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?Nur nicht nachlasssen?: Niko Kovac zeigt seinen Eintracht-Spielern, wo es langgeht.

Eintracht Frankfurt

Warum Kovac vor dem Freiburg-Spiel in der Tabelle nach unten sieht

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Allzu große Euphorie lässt Trainer Kovac bei der Eintracht trotz des gelungenen Saisonstarts nicht aufkommen. Auch in Freiburg will er nur eines: Weiter weg vom Tabellen-Keller.

Die Reise in den Breisgau fällt für die Frankfurter Eintracht mit einer Art Jubiläum zusammen, gleich doppelt sogar: Die Partie beim SC Freiburg an diesem Samstag (15.30 Uhr) ist ihr 800. Auswärtsspiel und insgesamt das 1600. in der Fußball-Bundesliga. Gleichzeitig ist es auch das sechste Spiel in der noch jungen Saison, und das ist für Trainer Niko Kovac möglicherweise wichtiger. Danach, hat er nämlich angekündigt, werde er ein kleines Zwischenfazit ziehen. So weit nur vorab: „Bis jetzt ist es gut“, meinte er gestern.

Tatsächlich steht die Eintracht, die nach der großen Runderneuerung doch als ziemliche Wundertüte erschien, weit besser da, als so mancher das vor dem ersten Anpfiff befürchtet hatte – und sie zeigt sich trotz der Umbrüche in der Mannschaft und drumherum schon als recht gefestigt. Der fünfte Platz ist für Kovac indes nicht mehr als eine „Momentaufnahme“.

Ob sein Blick in der Tabelle eher nach oben oder eher nach unten geht? „Nach oben ist für uns nicht relevant. Für uns geht es darum, den Abstand nach unten zu halten oder ihn möglichst sogar auszubauen“, antwortet der Trainer, auch mit Hinweis auf das schwere Oktober-Programm: Neben dem Besuch in Freiburg stehen noch die Auswärtsspiele in Hamburg und Mönchengladbach an und zwischendrin nur ein Heimspiel – gegen den großen FC Bayern. Mit zehn Punkten immerhin haben sich die Fast-Absteiger der vergangenen Saison bereits ein schönes Polster für schwerere Zeiten erarbeitet.

Am Monatsende indes kann das jetzt so schöne Bild schon wieder ganz anders aussehen. Überbordende Euphorie mag Niko Kovac ohnehin nicht aufkommen lassen, trotz des gelungenen Starts. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr positiv. Das darf aber nicht in zu große Lockerheit umschlagen“, mahnt er. „Wir haben noch nichts erreicht. Ich appelliere tagtäglich an die Spieler, nicht nachzulassen.“

Das gilt für die Trainingsarbeit wie für den Spielbetrieb. Trotz der bislang meist mehr als ordentlichen Auftritte hatte die Eintracht dabei durchaus auch schwächere Phasen – etwa beim jüngsten 3:3 gegen Hertha BSC nach der Pause, was prompt mit zwei Gegentreffern bestraft wurde. „Speziell vor diesen Toren haben wir dem Gegner zu viel Raum gelassen“, hat Kovac die Fehler noch einmal im Detail mit den Seinen aufgearbeitet. Auch beim 2:0 vor eineinhalb Wochen beim FC Ingolstadt hat ihm nicht alles gefallen. „Da haben wir die ersten Minuten verschlafen“, tadelt und mahnt er zur Besserung.

Bei Freiburgs jungen Wiederaufsteigern rechnet Kovac schließlich mit einem schwereren Brocken als zuletzt in Ingolstadt. „Freiburg ist mit die laufstärkste Mannschaft in der Bundesliga. Sie wird 90 Minuten Betrieb machen und uns körperlich alles abverlangen“, glaubt der Trainer und erwartet ein „intensives Spiel“. Für seine Eintracht gehe es da erst einmal darum, „den Kampf anzunehmen“. Darüber hinaus aber sollten auch spielerische Akzente gesetzt werden. „Wir wollen natürlich gewinnen, aber wir wissen, dass es nicht einfach wird“, betont der Frankfurter Fußballlehrer und erinnert: „Borussia Mönchengladbach, das eine sehr gute Mannschaft hat, hat dort verloren. Wir werden uns strecken müssen.“

Anders als sein geschätzter Freiburger Kollege Christian Streich, der nach einigen Ausfällen im Abwehrzentrum improvisieren muss (lesen Sie dazu unseren Extra-Artikel), kann Niko Kovac ganz allgemein aus dem Vollen schöpfen und speziell auch auf David Abraham bauen. Der Abwehrchef, der sich gegen die Hertha ein Innenband im Knie überdehnte, ist einsatzbereit. Einen letzten Belastungstest bestand Abraham gestern, das Abschlusstraining machte er danach mit – und kann zur Feier des Jubiläums mithelfen, den Abstand nach unten zumindest zu halten.

Die mögliche Aufstellung: Hradecky – Chandler, Abraham, Valejo, Oczipka – Huszti, Mascarell – Rebic, Fabian, Blum – Meier.  

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