Eintracht Frankfurt

Stimmen der Fans: Ich glaub?, mich tritt ein Oczipka

Wir befinden uns im Jahr 2016 n.Chr. Ganz Frankfurt ist von euphorischen Eintracht-Fans besetzt. Ganz Frankfurt? Nein. Ein von unbeugsamen Skeptikern bevölkertes Forum hört nicht auf, den jubelnden Massen Widerstand zu leisten.

Irgendwie freuen sich nicht alle Eintracht Fans gleich dolle über den Sieg gegen Ingolstadt. Oder zumindest: Sie freuen sich auf unterschiedliche Art und Weise. Während die einen noch freudentrunken Nähzeug bestellen, um für die schon geplante, sechs Meter hohe Kovac-Statur ein hochgeschlossenes weißes Büro-Hemd zu nähen, mäkeln die anderen noch, weil David Abraham bei seinem Kopfball die wohlgeformte Frisur verwuschelt wurde. Naja, gefühlt jedenfalls. Die Wahrheit liegt natürlich irgendwo dazwischen: Der geneigte Fan freut sich, mahnt sich aber vernünftigerweise gleich danach zur Vorsicht. Man kennt ja die Diva vom Main.

Aber von vorn. Beziehungsweise von hinten. Denn die „United Colours of Bembeltown“, wie User

Vael

die Mannschaft liebevoll nennt, bekommen besonders für ihre Defensiv-Arbeit viel Lob. Räume zustellen und früh attackieren  – das kann man unter Kovac fast so gut wie die Möbelpacker. Da ist man sich einig. „Also, die Abwehr passt. Klasse, wie die Jungs gegen den Ball arbeiten und einfach niemanden durchfitschen lassen“, schreibt

Haliaeetus.

Gegen Bayern hatte Ingolstadt ja noch beeindruckend abgeliefert in der Offensive. „Gegen uns haben sie sich kaum ne Möglichkeit erspielt“, analysiert der User weiter.  Der

WuerzburgerAdler

schreibt gar: „Die Abwehr ist unser Glanzstück, die Außenverteidiger spielen defensiv nahe am best-of-Niveau, in der Innenverteidigung haben wir uns sogar verbessert. Auch das Zulaufen von Räumen im defensiven Mittelfeld und das Doppeln der gegnerischen Außen funktioniert gut.“ Wären da nicht die Defensivkopfbälle.

Dafür das kein und kein ist, mit 1000 Jahren Erfahrung, macht der das doch recht gut

— holger der cherusker (@holger101x)

Oder wie es

xcatchem-soonx

festhält: Ihm seien noch einige schwere Fehler in Sachen „Lufthoheit“ aufgefallen. „Ich habe das Gefühl, dass wir jedes Kopfballduell verlieren.“ Man darf an dieser Stelle klugscheißen: Mindestens ein Kopfballduell hat Abraham gewonnen. Tor. Und wenn das jemand geschafft hat, der auch schon in der Bibel schon mitgespielt hat, kann man sich sicher sein: Das hat vielleicht auch noch ein anderer Eintracht-Luftikus geschafft. Überhaupt, Abraham. Die beiden Innenverteidiger konnten sich viel Lob abholen. Auch wenn Sie es wahrscheinlich kaum verstehen können: Es schreibt ja kaum ein Fan auf Spanisch. Sorry also,

Mittelbucher

, du hast trotzdem Recht, wenn du in die Tasten haust: „Klasse Spiel. Überragende Innenverteidigung. Vallejo und Abraham auf Top-Niveau.“ Auch

sportsharry

meint, er sei von den beiden  begeistert. Ihm werde bei diesen zentralen Verteidigern nicht bange.

Frankenadler

hingegen ist skeptisch. Er schreibt – Achtung, es könnte eine ironische Pointe mit seinem Namen folgen – das Spiel sei „kein Grund abzuheben“: Keine Ballsicherheit, einige ungeschickte Klärungsversuche, Mascarell „blutleer“. Er nennt das Spiel sogar einen „Graupenkick“. Zumindest was die Offensiv-Leistung angeht geben ihm da einige Recht. Spielerisch ist bei der Eintracht noch Luft nach oben – von wegen Abheben und so. Dafür stimmen Taktik, Fitness und Einsatz. „Ingolstadt ist sicher kein Pflaster, um einen Schönheitspreis zu bekommen“, schreibt etwa

Brodowin.

„Da heißt es ausschließlich: gegenhalten, kämpfen und die Punkte mitnehmen. Und das haben die heute perfekt gemacht. Sehr robust, ohne unfair zu sein, viel Kampfgeist, viel Leidenschaft und auch Teamgeist.“ Sie lesen nun: „Weitere schöne Klischee-Umschreibungen zum Eintracht-Sieg“. Abgezockt, diszipliniert, auf der Höhe, souverän, kompakt, laufstark, oberaffengeil. Und so bleibt die „geilste Szene im Spiel“ für

SGE6274

: „Das Wegtackeln eines Schanzers an der Strafraumgrenze, glaube Nr. 39 im vollen Sprintduell so in der 78. Minute.“ Hach, was war das schön. Kein Wunder also, dass zwei Verteidiger für die Tore herhalten mussten. Outsourcing at its best, sozusagen. Die letzte Person, die sich so über „Otsches Strahl“ gefreut haben dürfte wie

philaderist

, mag wohl die Mutter des damals vielleicht 2-jährigen Bastians gewesen sein, als dieser das erste Mal allein auf dem Töpfchen saß. Der User fand Otsches Tor nicht nur „großartig“ , sondern hofft auch, dass ihn der Treffer nochmal „eine Handbreit größer macht“. Was immer das heißen mag, hört sich aber gut an.

Die Bude von Oczipka - Leckobello! ?

— Oetschi (@Oetschi)

Man ist sich also einig: Ein überraschend gelungener Saisonstart. „Wer hätte das noch vor sechs Monaten gedacht! Ein gelungener Start in die Saison“, schreibt

Fantastisch

. Und mahnt: „Sicher wird es auch wieder ein paar Rückschläge und Niederlagen geben, aber ich glaube insgesamt bewegen wir uns auf einem höheren und stabileren Niveau als letzte Saison.“ Oder um es mit dem User auszudrücken, dessen Name sich uns nun endlich erschließt,

Basaltkopp

: „Ich bin nicht unzufrieden. Habe übrigens mein drittes Bier auf. Für jeden Punkt eins. Und für jedes Tor einen Kurzen. Gott sei dank ist morgen Homeoffice.“ Es grüßt die Redaktion. Eines noch:

SGE-Werner

findet, dass die Stimme und der Akzent von Hradecky ins Fernsehen gehören. Leider falsch. Wir hätten stattdessen gern ein finnisches Märchenhörbuch. Natürlich selbst übersetzt und vorgelesen vom unbeugsamen Hrady selbst.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare