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Unterschiedliche Reaktion der Fans auf die Vorfälle in Magdeburg

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Von: Peppi Schmitt

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Bilder, die mit Fußball nichts zu tun haben: Aus der Frankfurter Fankurve fliegt ein Feuerwerkskörper in einen Magdeburger Block.
Bilder, die mit Fußball nichts zu tun haben: Aus der Frankfurter Fankurve fliegt ein Feuerwerkskörper in einen Magdeburger Block. © Jan Huebner (Jan Huebner)

In einem Punkt sind sich die verschiedenen Eintracht-Fangruppen einig: Pyrotechnik als Waffe geht gar nicht.

Zwei Tage nach der Randale von Magdeburg und einen Tag nach den klaren Worten des Vorstands („Diese kriminelle Aktion war der Tiefpunkt unserer Fan-Kultur“) haben sich nun auch die Fans beziehungsweise ihre Vertreter, zu Wort gemeldet. Die Einschätzungen fielen dabei nicht einhellig aus. Während der „Fanclubverband e.V.“, die offizielle Vertretung der rund 750 Fans-Klubs, Rechtfertigungsversuche unternahm, hat der Vorstand der Fan- und Förderabteilung, die dem Verein Eintracht angeschlossen ist, klar Stellung gegen die Randalierer bezogen.

Der Vorstand des Fanklubverbandes schreibt: „Ein Einzelner hat es so geschafft, dass unsere gesamte Szene und ein eigentlich sehr gelungener Tag versaut wird.“ Durch fliegende Feuerwerkskörper sei das „beeindruckende Bild“ mit den schönen Schals und der Gesichtsbemalung in den Hintergrund getreten. Kein Wort von dieser Gruppe zur Tatsache, dass es sich wohl um keinen Einzeltäter gehandelt hat. Selbst wenn es eine Person gewesen wäre, die die Feuerwerkskörper abgeschossen hat. Fakt ist auch: Die gezündeten Rauchtöpfe haben es erst ermöglicht, die Raketen unerkannt einzusetzen. Und für die gewollte Unkenntlichkeit hat auch die Gesichtsbemalung gesorgt.

Die Hinweise des „Fanclubverbandes e. V.“ auf die Besetzung des angeblichen Familien-Blocks im Magdeburger Stadion unmittelbar neben der Frankfurter Fan-Kurve sind allerdings berechtigt. Familien waren dort ganz sicher nicht unter sich, sondern eine Ansammlung von Hooligans aus Magdeburg und Berlin, sogar aus Polen, mit rechtsradikalem Hintergrund. „Ob Reichskriegsflagge, das zeigen des rechten Arms oder auch diverse antisemitische Parolen – alles kein Problem in Magdeburg“, lautet der Vorwurf, „hier sahen wir kein Eingreifen, weder seitens des Ordnungsdienstes noch durch die unmittelbar daneben stehende Polizei.“ Und der Verband schreibt auch: „Pyrotechnik als Waffe einzusetzen“ wird auch vom Fanclubverband „scharf verurteilt“.

Eine komplette Distanzierung kommt dagegen von der „Fan- und Förderabteilung“, die zu geschlossenem Kampf gegen die Randalierer aufruft. Die gesamte Fanszene müsse klarmachen, „dass ein Verhalten wie in Magdeburg nicht toleriert, nicht schweigend und erst recht nicht mit einem auch noch so kleinen Rest an Verständnis hingenommen werden kann.“

Es sei auch an der Zeit mit Mythen aufzuräumen. So sorge Pyrotechnik nicht für Stimmung im Stadion, das Gegenteil sei der Fall gewesen. „Der schwarze Rauch sah einfach nur erbärmlich aus (von wegen „optische Effekte“), stinkt und erschwert das Atmen“, heißt es in der Erklärung, „die Stimmung im Block war nach dieser fatalen Aktion im Eimer, weil große Teile des Gästeblocks einfach keine Lust mehr hatten, gemeinsam mit denen zu singen, die kurz zuvor noch Leuchtraketen in andere Blöcke schossen.“

Noch deutlicher: Es sei kein Zeichen von Stärke und Unbeugsamkeit, wenn man durch eigene kriminelle Handlungen der gesamten Fanszene und dem gesamten Verein Eintracht Frankfurt schweren Schaden zufüge oder dies sehenden Auges zumindest in Kauf nehme. „Es ist vielmehr ein Zeichen von Ignoranz der restlichen Fanszene gegenüber, wie auch gegenüber Eintracht Frankfurt.“ Klarer können sich viele Fans von den wenigen Chaoten nicht mehr abgrenzen.

(pes)

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