SGE-Check: Borussia Dortmund

Warum die Eintracht das Pokalspiel gewinnen wird

11 Freunde-Autor Stephan Reich ist von Kindesbeinen an Eintracht-Fan. Vor jedem Spiel nimmt er den Gegner auf ganz besondere Weise unter die Lupe. Diesmal: Ein Pokal-Spezial zu Borussia Dortmund.

Theater. Und zwar nicht das gute, angenehme Fußballtheater à la Theatre of Dreams, sondern das schmutzige, unangenehme Theater á la öffentliche Trennung samt Schlammschlacht via Klatschpresse. Seit einigen Wochen hat der BVB nämlich eine Trainerdiskussion am Start, die mit Blick auf die sportliche Bilanz von Trainer Thomas Tuchel in etwa so notwendig ist wie eine Saunalandschaft in der Sahara. Nachdem Tuchel den Nachgang des Attentats auf den BVB-Bus eigentlich sehr souverän gemeistert hatte, wurde er dennoch von Boss Aki Watzke öffentlich angezählt, was bei Tuchel natürlich für Irritationen sorgte.

Nebenher soll der BVB zudem offensiv an Lucien Favre als neuem Trainer baggern, und das, obwohl Tuchel noch Vertrag bis 2018 und ein Pokalfinale vor der Brust hat. Insgesamt herrscht beim BVB also so viel Drama, dass man eine ganze Staffel "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" damit füllen könnte.

Ousmane Dembele. Der junge Franzose ist eine derartige Rakete, dass er in der Nasa-Betriebsmannschaft eigentlich besser aufgehoben wäre. In seiner Debütsaison hat der zwanzigjährige Linksaußen wettbewerbsübergreifend neun Tore geschossen und 21 vorbereitet, und nein, das war kein Tippfehler, der Mann hat wirklich 21 Tore vorbereitet. Bei der Eintracht wäre man also gut beraten, sich auf dem Schwarzmarkt spontan noch ein FLAK-Geschütz zu besorgen und als rechten Verteidiger auflaufen zu lassen. Denn wie sonst hält man so eine Rakete auf?

Ganz okay. Von den letzten zehn Spielen verlor die Borussia zwar derer drei, allerdings zwei davon gegen den AS Monaco beim Champions-League-Aus und eines gegen die Bayern in der Liga. In den letzten fünf Ligaspielen konnte der BVB jedoch nur bedingt überzeugen und spielte gegen Augsburg und Köln jeweils nur Remis. Und auch beim 4:3-Sieg gegen Werder Bremen am Wochenende wirkte die Borussia teilweise überforderter mit der Bremer Offensive als Guillermo Varela mit der Frage, wann ein passender Zeitpunkt ist, sich tätowieren zu lassen.

Der Legende nach hat sich der Ballspielverein Borussia Dortmund bei seinen Namen von einem, na klar, Bier inspirieren lassen. Das Borussia-Bier war die favorisierte Marke der Bergbau- und Stahlarbeiter, als der Klub 1909 von rund 50 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben wurde, soll ein Reklameschild der Borussia-Brauerei die Ur-Borussen auf den Namen gebracht haben.

Kurioserweise war die Brauerei bereits 1909 in Konkurs gegangen, aber immerhin: Die Mitglieder trafen sich zur Gründung passenderweise in einer Kneipe, dem "Wildschütz".  

Exklusive Aufnahmen von Watzke und Tuchel!

Körnige Bildqualität, eine Champions League, die noch taufrisch und kein ausgenudeltes Marketingprodukt war, Zinedine Zidane und Christian Vieri auf der einen, Andy Möller und Paolo Sousa auf der anderen Seite, Kalle Riedle mit zwei Toren, ein blutjunger Alessandro del Piero, der per Hacke trifft, schließlich der Jahrhundertlupfer von Lars Ricken: Der Gewinn der Champions League 1997 wird wohl für immer die Sternstunde des BVB bleiben:

Wegen eines Marketingdeals mit der neu eröffneten Borussia-Brauerei kommen die Dortmunder leicht angetüdelt auf den Platz und sind erst wieder komplett nüchtern, als Alex Meier zum 1:0 getroffen hat. Ousmane Dembele kann zwar ausgleichen, das Tor wird aber zurückgenommen, als sich herausstellt, das Dembeles Schuhe mit einem raffinierten Raketenantrieb versehen sind.

Ein klarer Regelverstoß des Dortmunders, der dafür vom Platz fliegt. Taktisch darauf reagieren kann Thomas Tuchel leider nicht, da er in eine längeres Handgemenge mit Aki Watzke verwickelt ist. Der in der Schussphase eingewechselte Lars Ricken bekommt dann zwar noch seine Chance zum Ausgleich, sein Lupfer streicht aber haarscharf über das Frankfurter Gehäuse. Eintracht Frankfurt gewinnt 1:0.

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