Schule

2000 Schüler mehr als noch vor einem Jahr

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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In fast allen Bildungsgängen steigen die Zahlen. Es gibt die ersten positiv getesteten Kinder nach den Ferien.

Frankfurt -Die Nachricht wundert nicht: Auch in Frankfurt gibt es jetzt, eine Woche nach dem Ende der Sommerferien, sieben positiv auf das Coronavirus getestete Schüler und 38 Verdachtsfälle. Zudem hat sich ein Lehrer mit dem Virus infiziert, fünf Pädagogen gelten als Verdachtsfälle. Das teilte gestern Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamts, auf einer Pressekonferenz zum Start des neuen Schuljahres mit. Es gebe auch Schüler, die noch an ihrem Urlaubsort weilen und dort auf ihr Testergebnis warten.

"Der Unterricht findet an den Schulen aber ganz normal statt", so Spyra. Weder stehe eine Klasse noch eine ganze Jahrgangsstufe unter Quarantäne. "Und bisher wurde auch noch keine Schule geschlossen." Die Amtsleiterin geht davon aus, dass sowohl die betroffenen Kinder als auch die Lehrkräfte nach den Ferien noch gar nicht in der Schule waren. "Aber jeder Verdachtsfall wird an das Gesundheitsamt gemeldet und die dortigen Mitarbeiter entscheiden dann, wie es weitergeht."

Angesichts der Gesamtzahl der Schüler in Frankfurt ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Kinder allerdings gering. Immerhin gibt es 102 000 Schüler in der Stadt. Davon besuchen 67 507 eine allgemeinbildende Schule. Das sind 2343 Schüler mehr als noch vor einem Jahr. Allein an den Grundschulen gibt es 1049 Kinder mehr, an den Gymnasien 1287 und an den Integrierten Gesamtschulen 615. In anderen Schulformen wie etwa den Förderschulen sind die Zahlen zurückgegangen. Die Privatschulen werden von 7421, die Berufsschulen von 27 641 Schülern besucht.

Bei den vorgelegten Daten handelt es sich zum Teil aber noch um vorläufige Zahlen, die auf Prognosen basieren. Die Zahlen der Privatschulen etwa werden dem Staatlichen Schulamt erst später vorgelegt.

Hier kommen dennoch die wichtigsten Erkenntnisse zum neuen Schuljahr zusammengefasst:

Die Bildungsstätten:In Frankfurt gibt es 166 Schulen. Davon bieten 99 ein Ganztagsangebot an. Das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium und die Kooperative Gesamtschule (KGS) Niederrad sind jetzt "Pädagogisch selbstständige Schulen". Das heißt: Sie können neue Wege in der Unterrichtsgestaltung gehen. Die Johanna-Tesch-Schule will sich auch um diesen Titel bewerben.

Die Wunschschule:Von insgesamt 5832 Kindern, die zu diesem Schuljahr von der vierten in die fünfte Klasse gewechselt sind, haben 380 keinen Platz an einer ihrer beiden Wunschschulen bekommen. 162 Kinder wurden einem Gymnasium oder einer Kooperativen Gesamtschule mit gymnasialem Zweig zugewiesen, 218 einer Integrierten Gesamtschule. Das waren deutlich weniger Kinder als noch in den vergangenen Jahren.

Recht und Gesetz:Nicht alle Eltern waren mit den Zuweisungen ihrer Kinder auf Schulen, die sie sich nicht gewünscht hatten, zufrieden. Deshalb musste sich das Staatliche Schulamt mit 50 Widersprüchen und vier Eilverfahren, die vor Gericht landeten, befassen. Aber auch das waren deutlich weniger als noch im Vorjahr. Damals gab es 164 Widersprüche und 32 Eilverfahren. Spyra führt den Rückgang auf das veränderte Verfahren bei der Vergabe der Plätze an den weiterführenden Schulen zurück. Neuerdings spielt das Los-Glück eine größere Rolle als in der Vergangenheit. "Die Zahlen zeigen, das Verfahren ist transparenter, die Akzeptanz bei den Eltern ist größer", so Spyra.

Inklusion:Während in den meisten Schulformen die Schülerzahlen steigen, gehen sie an den Förderschulen zurück. In diesem Jahr besuchen 1828 Kinder eine Förderschule, das sind 240 weniger als noch im Vorjahr. Ein ähnliches Bild liefern die Erstwünsche für die weiterführenden Schulen. Wollten im vergangenen Jahr noch 274 Kinder in die fünfte Klasse einer Förderschule wechseln, waren es jetzt nur noch 82. "Die Inklusion wird stärker angenommen", so Spyra.

Die Lehrer:Insgesamt gibt es in Frankfurt 5850 Lehrerstellen - 230 mehr als noch im vergangenen Jahr. Das heißt: Alle Schulen können den Grundunterricht abdecken. Um dem Lehrermangel an Grundschulen entgegenzuwirken, konnten in diesem Jahr erstmals 30 Lehrkräfte an Gymnasien eingestellt werden, die gleichzeitig auch an Grundschulen unterrichten werden.

Vorbereitung auf Zukunft:Kommt die zweite Welle? Wird Homeschooling wieder nötig sein? Das ist die große Frage. Das Staatliche Schulamt ist sich zumindest sicher, dass sich der Großteil der Lehrer digital fortbilden wird, um künftig seine Schüler auch von zu Hause aus besser unterrichten zu können. "Die Lehrkräfte werden von uns unterstützt, sich fortzubilden", sagte Spyra. Gezwungen werde allerdings niemand. Die Pädagogen hätten aber auch ein Interesse daran, mit ihren Schülern in Kontakt zu bleiben, vor allem die 2,9 Prozent der Lehrer, die als Risikopatienten gelten. "Wir sind da auf einem richtigen Weg." Julia Lorenz

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