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Zurück vom Abstellgleis

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Von: Peppi Schmitt

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Langsam wieder auf dem Vormarsch: Im Eintracht-Training hat Mijat Gacinovic zuletzt schon wieder gezeigt, was er kann.
Langsam wieder auf dem Vormarsch: Im Eintracht-Training hat Mijat Gacinovic zuletzt schon wieder gezeigt, was er kann. © Heiko Rhode (Heiko Rhode)

Ob er noch ein Trumpf im Abstiegskampf wird? Zumindest ist Mijat Gacinovic wieder ein Thema – wieder gegen Mainz.

Über Mijat Gacinovic wird bei der Frankfurter Eintracht länger diskutiert als er auf dem Platz steht –daran hat sich auch in tiefster Abstiegsnot nichts geändert. Was nicht die Schuld des jungen Mannes ist. Im Sommer haben die Frankfurter den inzwischen 21 Jahre alten Serben von Vojvodina Novi Sad geholt und für ihn stolze 1,2 Millionen Euro ausgegeben. Mit dieser für den Noch-Bundesligisten ungewöhnlichen hohen Summe begannen die Debatten. So viel Geld für einen so jungen und weitgehend unbekannten Fußballprofi?

Er sei eine „Investition für die Zukunft“, sagte damals Sportdirektor Bruno Hübner. Unter dem vormaligen Trainer Armin Veh musste Gacinovic dann lange auf seinen ersten Einsatz warten. Genau bis zum 14. Spieltag, da stand er beim Hinspiel gegen den FSV Mainz 05 überraschend in der Anfangsformation. Auch bei Vehs Nachfolger muss sich Gacinovic lange gedulden. Bislang hat er noch gar nicht gespielt. Nun aber spricht Niko Kovac davon, „dass er gegen Mainz eine Alternative ist“. Gacinovic ist zurück vom Abstellgleis – und das wieder zum Rhein-Main-Treffen gegen Mainz, diesmal zum Rückspiel an diesem Sonntag (17.30 Uhr), für das schon knapp 50 000 Karten verkauft sind und das nicht zuletzt ein weiteres Schicksalsspiel im verzweifelten Kampf um die Bundesliga ist.

Gacinovic bringt im Grunde alles mit, was die Eintracht in der Not gebrauchen kann. Er kann dribbeln, ist flink, hat Herz. Da gibt es keine Unterschiede in den Einschätzungen der unterschiedlichen Trainer. „Mijat ist nicht in bester körperliche Verfassung zu uns gekommen. Die serbische Liga ist etwas anderes als die Bundesliga, er braucht Zeit“, erklärte Veh indes, warum er so lange wartete, Gacinovic ins Spiel zu bringen. Bis Ende November. Gacinovic war dann einer der wenigen Lichtblicke beim 1:2 in Mainz, durfte eine Woche später gegen Darmstadt wieder beginnen. Zur Halbzeit war Schluss, danach gab es nur noch mehr oder weniger kurze Einwechslungen. Und wieder Diskussionen.

Dass er vom neuen Trainer noch gar nicht nominiert wurde, liegt daran, dass Gacinovic zwischenzeitlich am Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankt war. Erst seit zwei Wochen ist er wieder dabei. Und in dieser Woche hat er schon mal mit den Stammspielern trainiert. Gacinovic in der Startelf? So weit geht Kovac nicht. „Für 90 Minuten reicht noch nicht“, sagt er, „ich hoffe, er ist bereit für die Bank.“ Das Leichtgewicht muss topfit sein, um sich gegen robustere Gegner durchsetzen zu können. Und da sieht Kovac nach der Krankheit Nachholbedarf.

Doch der Trainer weiß auch, was er an Gacinovic hat. „Er ist einer unserer besten Fußballer“, sagt er. „Er kann eins-gegen-eins gehen und so ein Spiel in Fluss bringen“, glaubt Kovac und überlegt, wie und wann und wo er das große Talent einsetzen kann. „Im Stadion vor 50 000 Zuschauern ist etwas anderes als beim Training.“ Er weiß nicht, ob Gacinovic dem Druck schon stand halten würde.

Personelle Not hat der Coach nicht. Gestern meldeten sich Marco Russ und Marc Stendera beim Training zurück. Beide können am Sonntag spielen. Carlos Zambrano wird heute ins Mannschaftstraining einsteigen. „Bei ihm sieht es viel besser aus“, sagt Kovac, „mal sehen, in welcher Verfassung er ist.“ Zumindest für einen Bankplatz könnte es bei Zambrano wieder reichen. Ebenso wie bei Mijat Gacinovic.

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