Wie soll der Eintracht-Kader in der Rückrunde aussehen ? und wie in der neuen Saison? Auch Eintracht-Manager Bruno Hübner macht sich so seine Gedanken.
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Wie soll der Eintracht-Kader in der Rückrunde aussehen ? und wie in der neuen Saison? Auch Eintracht-Manager Bruno Hübner macht sich so seine Gedanken.

Eintracht Frankfurt

Veränderungen im Eintracht-Kader nicht ausgeschlossen

  • VonPeppi Schmitt
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Wer so gut dasteht wie die Eintracht, dessen Spieler wecken Begehrlichkeiten. Das wissen die Verantwortlichen des Frankfurter Fußball-Bundesligisten und beobachten den Transfermarkt sehr genau. Dabei geht es nicht nur darum, mögliche Abgänge kompensieren zu können.

24 Feldspieler und vier Torhüter waren am Dienstag beim ersten Training der Frankfurter Eintracht in dieser Woche auf dem Platz, nicht alle waren sie schon mitten drin, wie die angeschlagenen Marco Russ, Jonathan de Guzman und Danny Blum, aber immerhin wieder dabei. Gefehlt haben einzig David Abraham und Alexander Meier. Trainer Niko Kovac hat also viel Auswahl und macht sich so seine Gedanken über die nähere und fernere Zukunft. „In diesen Tagen heißt das wohl: wir sondieren“, sagte er. Mit der Verpflichtung des jungen Bosniers Marijan Cavar wird der Kader kurzfristig noch größer. Die eine oder andere Veränderung in beide Richtungen kann sich der Frankfurter Trainer deshalb noch vorstellen in der winterlichen Transferperiode, die in der kommenden Woche endet. „Wir müssen weiter denken“, sagte Kovac, „wenn es weiter gut läuft bei uns, dann könnte es ja sein, dass uns ein paar Größere im Sommer besuchen.“

Soll heißen: Wenn einzelne Spieler wie beispielsweise Omar Mascarell (Vertrag mit Optionen bis 2019) oder Sébastien Haller (Vertrag bis 2021) weiter so gut spielen, dann könnten Angebote von anderen, zahlungskräftigen Clubs ins Haus flattern. Das wäre ganz im Sinne der sportlichen Führung um Sportvorstand Fredi Bovic und deren Philosophie, Spieler mit Gewinn weiter zu verkaufen und damit den Verein weiter zu entwickeln. Für diesen Fall aber müsse man „schon andere Dinge anleiern, damit es nicht wieder von null auf hundert gehen muss“ treiben den Trainer auch andere Gedanken um.

Durchaus möglich also, dass die Eintracht in den nächsten Tagen gerade im Abwehrbereich noch einen Neuzugang präsentieren wird. Zumal Abwehrchef Abraham nicht wirklich von Fahrrad runterkommt. „Er fährt jetzt die Tour de France, die Vuelta und den Giro“, macht Kovac gute Miene zum bösen Spiel. Abraham ist seit dem 12. Dezember mit einer Wadenverletzung, die als Hämatom diagnostiziert ist, außer Gefecht. Immerhin hat mit Marco Russ ein anderer Innenverteidiger das Training wieder aufgenommen, soll in den nächsten Tagen an den Ball zurückkehren. Das gilt auch für de Guzmann (Schulteroperation) und Blum (Wadenverletzung).

Und sogar für Kapitän Meier, der in der kommenden Woche die ersten Schritte auf dem Rasen unternehmen darf. „Schön, dass Alex nach seiner Leidenszeit jetzt zurückkommen kann“, sagt der Trainer, „aber es wird noch ein langer Weg“. Der 35 Jahre alte Torjäger könne dabei mit der Unterstützung aller im Verein rechnen. Meier wird zunächst mit den Reha-Trainern Klaus Luisser und Martin Spohrer auf dem Platz und im Reha-Studio in Neu-Isenburg arbeiten. „Alex ist ein Vollprofi, er wird Tag und Nacht arbeiten“, ist Kovac sicher. Meier wird, entsprechende Fitness und Gesundheit vorausgesetzt, wieder zum engeren Aufgebot gehören und auch zu Einsätzen kommen. Für einige andere wäre es bei der Breite des Kaders gut, zumindest für ein halbes Jahr Spielpraxis woanders zu suchen. Über Max Besuschkow wurde schon gesprochen, der Mittelfeldspieler soll noch zu einem Zweitligisten verliehen werden. „Er würde jedem Zweitligisten gut zu Gesicht stehen“, sagt Manager Bruno Hübner.

Selbst ein im Grunde etablierter Profi wie Marc Stendera hat in diesen Tagen und Wochen nur wenige Perspektiven bei der Eintracht. Das 22 Jahre alte Eigengewächs, häufig zurückgeworfen durch Verletzungen, ist zwar aktuell topfit, aber an Mascarell oder Fernandes im defensiven und Boateng, Gacinovic oder Fabián im offensiven Mittelfeld kommt er nicht vorbei. Zuletzt hat auch Aymen Barkok einen Sprung nach vorne gemacht und ist damit ein weiterer direkter Konkurrent. De Guzmann wird bald zurückkehren, Neuzugang Cavar im Februar zum Team stoßen. Schwer für Stendera, der in der Vorrunde nur auf fünf Einsätze gekommen ist und nichts mehr braucht als Spielpraxis. Das sieht auch sein Berater Alexander Bürger so, der Interesse anderer Klubs bestätigt. Eine konkrete Anfrage aber gibt es noch nicht. „Marc würde gerne bleiben, denn sein Herz schlägt ja für die Eintracht“, sagt Bürger, „er ist sich der großen Konkurrenz bewusst, nimmt die Situation an und gibt in allen Belangen Vollgas.“ Natürlich aber sei Spielpraxis „durch nichts zu ersetzen“. Auch da könnte es in den nächsten Tagen also noch Gespräche in Bezug auf einen Wechsel geben.

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