+
Sebastian Rode versucht mit dem Ball zwischen Thomas Delaney (l) und Jadon Sancho von Dortmund hinduch zu kommen.

Eintracht Frankfurt

Wertvoller Punkt: Forsche Eintracht trotzt der "feineren Klinge"

Auch gegen Deutschlands Top-Team Dortmund überzeugt das Frankfurter Sturmtrio um Torjäger Jovic. Die Eintracht bleibt 2019 ungeschlagen, Trainer Hütter ist erstmals nach der Winterpause richtig zufrieden.

Adi Hütter adelte Borussia Dortmund als "die stärkste Mannschaft" der Bundesliga und erntete von Kollege Lucien Favre nur ein süffisantes Grinsen. Doch mit dem Extralob für den BVB äußerte der Trainer von Eintracht Frankfurt auch die ausdrückliche Wertschätzung für seine eigene Mannschaft.

"Wenn die Leistung so ist wie heute, können wir mit den Top-Teams mithalten. Wir haben das Glück gehabt, aber die Mentalität hat mir sehr gut gefallen", urteilte der Österreicher Hütter nach dem rasanten 1:1 (1:1), bei dem sich der Pokalsieger den Punktgewinn gegen den Spitzenreiter redlich verdient hatte.

Nach zwei durchwachsenen Auftritten beim 3:1 gegen Freiburg und dem 2:2 in Bremen bot Frankfurt am Samstag erstmals in diesem Jahr eine Leistung, die an die starke Hinserie erinnerte. "Dortmund hat die feinere Klinge, aber wir haben bis zur letzten Minute gefightet. Ich konnte diesmal absolut zufrieden sein", urteilte Hütter, der selbst gegen den Liga-Primus mutig auf sein Sturmtrio Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastién Haller gesetzt hatte und dafür belohnt wurde.

Jovic, der mit Magenproblemen auszufallen drohte, schoss das wichtige 1:1 nach dem Führungstreffer von Marco Reus und sorgte so für das 42. Tor der "Büffelherde", wie das Eintracht-Sturmtrio genannt wird. "Es ist ein Punkt, der uns gut tut", sagte der Coach, der BVB-Leihgabe Sebastian Rode und den beim FC Augsburg aussortierten Martin Hinteregger ebenfalls in seine Startelf berufen hatte. Auch diese Überlegungen gingen auf: Rode überzeugte als Dauerläufer, Hinteregger machte den BVB-Angreifern um Reus und Jadon Sancho das Leben schwer. "Ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung", sagte Hütter.

Nach 20 Spielen nimmt die Eintracht als Tabellenfünfter weiter Kurs auf eine weitere Europa-League-Saison. "Wir haben einen Punkt mit guter Leistung geholt. Das war im Hinblick auf die nächsten schweren Spiele wichtig", sagte Rückkehrer Rode, der wie die drei Stürmer und Flügelspieler Filip Kostic für eine exzellente Transferpolitik von Sport-Vorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner steht. Mit dem gereiften Team sollen auch die nächsten Herausforderungen in Leipzig, gegen Gladbach und im Europa-Vergleich mit Schachtjor Donezk gemeistert werden.

"Jetzt müssen wir so weitermachen, damit wir in den kommenden Wochen eine Chance habe", erklärte der Schweizer Mittelfeldspieler Gelson Fernandes. Es sind stressige Wochen der Wahrheit für Hütters Team, das wie in Bremen Moral bewies und auch nach einem Rückstand nicht aufsteckte.

Ein Kompliment gab es so auch vom Tabellenführer. "Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Frankfurt steht nicht umsonst da oben", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc anerkennend. Er wusste, dass das Gastspiel beim Pokalsieger auch mit einer Niederlage hätte enden können - wenn der Kroate Rebic eine seiner vielen Chancen zum 2:1-Siegtor genutzt hätte.

Von Patrick Reichardt (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare