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Eintracht Frankfurt und die Geldstrafen

Warum das BGH-Urteil zu Krawallmachern gut ist - aber ein großes Problem hat

  • VonKlaus Veit
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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Donnerstag ein gutes Urteil gefällt. Wenn Vereine vom Verband verhängte Geldstrafen bezahlen müssen, können sie nun Schadenersatzforderungen an die Verursacher stellen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Donnerstag ein gutes Urteil gefällt. Wenn Vereine vom Verband verhängte Geldstrafen bezahlen müssen, können sie nun Schadenersatzforderungen an die Verursacher stellen. Wer in Zukunft also einen Böller wirft oder eine Rakete im Stadion zündet, der kennt nun die Gefahr: Es kann ihn finanziell ruinieren.

So weit die Theorie. Denn die Praxis sieht häufig anders aus. Viele Täter können

nicht identifiziert werden, entsprechend können sie auch nicht zur Kasse gebeten werden. Und wenn sie wie in dem Kölner Fall doch habhaft gemacht werden können, dann folgt ein großes juristisches Nachspiel. Der BGH hat nämlich nicht entschieden, dass der Täter wirklich die vom 1. FC Köln geforderten 30 000 Euro bezahlen muss. Das OLG Köln muss sich erneut mit dem Fall befassen und dabei auch einschätzen, ob ein stark alkoholisierter und unter Drogen stehender Täter schuldfähig ist.

Wie gesagt: Es ist gut, dass für die Vereine nun Rechtssicherheit besteht. Ob sie diese auch durchsetzen wollen, müssen sie von Fall zu Fall entscheiden. Für einen Bundesligisten sind 30 000 Euro zwar ärgerlich, aber im Gegensatz zu einem Azubi oder Hartz-IV-Empfänger nicht Existenz bedrohend.

Eintracht Frankfurt hat deshalb vor zwei Jahren ein „Vereinsgericht“ installiert. Dort wird versucht, mit den Tätern eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Gemeinnützige Arbeit tut den – meist noch sehr jungen – Menschen auch weh. Aber sie müssen nicht jahrelang unter ihrer Dummheit, die rechtlich gesehen häufig lediglich eine Ordnungswidrigkeit ist, leiden.

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