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Max Beck, Juniorchef der nordhessischen Landmetzgerei Opfer, schneidet Ahle Worscht an.

Messe

7000 Besucher kommen zur „Kulinart“ ins Depot

Von herzhaft bis süß, von Apfelwein bis hochprozentigem Gin: 65 Aussteller waren am Wochenende bei der 15. „Kulinart“ im Depot Bockenheim. Rund 7000 Besucher probierten sich durch das Angebot und lernten auch eigenwillige Kreationen kennen.

An all die Düfte, die einem beim Betreten des Bockenheimer Depots entgegenkommen, muss sich die Nase erst einmal gewöhnen. Es riecht nach exotischen Gewürzen, nach frisch gegrilltem Wild und nach Käse. Am Wochenende fand zum 15. Mal die Kulinart statt.

Anika Rasner und ihre Kollegin Melanie Fischer sind zum ersten Mal bei der Genussmesse dabei, ihr Unternehmen „Marf“ gibt es noch nicht lange. Aus einem Urlaub in den USA haben sie die Idee mitgebracht, „Bacon Jam“, also „Speck-Marmelade“, in Deutschland zu etablieren. „Die Amerikaner essen den Aufstrich auf Burgern oder auf Steak“, sagt Rasner. „Jam heißt er deshalb, weil er wie eine Marmelade eingekocht wird.“

Ihre „Schweinereien“, wie die verschiedenen Aufstriche heißen, sind allesamt Eigenkreationen. Bei einem Aufstrich etwa trifft Bacon auf Zartbitterschokolade und Schwarzbier, ein anderer ist mit Whiskey zubereitet. Anja Hammermeister ist begeistert von den Kreationen. „Ich kann mir den Zwiebel-Aufstrich sehr gut auf einem Brot mit kräftigem Käse vorstellen“, sagt sie. Schon von Anfang an kommt sie jedes Jahr zur Kulinart. „Es ist toll, sich inspirieren zu lassen und immer wieder neue Dinge zu probieren.“

Ein paar Meter weiter ist der Stand der „Aromakünstler“. In einer kleinen Manufaktur in Obertshausen kocht der gelernte Konditor Thomas Niedermayer so genanntes „Fudge“, also englisches Karamellkonfekt. „Ich bin schon immer ein Genussmensch“, sagt Niedermayer. So fällt es ihm auch nicht schwer, sich immer wieder neue Kreationen für seine kleinen Bonbons auszudenken. Der Bestseller: Das Hessen Fudge mit Frankfurter Apfelwein.

„Wir legen viel Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit“, sagt der Koch. So arbeite er zum großen Teil mit Produzenten aus der Region, verarbeitet unter anderem hessischen Whiskey und Gin aus Alzenau. Niedermayers Kreationen kommen gut bei den Besuchern an: „Der Karamell-Brotaufstrich zergeht richtig auf der Zunge“, sagt Anke Brehme, nachdem sie einen der kleinen Plastiklöffel voll mit „Salted Caramel“ probiert hat. „Die Kombination aus süß und salzig mag ich total gerne.“

Zum 15. Mal fand die „Kulinart“ in Frankfurt statt, im vergangenen Jahr auf dem Campus-Gelände. „Diesmal sind wir wieder im Bockenheimer Depot“, sagt Veranstalterin Conny Krenn. Sie ist mit der Resonanz durchweg zufrieden. Schon vor der Öffnung Samstagmittag um 12 Uhr habe sich eine lange Schlange über den Platz vor dem Depot gebildet. „Es kommen immer zwischen 6000 und 7000 Besucher.“ Damit rechne sie auch in diesem Jahr wieder. 65 Aussteller sind diesmal dabei. „Ich achte auf eine große Bandbreite“, sagt Krenn. Rund 20 Prozent der Aussteller seien stets Neulinge. „Ich möchte den Besuchern ja immer wieder etwas neues bieten“, so Krenn. Doch ein Großteil der Aussteller sei ihr schon über Jahre treu.

So auch Max Beck, Juniorchef der nordhessischen Landmetzgerei Opfer. „Wir sind schon viele Jahre dabei“, sagt er. Besonders die Atmosphäre und das interessierte Publikum gefallen ihm. „Und Ahle Wurscht geht auf jeden Fall auch in Frankfurt“, sagt er und lacht. Auch bei Fleisch- und Wurstwaren müsse man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. „Wir haben zum Beispiel eine Leberwurst mit Heidelbeere“, sagt Beck. „Die schmeckt süßer als andere Leberwurst. Ich mag die Kombination von süßer Leberwurst lieber als saure.“

Neben zahlreichen Probierstationen an den Verkaufsständen gab es auch wieder Unterhaltung auf der Messe: Am Samstag gab etwa Grillmeister Carsten Hey Tipps, wie man das perfekte Steak grillt, und die Köche Som Baitong und Pim Ampikitpanich bereiteten gleich an beiden Tagen ein „Massaman Curry“ zu. „Wir wollen den Besuchern immer auch etwas Unterhaltung und Inspiration fürs Kochen daheim bieten“, sagt Veranstalterin Krenn.

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