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Zurück zur Arbeit: Eintracht-Trainer Adi Hütter (links) bittet Luka Jovic und Co. wieder auf den Übungsplatz.

Eintracht Frankfurt

Die Adler müssen in der Vorbereitung auf die Rückrunde einen schwierigen Spagat  bewältigen

Die Eintracht nimmt wieder die Arbeit auf. Trainer Hütter muss sich genau überlegen, wie stark er seine Spieler in der Vorbereitung auf die Rückrunde fordert.

So ein Körper eines Fußballprofis muss doch schon ziemlich viel aushalten. Da sind in erster Linie natürlich die vielen Spiele, bei den Akteuren von Eintracht Frankfurt waren es in dieser Saison schon 25 an der Zahl. Da sind die intensiven Zweikämpfe, die wuchtigen Kopfballduelle, manch übler Tritt der Konkurrenz. Und natürlich auch die noch viel häufigeren, manchmal sicher ein bisschen öden Trainingseinheiten. Alles ganz schön schlauchend so auf Dauer – kann man sich zumindest zusammenreimen.

Wenn Trainer Adi Hütter heute seine Jungs erstmals im neuen Jahr an der Arena im Stadtwald versammelt und ab 15 Uhr zur öffentlichen Trainingseinheit auf den Platz bittet, dann dürfte das die Spieler bei aller professioneller Einstellung schon ein bisschen Überwindung kosten. Nur elf Tage kurz war das Winterpäuschen (So verbringen die Spieler von Eintracht Frankfurt ihren Urlaub) seit dem 0:3 gegen den FC Bayern. Es waren elf Tage voller Weihnachtsfeiereien und Silvesterknallereien, auf verzückenden brasilianischen Atlantikinseln, am Persischen Golf von Abu Dhabi oder in den himmelblauen Fluten der Malediven.

Heute also werden sie sich ganz dick einpacken müssen für die eineinhalb Stunden bei ekligen zwei Grad, eine verschnupfte Nase, das muss nicht sein. Schon gar nicht, wenn es morgen direkt wieder ins Warme geht, in den Süden der USA, nach Tampa in Florida, zwischen 22 und 26 Grad angenehm. An den Ort, an dem sich Eintracht Frankfurt vom 4. bis 13. Januar auf die Rückrunde vorbereitet, die gerade mal sechs Tage später, am 19. Januar, mit der Heimpartie gegen den SC Freiburg wieder beginnt.

Anders als bei Kovac

„Das ist eine sehr kurze Zeit, um topfit zu werden“, sagte Hütter unlängst. Dem Anführer der Florida-Reisegruppe steht in den kommenden zwei Wochen der schwierige Spagat bevor, die Seinen zum einen auf ein hohes körperliches Niveau zu bringen, es zum anderen aber nicht zu übertreiben. Er muss sie ein bisschen härter rannehmen als im täglichen Trainingstrott, er wird seinen Kader, der wohl komplett – also auch mit Wechselkandidaten wie Marco Fabian oder Branimir Hrgota – den Flug antreten wird, gewiss ins Schwitzen bringen unter amerikanischer Sonne. Die Spieler bis an den Anschlag zu fordern, wäre aber sicher der falsche Ansatz. Das haben nicht zuletzt die vergangenen beiden Spielzeiten unter Hütters Vorgänger Niko Kovac bewiesen. Da standen die Frankfurter in der Bundesliga-Winterpause ähnlich gut da. Anfang 2017 mit 29 Zählern, im Januar 2018 mit 26, diesmal sind es 27.

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Im zweiten Saisonabschnitt aber ließen die Hessen im Punktspielbetrieb Woche für Woche nach. Die Beine wurden schwerer und schwerer, die Leistungen dürftiger und dürftiger, die Punkteausbeute schlechter und schlechter. Gerade noch sprangen die Positionen elf und acht am Saisonende heraus.

Nun ist Adi Hütter ein Trainer, der seine Spieler im Vergleich zu Kovac sowieso nicht ganz so schlimm leiden lässt. Seine Einheiten sind kürzer, fast nie länger als die selbst bei Amateuren üblichen 90 Minuten. Auch verzichtet er auf lange Läufe, setzt lieber intensive Spielformen in eng abgesteckten Feldern an. Daher ist davon auszugehen, dass die Eintracht-Profis auch in Florida nicht plötzlich joggend den Strand hoch- und runtergejagt werden, schließlich wirkte die Mannschaft in der zweifelsohne kräfteraubenden Hinserie nur ganz selten müde – des Trainers Konzept scheint also zu funktionieren.

Maximal noch 26 Spiele

Die Eintracht erwartet wie schon in den vergangenen Jahren eine Rückserie der Chancen. 27 Punkte sind ein guter Ausgangswert, Rang sechs sowieso. Die erneute Qualifikation für die Europa League sollte das Ziel sein – sie ist es im Selbstverständnis der Hütterschen Mannschaft vielleicht sogar, gerade weil Konkurrenten wie Leverkusen ein bisschen oder Schalke ein bisschen mehr zurückhängen. Und natürlich ist da auch noch die Europa League. Die wartet im Februar im Sechzehntelfinale zwar mit einem schwierigen Gegner, nach Rang eins in der Gruppenphase wohl sogar mit dem schwierigsten zu bekommenden auf, nämlich Schachtjor Donezk. Chancenlos sind die Frankfurter aber gewiss nicht, ist die Vorfreude auf weitere Europa-Reisen doch derart riesig, dass die Flügel der Adler noch kräftig an Spannweite gewinnen könnten.

Die Körper der Profis werden also ab heute wieder einiges aushalten müssen. Zweikämpfe, Kopfballduelle, Trainingseinheiten und vor allem viele, viele Spiele. Mindestens 19 bis zum Saisonende, im besten Fall sogar eines mehr als in der so anstrengenden Hinrunde. Das Endspiel der Europa League im aserbaidschanischen Baku am 29. Mai, es wäre Nummer 26.

Info: Wiedwald nach Duisburg verliehen

Die Rückkehr dauerte fürs Erste zumindest nur ein halbes Jahr, Felix Wiedwald heuert bei einem anderen ehemaligen Arbeitgeber an: Der 28-jährige Torwart, der bei der Frankfurter Eintracht über einen Stammplatz auf der Tribüne nicht hinauskam, wird bis zum Ende der Saison an den abstiegsgefährdeten Zweitligisten MSV Duisburg verliehen, für den er schon von 2011 bis 2013 spielte. „Felix ist ein absoluter Profi und hat sich trotz der schwierigen Situation bei uns immer entsprechend verhalten. Es ist nur logisch und sinnvoll, dass er mehr spielen möchte“, erklärte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. In Frankfurt, wo Wiedwald von 2013 bis 2015 bereits Ersatztorwart war, hatte er im Sommer bis 2021 unterschrieben, eigentlich als Stellvertreter für den als neue Nummer eins eingeplanten Frederik Rönnow vorgesehen. Dann aber kam auch Kevin Trapp zurück – und Wiedwald rutschte in der internen Frankfurter Torhüter-Rangliste noch hinter Jan Zimmermann an die vierte Stelle

(red)

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