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Lauftraining: Marc Stendera (rechts) und Reha-Trainer Michael Fabacher.

Eintracht Frankfurt

Die Vorbereitung auf das Augsburg-Spiel läuft

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Mit Stendera rechnet die Eintracht in Augsburg, während Seferovic dort die Bank droht. Kinsombi zieht es ganz weg.

Während die Kollegen gegen den Ball traten, drehte Marc Stendera nur abseits seine Runden. Nach getaner Laufarbeit am Mittwochvormittag indes gab der junge Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht Entwarnung. „Das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte er. „Ich bin nur umgeknickt, halb so wild.“ Stendera will an diesem Donnerstag wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen und ist guter Dinge, am Samstag mithelfen zu können, wenn die Eintracht beim FC Augsburg den nächsten Schritt zum Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gehen möchte – nachdem mit dem dramatischen Happy End in letzter Minute gegen den VfL Wolfsburg ein guter Rückrunden-Anfang gemacht worden ist: „Wir fahren mit dem Ziel dahin, die drei Punkte zu holen, und wir wollen anknüpfen an die zweite Halbzeit gegen Wolfsburg.“

Zwei andere werden diese Reise hingegen ganz gewiss nicht mitmachen. Stefan Reinartz wurde gestern in Berlin wegen seiner hartnäckigen Leistenbeschwerden operiert. Und David Kinsombi verlässt die Eintracht ganz. „Das war ein Wunsch von ihm, dem wir entsprochen haben“, berichtete Trainer Armin Veh. „Er hat sich bei uns immer ordentlich verhalten.“ Aber eben auch keine große Perspektive. Der 20-jährige Innenverteidiger hat bei Zweitligist Karlsruher SC unterschrieben, wird allerdings bis zum Saisonende noch an Drittligist 1. FC Magdeburg ausgeliehen.

Ein anderer Frankfurter wiederum dürfte sich in Augsburg erst einmal auf der Bank wiederfinden: Haris Seferovic, von Veh gegen Wolfsburg zur Pause ausgewechselt und danach wegen „Egotrips“ und wiederholt schwachen Leistungen in den Senkel gestellt. Beim ersten vollen Mannschaftstraining danach war er nicht in der ersten Auswahl. Im Übungskick Zehn gegen Zehn fehlte am Mittwoch aus der Formation, der gegen die „Wölfe“ in der zweiten Halbzeit die Wende zum 3:2 (0:1)-Sieg gelang, nur der angeschlagene Stendera. Der am Sonntag für Seferovic aufs Feld gekommene Marco Fabian, da schon ein Aktivposten, war hingegen auch bei dieser Gelegenheit für gelungene Überraschungen gut. Innerhalb von drei, vier Minuten erzielte er in dem Spielchen drei Tore, das letzte ein feiner Freistoß. Und zwischendrin streute er eine Torvorlage ein.

Veh wollte das nicht allzu hoch hängen. Recht wahrscheinlich aber ist, dass Neuzugang Fabian gegen Augsburg erstmals in der Startelf steht. An Seferovic ist es nun, sich mit ordentlichen Trainingsleistungen wieder anzubieten. Am Mittwoch zeigte er nach dem offiziellen Teil des Programms guten Willen und übte mit ein paar Kollegen Torschüsse, bei einem Gespräch mit Sportdirektor Bruno Hübner soll er sich auch eine Entschuldigung für sein Verhalten abgerungen haben.

Die Mannschaft beschäftigt sich ohnehin nicht groß mit der schlagzeilenträchtigen Debatte um ihren Stürmer, berichtete Marc Stendera. „Das ist kein Thema bei uns und kein Problem“, meint er. „Wir haben genug andere Gesprächsthemen.“ Zum Beispiel, wie sich die unterirdische erste Hälfte vom Sonntag erklären lässt, die der Wende mit den drei Toren von Alexander Meier voranging. „Das ist eine Sache des Selbstvertrauens“, glaubt Stendera. „Das müssen wir uns erst wieder erarbeiten.“ Der Erfolg gegen den Champions-League-Achtelfinalisten aus der Autostadt hilft da natürlich auch, unabhängig davon, wie viel Fortune dafür nötig war.

Stendera selbst hatte Glück im Unglück, ein Fehltritt vor der Pause blieb ohne allzu schlimme Folgen. Vor dem Rückrundenstart hatte ihn eine Grippe etwas ausgebremst, nun der leicht lädierte Knöchel. Sein Fitnesszustand bereitet dem Strategen aber keinen Kummer, obwohl am Sonntag am Ende die Luft knapp wurde angesichts des Trainingsrückstandes. Und obwohl er wegen eines Kreuzbandrisses fast ein ganzes Jahr verpasste, absolvierte der 20-Jährige dabei schon sein 50. Bundesligaspiel. In der Eintracht-Geschichte waren bei dieser Marke nur Charly Körbel, Ralf Falkenmayer und Armin Kraaz jünger. „Das ist etwas, worauf man stolz sein kann“, meint er.

Womöglich gibt es dazu im Sommer noch einen anderen Grund. Weil alle Olympia-Teilnehmer seit dem 25. Januar für Doping-Tests angemeldet sein müssen, hat der Deutsche Fußball-Bund bereits einen sehr weit gefassten, vorläufigen Kader aufgestellt – mit Stendera. „Ich musste meine Adresse angeben, weiß aber auch noch nicht genau, wie das läuft“, erklärt er. Vorläufig hat er ohnehin anderes im Sinn. „Wir müssen jetzt erstmal die Saison gut überstehen“, sagt Marc Stendera. Augsburg ist noch näher als Rio de Janeiro.

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