Über die Einhausung der A661 hinweg soll sich die Parklandschaft zwischen Nordend und Seckbach erstrecken. Ohne das Viertel Günthersburghöfe bliebe aber eine Lücke.
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Über die Einhausung der A661 hinweg soll sich die Parklandschaft zwischen Nordend und Seckbach erstrecken. Ohne das Viertel Günthersburghöfe bliebe aber eine Lücke.

Ernst-May-Viertel

Einhausung der A661: Dem geplanten 80-Hektar-Park droht das Aus

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Dezernent Mike Josef (SPD) warnt: Die geplante 80 Hektar große Parklandschaft vom Nordend bis Seckbach könnte es womöglich nicht geben - falls ein wichtiges Verbindungsstück verhindert wird.

Frankfurt – Sollte das Wohngebiet Günthersburghöfe nicht entstehen, hat das auch Auswirkungen für die geplante riesige Parklandschaft im Nordosten der Stadt. Ein Nein zu diesem Vorhaben würde das 80 Hektar große "Grüne Band", die Parklandschaft zwischen Nordend, Bornheim und Seckbach verhindern. Das erklärt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) auf Nachfrage.

Mit der 80 Hektar großen Parklandschaft als Herz des neuen Ernst-May-Viertels will die Stadt die drei Stadtteile verknüpfen. Dafür soll die A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße bis Ende des Jahrzehnts auf 1,1 Kilometer und für 258 Millionen Euro mit einem Deckel versehen werden, auf dem ein Park entsteht. Zusammen mit dem Umwandeln von Kleingärten in Parkanlagen soll so eine Parklandschaft entstehen, die von der Innenstadt bis an den Stadtrand reicht. Günthersburgpark, Wasserpark und Huthpark werden dafür miteinander verbunden.

Einhausung der A661 in Frankfurt: Verbindender Teil würde fehlen

Für den Bau des Deckels haben im Dezember die Vermessungsarbeiten sowie die Untersuchung des Baugrunds begonnen. Die finale Bauentscheidung müssen die Stadtverordneten allerdings noch fällen - spätestens Ende 2024. Neben dem Park auf dem Autobahndeckel sind als Teil des Wohngebiets Günthersburghöfe im Nordend ebenfalls neue Parkanlagen vorgesehen. Über einen 70 Meter breiten Grünstreifen soll hier der Günthersburgpark mit dem Wasserpark sowie dem künftigen Park auf dem A661-Deckel verbunden werden.

Weil dafür Kleingärten wegfallen sollen – von denen einige ungenutzt verwildern –, protestieren Kleingärtner und Naturschützer in der Initiative „Grüne Lunge“ intensiv gegen das Vorhaben. Zuletzt hatten sich die Grünen bei einem Kreisparteitag gegen das Wohngebiet und damit den Park entschieden. Ohne das Projekt Günthersburghöfe entstehe auch die Parklandschaft nicht wie vorgesehen, sagt der Planungsdezernent. Schließlich fehle dann die Verbindung zwischen Günthersburg- und Wasserpark sowie nach Norden. „Da gibt es dann weiterhin nur den schmalen Weg zwischen den Kleingärten entlang“, sagt Josef. „Das wird dann kein ,Grünes Band‘ mehr.“

Auch Wohnraum ist ein Punkt bei der Einhausung der A661 in Frankfurt

Damit entfalle auch der geplante „Mehrwert“ für die Bewohner, besonders jene aus dem Nordend. Zudem würden jene 800 Wohnungen nicht gebaut, die an den Günthersburghöfen geplant seien, erinnert der Dezernent. Im gesamten Ernst-May-Viertel will die Stadt 5000 Wohnungen errichten, indem die benachbarten Wohnviertel bis an den Rand der Parklandschaft wachsen. Ohne Günthersburghöfe reduziere sich die Zahl der neuen Wohnungen.

Bornheim und Seckbach, seit einem Vierteljahrhundert durch die Autobahn-Osttangente zerschnitten, könnten über den begrünten A661-Deckel zusammenwachsen, räumt Mike Josef ein. Doch fehle ohne Günthersburghöfe die attraktive, grüne Verbindung zugleich auch ins Nordend. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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