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Zur Feier des Tages kleideten sich diese beiden Mitarbeiterinnen des Internationalen Bunds in historische Gewänder.

Geburtstagsfest an der Friedberger Warte

4000 Menschen feiern an der Warte

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Mit mehr als 350 gespendeten Kuchen und einem Buffet von rund 80 Metern Länge feierte die Friedberger Warte einen Geburtstag der Superlative. Der Spendenerlös in Höhe von 6480 Euro kommt sozialen Initiativen zugute, unter anderem der Stiftung Leberecht dieser Zeitung.

Da hatten die Veranstalter vom Internationalen Bund (IB) nicht zu viel versprochen: Auf rund 80 Metern Tischlänge reihten sich die Tabletts auf, die mit etlichen Sorten von Kuchen, Torten und Muffins beladen waren. Mehr als 350 Kuchen waren es insgesamt, die von Sponsoren und Hobbybäckern aus der näheren Umgebung spendiert wurden, um bei der 200-Jahrfeier des Apfelweinlokals Friedberger Warte einen persönlichen Rekord zu brechen. Notwendig gewesen wären dafür nur 200.

Schon vor fünf Jahren, als das benachbarte Best Western Premier Hotel des Internationalen Bunds (IB) seinen fünften Geburtstag feierte, versuchte sich der Veranstalter an einem Superlativ. „Damals hatten wir mit 66 Metern Länge den längsten Erdbeerkuchen Frankfurts“, erinnert sich Hoteldirektor Michael Mauersberger. Da war es klar, dass der IB sich auch fürs Jubiläum der Apfelweinwirtschaft, die er seit 2009 gepachtet hat, etwas Besonderes ausdenken würde. Auch wenn der Rekord voraussichtlich keinen Guinness-Buch-Eintrag nach sich ziehen wird.

Mit dem Verkaufserfolg seiner Mitarbeiter ist Mauersberger sehr zufrieden. „Wir haben jetzt fast Halbzeit, und die Hälfte der Kuchen ist schon weg“, freute sich der Direktor am Nachmittag und war überwältigt vom Andrang. Die 500 Sitzplätze, die er und sein Team am Sonntagmorgen aufgebaut hatten, waren durchgehend besetzt, insgesamt kam das Fest bis zum Abend auf rund 4000 Besucher.

Das freute nicht nur den Veranstalter, sondern vor allem die sozialen Initiativen, denen der Erlös in Höhe von 6480 Euro zugutekommt. Zu ihnen gehörten etwa die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung, die Projekte für behinderte und benachteiligte Kinder in der Region fördert. Oder der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst. An verschiedenen Ständen präsentierten sich die Einrichtungen, boten Bastelaktionen und Kinderschminken an und zeigten den Besuchern, wofür ihre zwei Euro pro gegessenem Stück Kuchen verwendet werden sollten.

Dafür lohnte es sich dann auch, einfach mal mehrere Kuchen zu probieren, sagten sich viele der Gäste und schlugen ordentlich zu. Auch Familie Gladisch, die in direkter Nachbarschaft wohnt, hatte deshalb keine Probleme mit der großen Auswahl. „Wir wissen schließlich, dass das Geld gut angelegt ist. Und lecker sind die Kuchen schließlich auch“, waren sich Marius, Sventlana und Tochter Lilia einig, bevor sie die zweite Runde um das volle Kuchenbüffet antraten.

„Die Friedberger Warte selbst ist zwar bereits bedeutend älter, wird aber erst seit 1815 als Apfelweinwirtschaft von verschiedenen Pächtern betrieben“, weiß Bernhard Ochs vom Verein Historisches Bornheim: „Von der Miete, die die Pächter seither an die Stadt bezahlen, wird dafür gesorgt, dass das historische Gebäude der Stadt als eine von vier Warten in Frankfurt erhalten bleibt.“ Gerade die Benutzung als Apfelweinlokal trage einen Teil dazu bei, auch die Kultur zu erhalten. Oder, wie es Bernhard Ochs auf den Punkt bringt: „Wer hier einen Apfelwein trinkt, genießt automatisch ein Stück Historie mit!“

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