Mut zur Farbe: Auch bei den Proben haben die Sossenheimer "Ohrkrepierer" Jens Wiechula, Patrick Sauer, Claus Neuser, Marco Prehler, und Bernhard Witzlau (v.l.) jede Menge Spaß - den übertragen sie bei den Auftritten mühelos auf ihr Publikum. Foto: MAIK REUSS
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Mut zur Farbe: Auch bei den Proben haben die Sossenheimer "Ohrkrepierer" Jens Wiechula, Patrick Sauer, Claus Neuser, Marco Prehler, und Bernhard Witzlau (v.l.) jede Menge Spaß - den übertragen sie bei den Auftritten mühelos auf ihr Publikum. 

Fastnacht

A-Cappella-Band aus Frankfurt: Die „Ohrkrepierer“ sind keine Rohrkrepierer

 Sossenheimer A-Cappella-Band will die närrischen Hochburgen erobern:  Mit Cover-Songs, Rhythmus und jede Menge guter Laune.

Sossensheim - Es scheint ein ganz normaler Vormittag im Januar zu sein. Doch in einem Wohnzimmer treffen sich fünf Männer in quietschbunten Anzügen. Sie ziehen noch schnell die weißen Turnschuhe an, dann gibt einer von ihnen mit einer Pfeife den Ton an. Sie ist das einzige Instrument, das die Band braucht, um Musik zu machen. Für die tolle Show, die sie schon daheim im Wohnzimmer abliefern, genügen ihnen ihre Stimmen: Die fünf Männer bilden die A-Cappella-Band "Ohrkrepierer". Sie haben sich an diesem Tag getroffen, um für die bevorstehenden Auftritte zu proben. Jetzt, in der Fastnachtskampagne, sind sie gefragt.

A-Cappella-Band "Ohrkrepierer": Das Instrument ist immer dabei

Seit vier Jahren tritt die Sossenheimer Gruppe mit schrillen Outfits, ausgefeiltem Harmoniegesang und Comedy-Elementen auf. Die Bandmitglieder waren vorher schon in Rockbands, in Chören oder anderen A-Cappella-Gruppen aktiv, bevor sie die "Ohrkrepierer" gründeten. Auf den kreativen Namen kam "nach intensivem Brainstorming" Mitsänger Bernhard Witzlau. "Der Name bleibt im Ohr hängen und sorgt im besten Fall für eine positive Überraschung, wenn wir auftreten", sagt er. Die Band sei aber auch schon als "Rohrkrepierer" vorgestellt worden - das bleibt nicht aus. Zwar spielt jedes der Bandmitglieder auch ein Instrument. Die Band ist sich aber einig: Das Beste an A-Cappella-Musik sei, dass man sein "Instrument" immer dabei habe und sofort und überall loslegen könne.

Die "Ohrkrepierer" singen hauptsächlich Storytelling-Pop, das heißt: In den Songs geht es meistens um die Liebe und die damit einhergehenden Probleme. So singt die Band auch über Bindungsangst. In "Zweite Liebe" geht es um eine Frau, die nur die zweite Wahl eines Mannes war. Das wird allerdings sehr witzig verpackt.

Bisher singen die "Ohrkrepierer" Cover-Songs. Teilweise sind die Vorlagen jedoch nur für vier Stimmen ausgelegt. Dann arrangiert die fünfköpfige Band eine weitere Stimme hinzu. "Kommt der große Durchbruch, komponieren wir selbst auch mal", kündigt Marco Prehler schmunzelnd an.

Vorbilder der "Ohrkrepierer" sind das deutsche A-Cappella-Pop-Quartett "Maybebop" und die Formation "Basta" aus Köln, die beide auch schon im Neuen Theater Höchst zu Gast waren.

A-Cappella-Band "Ohrkrepierer": Das Publikum darf mitsingen

Geprobt wird mindestens zweimal im Monat. Jetzt, in der Hochsaison, werden die Samstage dazu genutzt, sich intensiv auf die Auftritte vorzubereiten. Manche Songs habe man schon nach einem Tag drauf, für andere brauche man auch mal mehrere Wochen, sagen die Sänger. Erst wird mit der Pfeife der Ton angegeben, dann legt die Gruppe los. Frontmann Marco Prehler singt den Lead-Text, und die anderen Bandmitglieder begleiten ihn. Sitzt der Song, muss noch die Choreographie einstudiert werden. Während des Auftritts spricht Marco Prehler auch immer wieder das Publikum an und ermuntert es zum Mitsingen.

In den vergangen Jahren hatten die "Ohrkrepierer" jeweils etwa ein Dutzend Auftritte in der Fastnachtsaison. Dieses Jahr treten sie aus zeitlichen Gründen nur dreimal auf, doch die Termine sind handverlesen: So sind sie am 8. Februar bei den Wiesbadener Funken zu Gast. In der Zukunft möchte sich die Band mehr auf die Fastnachtshochburgen Mainz und Wiesbaden konzentrieren. Man kann die "Ohrkrepierer" aber auch für Hochzeiten und Geburtstage buchen: "Wer seine Gäste nicht mag, kann gerne uns einladen." Das geht am einfachsten über die Facebook-Seite "Ohrkrepierer" oder aber unter der E-Mail-Adresse buchen@ohrkre pierer.de. 

Katharina Kohler

Im Frühjahr 2019 soll die Umgestaltung der vielbefahrenen Kreuzung Kurmainzer Straße, Sossenheimer Weg und Dunantring zu einem Kreisverkehr beginnen. Rund 2,2 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Profitieren sollen nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Radfahrer.

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