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Die Mieterin bestreitet, Tauben gefüttert zu haben. Trotzdem ist sie abgemahnt worden.

Tauben

Frankfurter Vermieter mahnt wegen Vogeltränken ab

Eine Mieterin in der Böttgerstraße darf keine Schalen mit Wasser im Garten aufstellen. Der Vermieter befürchtet, dass Tauben angezogen werden - und mahnt die Frau ab.

Frankfurt – Geschockt und fassungslos blickte Emma M. Ceren vor wenigen Wochen morgens aus ihrem Fenster. Die Schalen, die sie mit Wasser gefüllt und für die Vögel ins Gras gestellt hatte, waren weg. Der Hausmeister der Wohnanlage hatte sie auf Geheiß des Geschäftsführers der Franz-Anton-Gehring-Stiftung zu der die Liegenschaft in der Böttgerstraße im Nordend gehört, entfernt. Bereits im Vorfeld war die Künstlerin und Aktivistin schriftlich immer wieder darauf hingewiesen worden, die Schalen zu beseitigen. In den Briefen war die Rede von einem entsprechenden satzungsgemäßen Verbot der Stadt.

Eine Nachfrage beim städtischen Umweltamt ergab, dass es kein solches Verbot gibt. Schon gar keines, das das Versorgen von Vögeln mit Wasser untersage. Zwar müsse man darauf achten das Wasser regelmäßig – am besten täglich – zu wechseln, um die Verbreitung der Tigermücke zu verhindern, aber generell werde das Versorgen der Vögel positiv gesehen. Auch beim Grünflächenamt ist kein Verbot bekannt.

Essensreste verteilt?

Auf Nachfrage erklärt der Geschäftsführer der Stiftung, Andreas Klein, dass er sich auf das generelle Fütterungsverbot für Tauben beziehe. Dieses bestehe sei 1970 und soll Schäden und Verunreinigungen durch diese Vögel zumindest eingrenzen. Die Stiftung teilt weiterhin mit, dass nicht nur Wasserschalen im Garten aufgestellt wurden, sondern auch Essensreste zur Fütterung verteilt wurden. Dies habe „vermehrt Tauben angezogen“. Ceren bestreitet, dass sie Essensreste im Garten verteilt hat. „Höchstens mal ein paar Nüsse für die Eichhörnchen“, sagt die Künstlerin. Diese ständen aber nicht auf dem Speiseplan der Tauben.

Das Versorgen der Vögel hatte für Ceren weitere Folgen, als den Verlust der Schälchen. Für ihr Verhalten, also die „Fütterung von Wildtieren“ wurde ihr eine Abmahnung ausgesprochen. Sollte sie erneut Schalen aufstellen, droht ihr die Kündigung. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn gegen die Frau läuft bereits eine Räumungsklage, weil sie den Hausfrieden in dem Wohnheim für alleinstehende Frauen über 60 Jahren störe. Die Gründe dafür sind vielschichtiger, als das aktuell gerügte Aufstellen von Wasserschalen.

Die Vogelfreundin hat mit umliegenden Nachbarn über die Situation gesprochen. „Die finden es unmöglich, dass die Wasserschalen weggenommen wurden“, sagt sie. Auch ziele ihre Aktion nicht auf Tauben, sondern Singvögel. So habe sie eine Lieblingsamsel, die ihr immer ein Morgenlied vortrage – auch diese Tier müsse nun an den heißen Tagen auf Wasser von ihr verzichten.

Immerhin hat der Geschäftsführer der Stiftung angekündigt, sich um Alternativen zu bemühen. Bei Gesprächen mit dem Umweltdezernat und dem Nabu seien Ideen entwickelt worden, wie Kleinvögel gefüttert werden können, ohne sie beispielsweise in Gefahr zu bringen oder das ihnen das Futter von anderen weggefressen wird. Die Maßnahmen würden nun geprüft. Eigenmächtiges Vorgehen einzelner Mieter werde abgelehnt, weil es zu Unmut in der übrigen Mieterschaft führe, heißt es.

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