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Wohnungsnot

3.000 Studenten warten in Frankfurt auf eine Wohnung

Wenn im Oktober die Vorlesungen wieder beginnen, fängt in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet für fast 17 000 junge Menschen das Studentenleben an. Viele müssen dafür ihre Heimat verlassen, doch die Suche nach einer neuen Unterkunft nach wie vor ein großes Problem.

„Tipps, wie die Wohnungssuche sicher klappt, kann ich nicht geben“, sagt Sylvia Kobus, Pressesprecherin des Frankfurter Studentenwerks. Der Wohnraum für Studierende in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ist begrenzt. 79 486 Studenten verzeichneten die Universitäten und Hochschulen in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Rüsselsheim und Geisenheim im Wintersemester 2017/18. Im Jahr zuvor waren es nur unwesentlich weniger. In den 46 Studentenwohnheimen von Studentenwerk, Kirchen oder Privatanbietern, die in diesen Städten laut der Wohnraumstatistik des Deutschen Studentenwerks im Januar 2017 zu finden waren, kamen allerdings nur 5420 Studenten unter. Das sind gerade einmal sieben Prozent. Mittlerweile ist die Zahl der Wohnheime zwar gewachsen, auf der Warteliste für einen Wohnheim-Platz des Studentenwerks Frankfurt stehen aber noch immer mehr als 3000 Personen.

Aus diesem Grund hat das Werk gemeinsam mit den Universitätsstädten und den jeweiligen Hochschulen zum Semesterbeginn erneut eine Kampagne für mehr studentischen Wohnraum ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Stark ins Studium starten“ rufen sie die Bürger in Frankfurt und der Region dazu auf, Studierenden günstige Wohnungen und Zimmer anzubieten. Auf der Homepage der Kampagne können Privatleute ihre Angebote für Studenten einstellen. „Das bringt wirklich viel. Die Seite ist mittlerweile sehr etabliert“, erklärt Kobus. Neben der Homepage, die bereits 2010 online ging, werden die Wohnungsangebote auch im Beratungszentrum des Studentenwerks auf dem Campus Westend ausgehängt.

Bedingungen an die Wohnungsangebote gibt es fast keine. „Uns ist nur wichtig, dass es private Wohnraumanbieter sind und keine Makler, die noch Provision verlangen“, erläutert Kobus. Auch eine finanzielle Obergrenze gibt es nicht. Die Studenten müssten selbst entscheiden können, wie viel sie für ihre neue Bleibe ausgeben möchten, so Kobus. Die Wohnraumangebote auf der Homepage sind nicht nur zu Beginn der Semester, sondern das ganze Jahr über verfügbar. Seit Beginn des Jahres wurden dort 259 Anzeigen eingestellt. „Wir wissen, dass das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, aber es gibt ja auch noch viele andere solcher Plattformen“, meint Kobus.

Wie notwendig solche Plattformen und vor allem die dort eingestellten Wohnraumangebote sind, wird erneut an den Zahlen deutlich: 16 953 Studenten haben zum Wintersemester 2017/18 ihre Studium an den Universitäten in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Rüsselsheim und Geisenheim begonnen. Allein an der Goethe Universität starteten 10 442 Studierende in ihr erstes Studiensemester. Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahre, werden es zum Wintersemester im Oktober wohl noch einmal mehr werden.

Neben dem fehlenden Wohnraum stellen aber auch die hohen Mieten die Studierenden vor Herausforderungen. Laut der Statistik des Deutschen Studentenwerks zahlen Studenten in Frankfurt durchschnittlich 50 Euro mehr Miete im Monat als im Bundesdurchschnitt/in anderen deutschen Städten. Die Stadt Frankfurt hat deshalb vor einigen Jahren ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das Wohnheimanbietern Geld für den Bau neuer Studentenwohnheime zur Verfügung stellt. „Wir sind zwar der Meinung, dass die Bereitstellung von studentischem Wohnraum Landesangelegenheit ist“, sagt der Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats, Mark Gellert, „aber wir wollen auch eine Stadt sein, die allen gesellschaftlichen Schichten Wohnraum anbieten kann.“ Maximal 350 Euro pro Monat soll ein Zimmer in einem dieser städtisch geförderten Wohnheime kosten. Das Förderprogramm soll nicht nur den hohen Mieten, sondern auch dem Wohnraummangel für Studenten entgegenwirken. Der Stadt sei bewusst, dass studentischer Wohnraum fehle. „Man muss aber beide Seiten der Medaille betrachten. Auch wenn noch viel Wohnraum fehlt, hat sich in den letzten Jahren einiges getan“, so Gellert.

des Studentenwerks ist online unter zu finden.

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