Hier sind die Standorte der bisherigen 34 öffentlichen Toiletten zu sehen. Die interaktive Karte ist im Internet auf https://geoinfo.frankfurt.de/wc zu finden.
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Hier sind die Standorte der bisherigen 34 öffentlichen Toiletten zu sehen.

Klo-Offensive in Frankfurt

Neues Konzept in Frankfurt: 18 neue öffentliche Toiletten sollen Bürger und Touristen erleichtern

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Wer in der Neuen Altstadt dringend muss, der hat ein Problem - und nicht nur da. Es naht Abhilfe: Baudezernent Schneider legte nun ein lange angemahntes Konzept vor.

Frankfurt ‒ Erleichterung für Frankfurter und ihre Besucher bei dringenden menschlichen Bedürfnissen kündigt Baudezernent Jan Schneider (CDU) an. Er hat nach Angaben von Freitag sein Toilettenkonzept fertig. Dessen Erarbeitung litt lange unter chronischer Verstopfung.

Kern des Konzepts sind 18 neue Toilettenanlagen, wie der Dezernent schriftlich mitteilte. Dazu zählen neue Anlagen in der Bendergasse in der neuen Altstadt, am Fernbusbahnhof neben dem Hauptbahnhof und im Bethmannpark im Nordend. Nicht nur wünschten sich viele Bürger mehr öffentliche Toiletten, sagt Schneider. Handlungsbedarf ergebe sich auch aus der steigenden Zahl von Einwohnern und Touristen.

Öffentliche Toiletten in Frankfurt: Kosten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro

Beschlossen ist das vom Amt für Bau und Immobilien (ABI) erarbeitete Konzept freilich noch nicht: Schneider hat lediglich den ersten Schritt getan und das Vorhaben in den politischen Geschäftsgang gegeben. Damit müssen sich nun zunächst der Magistrat, anschließend Ortsbeiräte und Stadtverordnete damit befassen.

„Die Stadtverordneten können auf der Grundlage unserer Untersuchungen Prioritäten setzen“, erklärt Schneider. Denn den Bau der Bedürfnisanstalten muss die Stadt auch bezahlen. Für die 18 Standorte rechnet der Stadtrat mit Investitionskosten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. Erste Bestandteile des Konzeptes wurden auch bereits umgesetzt: So können zum Beispiel erstmals alle Standorte öffentlicher Toiletten in Frankfurt in einer interaktiven Karte unter https://geoinfo.frankfurt.de/wc eingesehen werden. Außerdem soll die Sauberkeit der Aborte besser werden. Dafür hat die Stadt zu Jahresbeginn und für 20 Jahre den Betrieb der 31 Toiletten an den kommunalen Entsorger FES übertragen.

Das Konzept sieht zudem vor, vorhandene Toiletten zu sanieren. Neben dem Neubau klassischer Toilettenanlagen denkt die Stadt auch über den Bau von Systemtoiletten nach. Nicht nur das: Für Aufsehen sorgt die Idee, Toilettenmodule an die traditionsreichen Wasserhäuschen anzubauen. Damit könnte den Kiosken ein zusätzliches Angebot ermöglicht werden. Allerdings lehnen SPD und Linke diese zusätzlichen Geschäfte ab: Sie stemmen sich dagegen, den Kioskbetreibern noch zusätzlich die Verantwortung für ein stilles Örtchen aufzubürden.

Öffentliche Toiletten in Frankfurt: Prinzip der Vertragstoiletten für Einzelhängler

Ausgeweitet werden soll das Prinzip der Vertragstoiletten, die Gastronomen oder Einzelhändler gegen eine Aufwandsentschädigung für die öffentliche Nutzung bereitstellen. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, intensiv zu untersuchen, wo Behörden, Museen und andere kommunale Einrichtungen ihre stillen Örtchen über den Kreis der Besucher hinaus für die Öffentlichkeit nutzbar machen könnten. „Wir machen auch Vorschläge, wie das Angebot ohne großen finanziellen Aufwand erweitert werden kann“, betont Schneider.

Neben den digitalen will der Dezernent auch die analogen Informationen über die Toilettenstandorte verbessern. So soll es eine Beschilderung geben, wo in der Nähe sich Geschäfte verrichten lassen.

In Ortsbeiräten und Stadtpolitik war Schneiders Toilettenkonzept seit Monaten intensiv eingefordert worden. Er hatte es ursprünglich bereits Ende 2018 vorlegen sollen. Zuletzt hatte der Dezernent im vorigen Sommer eine baldige Erledigung angekündigt.

Nicht nur die Toiletten-Situation in Frankfurt soll sich verändern: Ein Architekt machte einen spektakulären Vorschlag für Änderungen der Frankfurter Innenstadt. Er könnte das Ende der Zeil als Fußgängerzone bedeuten.

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