Wieder obenauf: Ante Rebic war nach überstandener Krankheit gestern mitten drin im Training des Fußball-Bundesligisten  Eintracht Frankfurt.
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Wieder obenauf: Ante Rebic war nach überstandener Krankheit gestern mitten drin im Training des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt

Training vor dem Derby: Rebics schnelle Heilung

  • VonPeppi Schmitt
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Vor dem Derby am Samstag in Darmstadt wird es mal wieder ein Wechselspiel in der Innenverteidigung des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt geben.

Natürlich waren bei der Frankfurter Eintracht auch am Mittwoch wieder alle Augen auf die Innenverteidiger gerichtet. Denn dort drückt die Eintracht ja der Schuh. Diesmal waren David Abraham und Jesus Vallejo, um die sich Trainer Niko Kovac so große Sorgen machen muss, wenigstens wieder auf dem Platz.

Freilich mit ganz unterschiedlicher Intensität. Während Abraham das volle Programm mit der Mannschaft absolvieren konnte, blieb Vallejo wieder einmal nur eine Randfigur. Mit Rehatrainer Martin Spohrer übte er am Spielfeldrand, ein paar Läufe, ein paar Pässe, nicht viel, aber immerhin ein wenig Fußball. Die lädierte rechte Wade war dabei mit einem hellblauen Kinesioverband etwas geschützt.

Die Risiko-Einschätzungen für die beiden Innenverteidiger sind denn auch komplett verschieden. Während Abraham mit ziemlicher Sicherheit wird spielen können, bleiben hinter einem Einsatz von Vallejo doch große Fragezeichen. „Wir werden ihn am Donnerstag einem Test unterziehen, dann sehen wir, ob er dabei sein kann“, sagte der Trainer. Alleine diese Einschätzung ist ziemlich optimistisch und auch erstaunlich bei Vallejos jüngster Leidensgeschichte. Im Grunde ist er seit seiner Ankunft in Frankfurt Anfang Juli verletzt, angeschlagen oder zumindest nicht wirklich fit. Er hat in keinem der inzwischen neun (!) Freundschaftsspielen auf dem Platz gestanden und mit Ausnahme seines neunminütigen Kurzauftritts gegen Schalke vor einer Woche nicht für die Eintracht gespielt. Die muskulären Probleme hat er schon aus Spanien mitgebracht. Auch für seinen früheren Club Real Saragossa hat er seit Februar nur dreimal gespielt, nie über 90 Minuten. Sechzehnmal hat er wegen einer Muskelverletzung gefehlt (Quelle: Transfermarkt.de). Zusammengefasst: Seit Februar hat es Vallejo auf vier Kurzeinsätze gebracht, ihm fehlt komplett die Spielpraxis.

Und trotzdem hält der Eintracht-Trainer große Stücke auf den 19 Jahre alten spanischen Juniorennationalspieler („Er ist eine Maschine, kein Diesel, ein Einspritzer“). Und doch wird Kovac sich für Darmstadt mit dem Gedanken anfreunden können, dass neben Abraham „Allzweckwaffe“ Timothy Chandler in der Zentrale verteidigen muss. Denn Michael Hector ist ja für die kommenden beiden Begegnungen nach seinem Platzverweis gegen Schalke gesperrt. Chandler ist bereit fürs Derby. „Das wäre kein Problem“, sagt er, „ich habe das ja in der Vorbereitung schon öfter gespielt“. Torwart Lukas Hradecky wird sich wieder einmal auf eine neue Innenverteidigung einstellen müssen. Diese Wechselspielchen gab es schon in der letzten Saison, als sich Abraham, Marco Russ und Carlos Zambrano in verschiedenen Zusammensetzungen immer wieder abgewechselt hatten. „Ich bin das schon gewohnt“, sagt der finnische Nationaltorwart lachend, „da muss ich halt immer mal eine andere Sprache sprechen.“

Schon beim gemeinsamen Frühstück gehört Hradecky zu jenen Spielern, die die Neuen auf die hitzige Atmosphäre beim Derby vorbereiten. Diesmal freilich sei die Situation doch anders als beim letzten Spiel im April. „Wir sind gut drauf und das sollten wir ausnutzen“, sagt der Eintracht-Keeper, wichtig sei die „richtige Einstellung“. Denn zwar habe sich auch die Darmstädter Mannschaft verändert, „aber eklig zu spielen sind sie immer noch.“

Einer, mit dem Anfang der Woche noch keiner gerechnet hat, könnte nun doch wieder in den Fokus rücken. Ante Rebic hat am Mittwoch das komplette Trainingsprogramm mitgemacht. Am Vormittag hatte der Arzt nach einer erneuten Untersuchung, bei der unter anderem festgestellt wurde, dass die wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers angeschwollene Milz wieder Normalgröße hatte, grünes Licht gegeben. „Wir brauchen vielleicht noch eine Woche, um ihn auf Vordermann zu bringen“, sagt Kovac, „aber so ein wenig habe ich ihn schon im Hinterkopf“. Die Mannschaft könne die individuellen Qualitäten des kroatischen Nationalspielers gut gebrauchen. „Ein Risiko aber werden wir nicht eingehen“, versichert der Eintracht-Coach. Zumal mit Haris Seferovic eine weitere starke Alternative zur Verfügung steht. Der Stürmer ist nach einer persönlich guten Leistung und mit einem Sieg mit der Schweizer Nationalmannschaft gegen Europameister Portugal in die berufliche Heimat zurückgekehrt.

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