Ein Korkenknall, und schon spritzt der Abi-Sekt meterhoch in die Luft.
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Ein Korkenknall, und schon spritzt der Abi-Sekt meterhoch in die Luft.

Tausend Schulabgänger ließen im Grüneburgpark die Korken knallen

Abi, Sonne, Partytime!

Das schriftliche Abitur ist geschafft, die Erleichterung groß. Bei der stadtgrößten Abi-Party im Grüneburgpark ließen es 1000 Schulabgänger aus ganz Frankfurt krachen. Das Wetter war traumhaft, der Alkohol floss literweise. Der Rettungsdienst musste mehrfach ran, um trunkene Jugendliche zu versorgen. Und auch zu Taschendiebstählen kam es.

Auf der Wiese in der prallen Sonne liegen, chillen, mit einer Bierflasche in der Hand und guter Laune. Was kann es nach einer Abi-Prüfung Schöneres geben? Genau das fragten sich gestern etwa 1000 Abiturienten und zogen zur stadtgrößten Fete in den Grüneburgpark. Sie waren bepackt mit Einkaufstüten voller Bier, Apfelwein, Wodka und anderen Getränken, die sie mitunter auch in Einkaufswagen ankarrten. Die Schulabgänger besetzen die Grünfläche hinter dem Spielplatz. Ein DJ legte auf.

Hinein ins Getümmel, es riecht nach Sonnencreme, Marihuana, Schweiß. Flaschensammler drehen ihre Runden, heben Flaschen und Dosen auf. Die Mülltonnen und -eimer rings um das Partyvolk sind schon am Nachmittag halb gefüllt. In einiger Entfernung stehen Polizisten. „Wir greifen nur ein, falls etwas aus dem Ruder laufen sollte. In den letzten Jahren war es friedlich, da gab es nur Müll und Lärm“, sagt ein Polizeisprecher. Manchmal spazieren ein paar Uniformierte entspannt durch die Menge.

Diebe greifen heimlich zu

Es wird nicht den ganzen Tag so idyllisch bleiben, jedenfalls nicht für alle: Bis Redaktionsschluss müssen Rettungskräfte fünf Jugendliche, die dem Alkohol zu stark zugesprochen haben, ins Krankenhaus bringen. 13 weitere werden von Sanitätern in einem eigens aufgebauten Zelt betreut. Die Polizei berichtet am späteren Abend, dass auch mehrere Fälle von Taschendiebstahl angezeigt wurden – die Schattenseiten einer Party, deren Bilder vor allem fröhliche Abiturienten im lichtdurchfluteten Park zeigen. Sektkorken knallen, Wodka gluckert aus Magnumflaschen in die Kehlen, pastellfarbene Mixgetränke machen in rosa und weißen Plastikbechern die Runde.

Auch das Projekt „Alice – Hart am Limit“ ist mit einem Zelt vor Ort, gibt kostenlos Wasser, Bananen und Äpfel aus und verteilt Infos über Alkohol und Drogen. Wer mag, macht einen Alkoholtest. Wolfgang Sterneck, Projektleiter von Alice, wird vom städtischen Drogenreferat und vom Land unterstützt. „Wir haben vor drei Jahren mit Vertretern der Stadt beschlossen, dass der Frankfurter Weg zum Abisaufen ein begleiteter Weg sein soll.“ Die Feier werde nicht übermäßig kontrolliert. „Unser Konsens ist, dass die jungen Leute einmal im Jahr abfeiern dürfen, dass es ihnen nicht verboten wird. Wir sprechen locker ihnen. Sie können sich bei uns Tipps holen, Wasser, etwas zu essen und natürlich Infos“, sagt Sterneck und deutet zum Tisch.

Feiernde messen den Pegel

Eine Schlange bildet sich beim Alkoholtest. Abiturienten pusten um die Wette in Röhrchen. „Zuerst hatte ich nur 0,59 Promille, das ging noch“, erzählt Thomas (19) mit schwerer Zunge. Jetzt, zwei Stunden später, sind es schon 1,2. Er greift sich einen Müsliriegel, beißt rein und findet es spannend zu beobachten, wie sein Pegel steigt und ab wann ihm nicht mehr wohl ist beim Trinken. Thomas will in einer Stunde wiederkommen.

Je später der Tag, desto glasiger die Blicke, unkoordinierter die Tanzbewegungen, schriller das Lachen. Bei übermütigen Sprüngen auf die Schultern der Kumpels bleiben diese jetzt seltener stehen. Stürze ins Gras, Gepurzel und Gekicher. Mittendrin nehmen Polizisten einen mutmaßlichen Taschendieb fest. „Es ist mehr los als im vergangenen Jahr“, sagt eine ASB-Mitarbeiterin. Aufgeräumt wird später. Am Morgen wollen Schüler freiwillig die „Reste vom Feste“ aufsammeln.

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