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Hängende Köpfe, betretene Mienen: Die Frankfurter Luka Jovic (von rechts), Jonathan de Guzman und Filip Kostic sind nach dem Abpfiff bedient.

Eintracht Frankfurt

Ein wenig Angst geht bei der Eintracht um

Zu viele Gegentore, Schwächen bei Standards, Mangel an Qualität im Mittelfeld: Bei der Eintracht gibt es viele Baustellen.

Die ganze Frankfurter Malaise nach nur fünf Spieltagen und dem Abrutschen in die unangenehmen Gefilden der Tabelle der Fußball-Bundesliga hat der Trainer Adi Hütter fein säuberlich in zwei Sätzen verpackt: „Wir schießen zu wenig Tore. Wir kriegen hinten zu leicht Tore.“

Sehr viel treffender kann man es nicht ausdrücken. Und deshalb geht im Frankfurter Stadtwald schon ein wenig die Angst um, relativ früh in der Saison ins Hintertreffen zu geraten. Das nächste Heimspiel, bereits am Sonntag (15.30 Uhr) gegen die noch schwächer gestarteten Hannoveraner, gewinnt da mal wieder wegweisenden Charakter. Ein Heimsieg, er wäre der erste in dieser Runde, wäre dringend geboten, um erste Sorgenfalten verschwinden zu lassen. „Ich bin keiner, der den Kopf in den Sand steckt, aber am Sonntag steht ein sehr, sehr wichtiges Heimspiel an“, formulierte der Fußballlehrer.

Auch vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass die Verantwortlichen, also Hütter und Sportdirektor Bruno Hübner, nach den 90 Minuten im Borussia-Park eher auf Schadensbegrenzung bedacht waren und die Partie ein wenig zu sehr in rosaroten Farben malten. Unisono sprachen beide von „einer unnötigen Niederlage“ und davon, dass „wir eigentlich ein ganz gutes Auswärtsspiel gemacht haben“ (Hübner). Allein die mangelhafte Verwertung der „hochkarätigen“ Tormöglichkeiten müsse man sich ankreiden lassen. „Wir haben uns nicht belohnt“, befand der Sportdirektor, „wir lassen zu viele Punkte liegen.“ Auf diese gemeinsame Sprachregelung hatten sich die beiden Funktionäre am Mittwochabend offenbar verständigt.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es sehr lange allein Kevin Trapp im Tor zu verdanken war, dass die Hessen nicht schon vorher heillos in Rückstand geraten waren. Und zu den Fakten gehört zudem, dass die Eintracht bisher bei der Verwertung der Möglichkeiten sogar das viertbeste Team stellt – allerdings kreiert die Elf aus dem Stadtwald viel zu wenige Chancen. In fünf Bundesliga-Partien boten sich ganze 19 Gelegenheiten, nur der VfB Stuttgart kam noch seltener zu Torabschlüssen, deren 15.

Im Grunde hakt es bei Eintracht Frankfurt an vier Stellen: Da ist zum einen der eklatante Mangel an spielerischer Qualität im offensiven Mittelfeld. Es fehlt einer mit Ideen, einer, der Impulse setzt. „Fußballerisch haben wir nicht gut gespielt“, räumte selbst Hütter ein. Ein gepflegter Spielaufbau ist kaum zu erkennen, der „letzte Pass kommt nicht“ (Gelson Fernandes) oder viel zu ungenau. Mijat Gacinovic ist, bei allem Bemühen, überfordert mit der Position des Gestalters, er wirkt nach wie vor ein wenig zu juvenil in seinen Bemühungen.

Aus dem spielerischen Mangel folgt: Die eigentlich bestens besetzte Angriffsreihe mit Filip Kostic, Haller und/oder Luka Jovic sowie Ante Rebic, der in Gladbach gleich sein erstes Tor markierte, hängt in der Luft, wird überhaupt nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt. Das Angriffspotenzial wird nicht abgerufen, liegt brach.

Zweitens ist die zwei Jahre lang relativ stabile Hintermannschaft löchrig geworden. Lediglich Aufsteiger 1. FC Nürnberg hat bislang mehr Gegentore (10) gefangen als Eintracht Frankfurt (9). Zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Runde hatten die Hessen lediglich drei Gegentore nach fünf Partien erhalten, sechs weniger als heute. Zuletzt schien die Eintracht wieder nickliger zu spielen. Doch die Partie in Gladbach sei „ein Schritt zurück“ (Willems) gewesen. Am Niederrhein gab es nicht eine einzige Gelbe Karte.

Dazu gesellt sich, drittens, die Schwäche bei Standards. Im Borussia-Park kassierte die Eintracht ihr fünftes Gegentor nach einem ruhenden Ball. Andererseits sind Standards der Eintracht kläglich harmlos.

Schließlich, viertens: Für was steht die Mannschaft eigentlich? Wo ist die gemeinsame Spielidee? Die Eintracht ist nicht Fisch, nicht Fleisch, irgendwie gefangen im Nirgendwo. Sie ist auf der Suche nach der rechten Balance. Sie sollte sie relativ bald finden. Ungemütlich genug ist es schon.

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