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Zwischen Liga und Pokalfinale: Ein schwieriger Spagat

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Von: Peppi Schmitt

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Nur nicht verletzen: Ante Rebic plagt sich bereits mit leichten muskulären Problemen.
Nur nicht verletzen: Ante Rebic plagt sich bereits mit leichten muskulären Problemen. © Heiko Rhode (Heiko Rhode)

Die Luft in der Bundesliga ist keinesfalls raus für die Frankfurter, versichert Assistenz-Trainer Armin Reutershahn.

„Es wird kein gutes Endspiel geben, wenn wir vorher keine guten Ergebnisse mehr erreichen“, hat Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac letzte Woche gesagt. Der Satz hat Gültigkeit für die letzten drei Bundesligaspiele vor dem Pokalfinale. In Hoffenheim haben sich die Frankfurter an die Aufforderung ihres Trainers gehalten, weiter konzentriert zu Werke zu gehen. Belohnt wurde das nicht, die 0:1-Niederlage war durchaus unglücklich. Das Saisonfinale bringt nun neue Herausforderungen. Die Eintracht kann noch Platz sieben und damit Europa erreichen, spielt zudem gegen zwei Abstiegskandidaten, den VfL Wolfsburg und Mainz 05, und hat alleine deshalb schon eine besondere Verantwortung. „Die Konkurrenten schauen auf uns“, sagte gestern Assistenz-Trainer Armin Reutershahn, „wir waren vor einem Jahr ja in einer ähnlichen Situation.“

Und das letzte Heimspiel gegen RB Leipzig hat für die Fans eine große Bedeutung. „Hier ist bei keinem die Luft raus“, versichert Reutershahn, „wir wollen in der Tabelle Schritt für Schritt weiter nach oben.“ Die Frankfurter werden also Woche für Woche vor der Frage stehen: Wie viel Risiko können wir eingehen vor dem Höhepunkt der Saison, dem Pokalendspiel am 27. Mai gegen Borussia Dortmund?

Erste Schritte von Meier

Wäre der Kader halbwegs komplett, würde es darüber keine Diskussionen geben. Doch in der aktuellen Situation bewegen sich die Frankfurter am Anschlag. Aus einer Verletzungswelle ist eine Verletzungsflut geworden, verstärkt durch Sperren wie aktuell nun David Abraham, der gegen Wolfsburg nicht spielen darf. Etwa ein Dutzend Spieler, die nicht eingesetzt werden können, stellen den Trainer Woche für Woche vor neue Herausforderungen. „Einfach kann jeder“ sagt Niko Kovac mit einem Schmunzeln. Dabei ist ihm nicht zum Lachen zumute.

Denn das Lazarett ist zuletzt noch voller geworden. Omar Mascarell hat wochenlang mir Spritzen und Tabletten gespielt, bis die Schmerzen an der entzündeten Achillessehne weitere Einsätze nun nicht mehr zulassen. Ob der Spanier bis zum Pokalendspiel wieder zurückkehren kann? Niemand weiß es, ähnlich wie bei Alexander Meier, der zwar endlich wieder erste Schritte auf dem Platz macht, aber noch nicht beschwerdefrei ist.

Viele andere Spieler scheinen mit ihren Kräften am Ende. Kleinere Blessuren entfalten dadurch große Wirkung. Mijat Gacinovic plagt sich mit muskulären Problemen, Ante Rebic ebenfalls. Branimir Hrgota war zuletzt magenkrank, andere wie Guillermo Varela (Knöchel) oder Andersson Ordonez (Wade) haben wohl nie ihre volle Leistungsfähigkeit erreicht. Taleb Tawatha fällt ebenfalls immer mal wieder aus, kaum dass er Fuß gefasst hat.

Immerhin, Gacinovic und Tawatha gehören in dieser Woche wieder zur Trainingsgruppe. Winter-Neuzugang Max Besuschkow kommt gerade aus einer Verletzung, genau wie Yanni Regäsel. Von ihnen ist nicht wirklich viel zu erwarten in den letzten Wochen.

Und da sind ja noch Marco Russ nach seiner Krebserkrankung und Marc Stendera nach einem Kreuzbandriss. Vorgesehen war, sie mit Kurzeinsätzen behutsam heranzuführen, im Grunde waren sie erst für die neue Saison eingeplant. Doch beide sind längst wieder mittendrin. Das ist gut für die Mannschaft und gerade in diesen Tagen hilfreich. Ob das auf Dauer trägt, bleibt offen.

Niko Kovac muss sich Tag für Tag vor den Trainingseinheiten mit Medizinern und Reha-Fachleuten abstimmen, wen er wie und wann belasten kann. Und er muss aufpassen, dass jene, die immer gespielt haben zuletzt, wie Bastian Oczipka, Timmy Chandler, David Abraham oder seit einigen Wochen auch wieder Marco Fabián, nicht überbeansprucht werden.

Das sind keine wirklich guten Aussichten, um beim Endspurt in die Erfolgsspur zurückzukehren. So ist wohl auch der totale Absturz zu erklären, den die Frankfurter nach der tollen Vorrunde hin bis zur schlechtesten Mannschaft der Rückrunde hinter sich haben.

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