Der Blick geht voraus: Bruno Hübner will die Eintracht für den Abstiegskampf stärken.
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Der Blick geht voraus: Bruno Hübner will die Eintracht für den Abstiegskampf stärken.

Eintracht Frankfurt

Vertrauen und Verpflichtungen: Das ist Hübners Rettungsplan

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Sam bleibt ein Thema in Frankfurt. Andere in der Gerüchteküche gehandelte Namen stehen nicht auf dem Zettel.

Der wöchentliche Bericht an den Vorstand fiel an diesem Dienstagmorgen etwas anders aus als sonst. „Wenn der Trainer dazu kommt, ist das schon außergewöhnlich. Dann geht es meist um Neuverpflichtungen“, erklärte Bruno Hübner hinterher. Gemeinsam mit Armin Veh hatte der Sportdirektor des kriselnden Fußball-Bundesligisten Frankfurter Eintracht dem Führungsgremium um Heribert Bruchhagen da gerade vorgetragen, mit welchen Verstärkungen man sich für den Kampf gegen den Abstieg rüsten will. Die Verpflichtung von zwei bis drei neuen Spielern in der Winterpause sind Teil der Personalplanungen. Dazu gehört auch das Vertrauen in den Fußballlehrer Veh – und in den vorhandenen Kader. „Wir haben den richtigen Trainer“, verkündete Hübner eine Art Jobgarantie. „Er hat die Erfahrung, er kennt die Mannschaft am besten, und er wird die richtigen Hebel umlegen.“

Bei den Verantwortlichen ist der Manager, was die Veh-Frage anbelangt, auf offene Ohren gestoßen. Die Kritik am Trainer ist rund um die Eintracht angewachsen, der Rückendeckung im Verein aber kann er sich sicher sein. Daran würde wohl selbst eine Niederlage im letzten Hinrundenspiel gegen Werder Bremen am Samstag nichts ändern. Auch mit anderen Vorstellungen hat die Sportliche Leitung überzeugen können. „Das hat sich gut angehört“, meinte Vorstand Axel Hellmann. „Mir geht es jetzt besser.“

Unbestritten ist, dass dem Kader „frisches Blut“ zugeführt werden muss, wie es Hübner formulierte. Der Wunschzettel ist ausgefüllt, das eine oder andere Gespräch offenbar schon weiter gediehen. „Das muss aber alles noch zusammengeführt werden“, sagte Hübner. Klar umschrieb er das anspruchsvolle Jobprofil. „Wir wollen Spieler holen, die voll im Saft stehen, die Erfahrung haben und die auch in kritischen Situationen Verantwortung übernehmen“, zählte er auf. Gesucht wird Verstärkung im Abwehrzentrum, „weil wir in der Innenverteidigung immer wieder mit Verletzungen zu tun hatten. Da wollen wir uns einfach absichern.“ Zumal es schlecht aussieht, was eine baldige Rückkehr des im Mai wegen eines Knorpelschadens im Knie operierten Bamba Anderson aussieht.

„Ein, idealerweise zwei Spieler“ sollen, so Hübner, zudem für die Offensivreihe hinter der Spitze kommen. Der polnische Nationalspieler Kamil Grosicki von Stade Rennes, der vertragslose Herbst-Trainingsgast Chinedu Obasi oder der junge Japaner Yuya Kubo von Young Boys Bern wurden zuletzt dafür in der Gerüchteküche gehandelt, spielen in Hübners Plänen aber kaum eine oder gar keine Rolle – was auch für Jan Kirchhoff von Bayern München mit Blick auf die freie Stelle in der Defensive gilt.

Ein „interessanter Spieler“ bleibt für Hübner hingegen Sidney Sam, der im Sommer bei der Eintracht durch den Medizincheck gefallene Schalker. „Er kennt die Bundesliga, er hat die Qualität und er spricht die Sprache“, nannte er Vorzüge des früheren Nationalspielers, zu dessen vermeintlicher Verletzungsanfälligkeit sagte er: „Wir haben ihn über Wochen im Training beobachten lassen. Er ist fit. Ihm fehlt nur die Spielpraxis.“

Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen, gibt es nun in der Winterpause – Zeit, die auch die bekannten Kräfte gut gebrauchen können. „Es war ein großes Problem, dass immer wieder Stammspieler Verletzungen hatten“, sagte Hübner. „So konnte sich gar keine Geschlossenheit und Eingespieltheit entwickeln.“ Gerade einige Leistungsträger seien rapide gegenüber dem Vorjahr und auch den ersten Spielen dieser Saison abgefallen. Sie wieder in Form zu bringen – das ist für den Sportdirektor die wichtigste Aufgabe vor der Rückrunde. „Wir glauben nach wie vor an die Qualität der Mannschaft“, beteuerte Hübner. „Wir müssen sie aber auch wieder auf den Platz bringen.“

Er setzt bei diesem Vorhaben nicht zuletzt auf das Trainingslager in Abu Dhabi vom 4. bis 13. Januar. Dorthin will Hübner auch möglichst viele der angedachten Neuverpflichtungen mitnehmen. Die Konkurrenz unter den Abstiegskämpfern ist freilich auch auf dem Winterbasar groß, und in Stuttgart, Hoffenheim oder Hannover sitzt das Geld lockerer. „Wir fischen alle im gleichen Teich“, sagt Hübner – und ist trotzdem guter Dinge, „dass wir die Spieler, die wir wollen, auch bekommen.“

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