Eintracht Frankfurt

Wenn Trapp geht: Kommt dann der BVB-Keeper?

  • VonPeppi Schmitt
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Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat Heinz Lindner verpflichtet. In den Kader kommt Bewegung.

Der zweite Neuzugang der Frankfurter Eintracht ist perfekt: Nach Mittelfeldspieler Stefan Reinartz, der von Bayer Leverkusen kommt, steht nun auch der Wechsel von Heinz Lindner fest. Der österreichische Nationaltorwart kommt ablösefrei von Austria Wien und hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. „Ich bin voller Euphorie und Begeisterung“, sagte er am Mittwoch, nachdem er die letzten Formalien abgewickelt und auch den Medizincheck hinter sich gebracht hatte.

Der 24 Jahre alte Torwart sollte ursprünglich als Nachfolger für Felix Wiedwald (zu Werder Bremen) geholt werden, doch durch die neuesten Entwicklungen ist die zukünftige Torwart-Hierarchie bei der Eintracht völlig offen. Denn der Wechsel von Stammkeeper Kevin Trapp zu Paris St. Germain ist ein ganz heißes Thema. „Natürlich würde ich Kevin gerne behalten“, sagt der neue Trainer Armin Veh, „aber ist alles eine Frage des Preises.“

Bieten die von einem Scheich aus Katar finanzierten Franzosen eine Ablöse in Höhe von rund zehn Millionen Euro und will Trapp die Herausforderung beim Champions-League-Teilnehmer annehmen, wird die Eintracht ziemlich sicher dem Transfer zustimmen.

Der 1,88 Meter große Lindner hätte dann zwar keine freie Bahn zwischen den Frankfurter Pfosten, aber gute Möglichkeiten, die „Nummer eins“ zu werden. „Ich kenne ihn gut“, sagt Veh, „er hat Klasse und Niveau.“ Fest steht freilich, dass die Eintracht bei Trapps Weggang einen weiteren erfahrenen Schlussmann zu den drei jungen Lindner, Emil Balayev (21) und Yannick Zummack (19) verpflichten wird. Möglich, dass dann der Dortmunder Weltmeister Roman Weidenfeller zum Thema werden könnte.

Es ist viel Bewegung im Eintracht-Kader. Der neue Trainer hat klare Vorstellungen und arbeitet mit Sportdirektor Bruno Hübner daran, diese umzusetzen. Basis der Planungen sind nun Abklärungen im eigenen Kader. Dass Carlos Zambrano bleiben soll, ist für den Trainer selbstverständlich. „Ich will keine guten Spieler abgeben“, sagt Veh. Der Vertrag des Peruaners, der bei der Copa America spielt, läuft zwar Ende des Monats aus, doch ist die Eintracht weiter zuversichtlich, dass der 25 Jahre alte Abwehrchef im Juli einen neuen Vertrag unterschreiben wird. Weiter offen ist, ob der Vertrag von Alexander Madlung verlängert wird. Die Tendenz geht zwar dahin, „doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt Manager Hübner.

Auf ein Geduldsspiel muss sich die Eintracht bei ihren Bemühungen um eine Rückkehr von Sebastian Jung aus Wolfsburg einstellen. Zumindest zu Beginn der Vorbereitung wird der Außenverteidiger seine Chance beim Champions-League-Teilnehmer suchen. Sollte es nicht klappen, so wie im letzten halben Jahr, würden die Chancen der Eintracht steigen. Veh macht kein Hehl daraus, „dass ich Sebi gerne wieder hätte“. Patrick Ochs ist dagegen kein Thema. Der Münchner Nachwuchsstar Mitchell Weiser hat sich derweil für Hertha BSC entschieden und kann damit von der Liste gestrichen werden.

„Neuzugang“ Flum

Auch auf den Außenbahnen im Mittelfeld und im Angriff sucht die Eintracht Verstärkungen. In der Zentrale dagegen sieht der neue Coach die Mannschaft nach der Verpflichtung von Reinartz gut aufgestellt. Zumal auch Johannes Flum im Grunde als Neuzugang gelten kann. Aus Freiburg hatte Veh ihn 2013 geholt und zum Stammspieler aufgebaut. Unter Vehs Nachfolger war Flum in der Versenkung verschwunden, hatte sich in der Konsequenz mit Abwanderungsgedanken getragen. Davon ist nun keine Rede mehr. „Es gibt keinen Grund, ihn abzugeben“, sagt Veh.

Wie groß der Handlungsbedarf im Angriff ist, hängt von der Zukunft von Vaclav Kadlec ab. Die Eintracht wäre bereit, dem tschechischen Nationalspieler eine neue Chance zu geben, sie wäre aber auch bereit, ihn abzugeben. Kadlec, zuletzt an Sparta Prag ausgeliehen, hat ein Angebot aus Midtjylland. Würden die Dänen eine Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro bezahlen, dürfte Kadlec gehen. Dann müssten sich die Frankfurter um zwei neue Angreifer bemühen. Wunschkandidat Anthony Modeste (TSG Hoffenheim) hat sich inzwischen für den 1. FC Köln entschieden.

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