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Zwei, die sich verstehen: Stefan Aigner (rechts) und Alexander Meier.

Eintracht Frankfurt

Weckruf an Rebell Seferovic

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Beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist der sofortige Verkauf des Stürmers keine Option.

In der vergangenen Saison hat Haris Seferovic zehn Tore für die Frankfurter Eintracht erzielt, dazu acht Torvorlagen gegeben. Eine gute Bilanz für den Stürmer, den sich die Eintracht für 3,2 Millionen an Real San Sebastian im Sommer 2014 geleistet hat. In dieser Saison hat nicht nur die Effektivität beim Torschuss, sondern auch die Leistung des 23 Jahre alten Schweizer Nationalspielers nachgelassen und zwar deutlich. Drei Treffer hat er erzielt in bisher fünfzehn Spielen, immerhin noch sechs vorbereitet. Daran hat sich der Streit mit dem Trainer entzündet. Armin Veh ist mit Seferovic nicht zufrieden, hat ihm nach dessen Auswechslung im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg „Egotrips“ vorgeworfen (wir berichteten). Seferovic hatte bockig reagiert, auch abfällige Gesten soll es gegeben haben. Dass er sich dann auf die Tribüne und nicht auf die Bank gesetzt hat, nimmt der Trainer ihm nicht wirklich übel. „Darum geht es nicht, das ist nicht so wichtig“, sagt Veh, „es geht darum, dass er seit Monaten keine wirklich guten Leistungen bringt.“

Seferovic müsse sich läuferisch und kämpferisch wieder mehr einbringen, fordert der Trainer, der fest davon ausgeht, dass es in dieser Transferperiode zu keinem Wechsel mehr kommen wird. Die Eintracht habe auch kein Interesse, den Schweizer herzugeben, zu dünn ist die Besetzung in der Angriffsspitze. Kein Wunder also, dass Sportdirektor Bruno Hübner die Angelegenheit am Dienstag für „erledigt“ erklärt hat. „Wir haben das intern geklärt, so wie wir es vor hatten“, sagte Hübner, „Haris wird ganz normal mittrainieren.“ Es habe auch kein Angebot für den Stürmer gegeben.

Für den Trainer liegt die Lösung der Probleme auf der Hand. „Es ist ganz einfach: Er muss mehr arbeiten“, sagt Veh. Seferovic solle sich ein Beispiel nehmen an Spielern wie Alexander Meier oder Stefan Aigner. Doch das könnte bei der Charakterstruktur des Spielers, der seit 2009 in sieben verschiedenen Vereinen gespielt hat, schwierig werden. Seferovic hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das ihm manchmal den Blick auf die Realität verstellt. Nicht gut angekommen ist intern auch, dass er das eine oder andere Mal hat verlauten lassen, er müsse für Alexander Meier mitlaufen. Eine Einschätzung, die durch keine Statistik gestützt wird. Und durch die Leistungen Meiers im Vergleich zu Seferovic ad absurdum geführt wird. Seferovic wird sich nun seinen Platz zurück erkämpfen müssen. Dass er am Samstag in Augsburg erste Wahl sein wird, ist unwahrscheinlich.

Womöglich betrachtet der Spieler die Kritik des Trainers ja als Weckruf. So wie es Aigner gemacht hatte. Es ist eine Woche her, dass Aigner beim Training in die B-Mannschaft musste. Der Trainer war mit der Leistung des Außen im Test gegen Braunschweig nicht zufrieden gewesen. Mijat Gacinovic sei in diesem Spiel „zehnmal agiler“ gewesen als Aigner. Dieser hatte darauf in der ihm eigenen Art reagiert. „Ein paar Gedanken“ habe er sich gemacht und als Konsequenz daraus beim Training noch mehr Gas gegeben. „Ich hatte eigentlich eine gute Vorbereitung und nur eine schlechte Halbzeit gegen Braunschweig“, blickt er zurück. Die Trainingsauftritte hatten dann dafür gesorgt, dass er gegen Wolfsburg doch gespielt hat. „Vielleicht wollte mich der Trainer provozieren und das hat ja gewirkt“, sagt Aigner eine Woche später, „aber ich brauche das nicht immer.“

Aigner hat gegen die „Wölfe“ gut gespielt, war einer der Garanten für den Umschwung nach der Pause. Die Treffer zum 1:1 und 2:1 von Alexander Meier hat er vorbereitet. Wie er überhaupt am liebsten Meier einsetzt. Sieben seiner letzten neun Torvorlagen hat Aigner Meier gegeben, ein kurioser Wert. Da haben sich zwei gesucht und gefunden. „Alex ist einfach Wahnsinn“, sagt Aigner dazu.

(pes)

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