seine Möglichkeiten sind begrenzt. In einer solchen Situation bringe es nichts, beispielsweise einen Mijat Gacinovic ins kalte Wasser zu werfen. Der serbische U20-Weltmeister hätte es einfacher, sich in einer funktionierenden Einheit an die Bundesliga zu gewöhnen. Wobei dem Talent von Woche zu Woche mehr die Spielpraxis fehlt. Für Freundschaftsspiele ist keine Zeit, eine U23 gibt es bei der Eintracht nicht mehr. „Und die würde auch nur helfen, wenn sie in der Dritten Liga spielt“, meinte Veh. Da auch die meisten anderen Kandidaten fürs linke Mittelfeld noch keine gestandenen Bundesliga-Profis sind (Waldschmidt, Kadlec, Castaignos), könnte Constant Djakpa nach langen Monaten mal wieder in der Startformation stehen. „Vor Bastian Oczipka, das könnte klappen“, glaubt Veh und ließ die beiden im Training schon mal im Team mit den gelben Hemdchen üben.

Für die zweite große Baustelle (rechter Außenverteidiger) dürfte Aleksandar Ignjovski wohl ausfallen. Der Serbe hat am Mittwoch seine Stellungnahme an den Kontrollausschuss geschickt, der ihm vorwirft, gegen Gladbach mit einem Tritt auf den Fuß des Gegenspielers ein grob unsportliches Delikt begangen zu haben.

Ob und wie die Eintracht im Winter auf dem Transfermarkt auf die unübersehbaren Schwächen im Kader reagieren wird, kann Armin Veh noch nicht sagen: „Nach dem neunten Spieltag ist das noch zu früh. Aber wir analysieren fortlaufend unser Auftreten.“

Dass Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus der Meinung ist, dass Armin Veh bei weiterem Misserfolg wie in Stuttgart den Bettel hinschmeißen könnte, interessiert den Eintracht-Trainer überhaupt nicht: „Wieso soll ich mir Gedanken machen über etwas, an das ich nicht denke?“ Er denkt lieber darüber nach, wie der Stecker wieder in die Dose geht.

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