Eintracht Frankfurt

Trainer Adi Hütter ist mit der aktuellen Entwicklung nur bedingt zufrieden

Gais. Während Adi Hütter die erste Stunde lang direkt am Spielfeldrand stand, ständig taktische Anweisungen über den Platz brüllte und seine Mannschaft anfeuerte, verfolgte er die letzten 30 Minuten der 0:2-Testspielniederlage gegen den FC Empoli sitzend auf der Auswechselbank. Ruhig, fast regungslos. Es brauchte nicht viel Interpretationsvermögen, um eines zu erkennen: In dem 48 Jahre alten österreichischen Fußballtrainer von Eintracht Frankfurt brodelte es. Nun folgte eine Viertelstunde nach Abpfiff im Gespräch mit den Reportern sicher noch kein Ausbruch des Vulkans, dafür war die Partie gegen den keineswegs guten Serie-A-Aufsteiger eben doch nur eins von zwei Testspielen im Trainingslager in Südtirol. Dennoch wurde deutlich, dass Hütter nicht zufrieden ist. „Es hat mich einfach gestört, dass wir nach der guten Anfangsphase dann zu leichte Ballverluste hatten, unforced errors. Auch unsere Sechser haben nicht so gestanden, wie ich mir das vorstelle. Ich habe auch gute Ansätze gesehen, es ist aber noch viel zu tun“, sagte der Trainer. Damit meint der Österreicher zum einen natürlich die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Das von Hütter bevorzugte Pressing funktionierte nur in den ersten 20 Minuten, anschließend kamen seine Spieler immer einen Schritt zu spät, fanden nicht mehr den richtigen Moment zum Attackieren und ließen dadurch viel zu große unbesetzte Räume im Mittelfeld entstehen. „Wir müssen ganz klar auch die Tiefe im Griff haben und können vorne nicht zu jedem Ball hinlaufen“, sagte Hütter. Zum anderen schwang beim Trainer auch die Sorge über die grundsätzliche Qualität seines Kaders mit. Klar, das sagte er nicht in dieser Deutlichkeit, die Zwischentöne ließen aber schon den Rückschluss zu, dass Hütter auf dem Transfermarkt noch dringenden Handlungsbedarf sieht. Bei wie viel Prozent seine Mannschaft denn aktuell sei, wurde er gefragt. Die Antwort: „Das ist schwer in Prozent anzugeben. Ich möchte unsere Mannschaft erst mal sehen, wenn alle da sind.“ Bereits vor zwei Tagen, bei einem Empfang der Stadt Gais in einem Festzelt unweit des Teamhotels, klang das ähnlich. Vor rund 150 Eintracht-Fans hatte Hütter auf der Bühne, angesprochen auf seine Saisonziele, ausweichend reagiert und lieber darauf hingewiesen, dass er dazu erst etwas sagen wolle, wenn weitere Verstärkungen verpflichtet wurden. Ohne Flügelstürmer Von den bereits acht Neuzugängen scheinen in Hütters Augen aktuell nur drei echte Optionen für die Stammelf zu sein: Torhüter Frederik Rönnow, der aufgrund von Knieproblemen aber noch überhaupt nicht voll trainieren konnte, Spielmacher Chico Geraldes und Sechser Lucas Torro. Die beiden Mittelfeldspieler zeigten gegen Empoli jedoch – wohlwollend formuliert – ausbaufähige Leistungen. Sie gehörten zu den schwächsten Frankfurtern. Nun darf die Leistungsfähigkeit der Neuen natürlich nicht an einer einzigen Partie gemessen werden. Geraldes ist gerade mal eine knappe Woche im Training, Torro fiel in der bisherigen Vorbereitung mit seiner kompromisslosen Spielweise durchaus auch positiv auf. Und dennoch sind Probleme in der Ausgewogenheit des Kaders offensichtlich. Während sich im zentralen Mittelfeld neun Kicker um maximal vier, eher nur drei Plätze streiten, hat Hütter für die offensiven Außenbahnen in Abwesenheit des Wechselkandidaten Ante Rebic quasi keine Auswahl. Da seit fast zwei Wochen auch HSV-Zugang Nicolai Müller verletzt fehlt, verzichtete der Trainer in der ersten Stunde gegen Empoli deshalb völlig auf Flügelstürmer, schob stattdessen die Außenverteidiger Timothy Chandler und Jetro Willems derart weit nach vorne, dass sich in deren Rücken immer wieder Freiräume für die Italiener ergaben. Später wechselte Hütter das System, agierte nun statt im 3-4-2-1-System in einem 4-4-2 und schickte in Danny Blum auf der linken Seite den einzig fitten Außenflitzer aufs Feld. Rechts musste Spielmacher Marco Fabián aushelfen.

Gais. Während Adi Hütter die erste Stunde lang direkt am Spielfeldrand stand, ständig taktische Anweisungen über den Platz brüllte und seine Mannschaft anfeuerte, verfolgte er die letzten 30 Minuten der 0:2-Testspielniederlage gegen den FC Empoli sitzend auf der Auswechselbank. Ruhig, fast regungslos. Es brauchte nicht viel Interpretationsvermögen, um eines zu erkennen: In dem 48 Jahre alten österreichischen Fußballtrainer von Eintracht Frankfurt brodelte es.

Nun folgte eine Viertelstunde nach Abpfiff im Gespräch mit den Reportern sicher noch kein Ausbruch des Vulkans, dafür war die Partie gegen den keineswegs guten Serie-A-Aufsteiger eben doch nur eins von zwei Testspielen im Trainingslager in Südtirol. Dennoch wurde deutlich, dass Hütter nicht zufrieden ist. „Es hat mich einfach gestört, dass wir nach der guten Anfangsphase dann zu leichte Ballverluste hatten, unforced errors. Auch unsere Sechser haben nicht so gestanden, wie ich mir das vorstelle. Ich habe auch gute Ansätze gesehen, es ist aber noch viel zu tun“, sagte der Trainer.

Damit meint der Österreicher zum einen natürlich die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Das von Hütter bevorzugte Pressing funktionierte nur in den ersten 20 Minuten, anschließend kamen seine Spieler immer einen Schritt zu spät, fanden nicht mehr den richtigen Moment zum Attackieren und ließen dadurch viel zu große unbesetzte Räume im Mittelfeld entstehen. „Wir müssen ganz klar auch die Tiefe im Griff haben und können vorne nicht zu jedem Ball hinlaufen“, sagte Hütter.

Zum anderen schwang beim Trainer auch die Sorge über die grundsätzliche Qualität seines Kaders mit. Klar, das sagte er nicht in dieser Deutlichkeit, die Zwischentöne ließen aber schon den Rückschluss zu, dass Hütter auf dem Transfermarkt noch dringenden Handlungsbedarf sieht. Bei wie viel Prozent seine Mannschaft denn aktuell sei, wurde er gefragt. Die Antwort: „Das ist schwer in Prozent anzugeben. Ich möchte unsere Mannschaft erst mal sehen, wenn alle da sind.“ Bereits vor zwei Tagen, bei einem Empfang der Stadt Gais in einem Festzelt unweit des Teamhotels, klang das ähnlich. Vor rund 150 Eintracht-Fans hatte Hütter auf der Bühne, angesprochen auf seine Saisonziele, ausweichend reagiert und lieber darauf hingewiesen, dass er dazu erst etwas sagen wolle, wenn weitere Verstärkungen verpflichtet wurden.

Ohne Flügelstürmer

Von den bereits acht Neuzugängen scheinen in Hütters Augen aktuell nur drei echte Optionen für die Stammelf zu sein: Torhüter Frederik Rönnow, der aufgrund von Knieproblemen aber noch überhaupt nicht voll trainieren konnte, Spielmacher Chico Geraldes und Sechser Lucas Torro. Die beiden Mittelfeldspieler zeigten gegen Empoli jedoch – wohlwollend formuliert – ausbaufähige Leistungen. Sie gehörten zu den schwächsten Frankfurtern. Nun darf die Leistungsfähigkeit der Neuen natürlich nicht an einer einzigen Partie gemessen werden. Geraldes ist gerade mal eine knappe Woche im Training, Torro fiel in der bisherigen Vorbereitung mit seiner kompromisslosen Spielweise durchaus auch positiv auf. Und dennoch sind Probleme in der Ausgewogenheit des Kaders offensichtlich.

Während sich im zentralen Mittelfeld neun Kicker um maximal vier, eher nur drei Plätze streiten, hat Hütter für die offensiven Außenbahnen in Abwesenheit des Wechselkandidaten Ante Rebic quasi keine Auswahl. Da seit fast zwei Wochen auch HSV-Zugang Nicolai Müller verletzt fehlt, verzichtete der Trainer in der ersten Stunde gegen Empoli deshalb völlig auf Flügelstürmer, schob stattdessen die Außenverteidiger Timothy Chandler und Jetro Willems derart weit nach vorne, dass sich in deren Rücken immer wieder Freiräume für die Italiener ergaben. Später wechselte Hütter das System, agierte nun statt im 3-4-2-1-System in einem 4-4-2 und schickte in Danny Blum auf der linken Seite den einzig fitten Außenflitzer aufs Feld. Rechts musste Spielmacher Marco Fabián aushelfen.

Der Mexikaner, der nach Informationen dieser Zeitung gerne in Frankfurt bleiben würde, von dem die Verantwortlichen in der Führungsetage aber nicht vollends überzeugt sind, betrieb mit einem engagierten Auftritt auf ungewohnter Position Eigenwerbung. Ein Verkauf wäre auf der einen Seite wirtschaftlich durchaus nachvollziehbar, ließe sich wegen des im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags doch nur noch jetzt Kasse mit Fabián machen. Auch war der 29-Jährige in der vergangenen Saison weit von seiner Bestform entfernt. Auf der anderen Seite ist Fabián schlicht ein guter Kicker. Einer mit fußballerischem Potenzial, das mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar höher als das der geholten Spielmacher-Konkurrenten Allan Souza und Geraldes einzuordnen ist.

Bis zum Bundesligastart bleiben noch etwas mehr als drei Wochen – genügend Zeit also, um personell nachzulegen. Adi Hütter scheint den Handlungsbedarf erkannt zu haben. Nun liegt es an Sportvorstand Fredi Bobic, Kaderplaner Ben Manga und Manager Bruno Hübner, die sorgenvollen Zwischentöne ihres Trainer auch wahrzunehmen und entsprechend zu ha

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