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Absolute Sicherheit? Gibt es nicht!

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Am Tag nach der Bluttat von München brummt die Frankfurter City. Wie gewohnt ist die Zeil am Samstag rappelvoll. Aber etwas ist anders. Wir haben uns umgehört und die Leute nach ihren Gedanken und Gefühlen befragt. Fühlen sie sich sicher?

Spätestens nach dem Attentat in München, bei dem ein 18-Jähriger neun Menschen und schließlich sich selbst umbrachte, und trotz aller Bemühen seitens der Sicherheitsbehörden, ist es beunruhigende Gewissheit: Schreckensnachrichten wie aus Nizza, Brüssel und Paris erreichen uns nicht immer bloß aus dem Ausland. Nach Würzburg und München scheint der Terror endgültig in Deutschland angekommen zu sein. Das beschäftigt auch die Passanten in Frankfurt am Tag nach der Bluttat von München. Wir haben uns auf der Shopping-Meile in der City umgehört und die Leute nach ihren Gedanken und Gefühlen befragt.

"Nach den ganzen Anschlägen ist das Sicherheitsgefühl nicht mehr so wie früher und ich meide eigentlich große Menschenmassen. Ich komme aus Köln und habe dort letzte Woche deswegen bereits auf das Lichterfest verzichtet.Ich bin nicht mehr unbefangen und seit dem Vorfall in München hat sich das ungute Gefühl verstärkt."

"Angst haben wir keine, das wäre übertrieben, aber natürlich denkt man an öffentlichen Plätzen mit vielen Menschen über die Problematik nach, zumal die erhöhte Polizeipräsenz schon auffällt. Im Ergebnis lassen wir uns allerdings von dem Anschlag in München in unseren Aktivitäten nicht beeinflussen."

"Wir kommen aus Glasgow und sind hier in Frankfurt im Urlaub. Wir fühlen uns auf der Zeil sehr sicher. Für uns hat sich wegen des Vorfalls in München nichts geändert. Wir werden  unseren Trip ganz normal mit unserem nächsten Reisepunkt in Paris fortsetzen. Wir denken, die Sicherheitslage ist unverändert."

"Wir fühlen uns nicht unsicher in großen Menschenmengen wie hier auf der Zeil. So schlimm die Anschläge der letzten Zeit auch waren, letztlich gibt es keine absolute Sicherheit. Die Sicherheitsbehörden zeigen Präsenz, aber wenn jemand wie in München plötzlich eine Waffe zückt und auf Menschen schießt, können sie auch nichts machen."

"Natürlich hält man die Augen jetzt vielleicht ein wenig mehr offen, aber im Ergebnis lassen wir uns nicht einschränken. Wir verlassen uns auf unsere Menschenkenntnis. Ich beobachte eigentlich schon immer die Menschen in meiner Umgebung und achte auf auffällige Verhaltensweisen", erklärt der 53-Jährige.

"Ich empfinde die Polizeipräsenz als ideal. Mein Sicherheitsgefühl hat sich nicht geändert. Auf meinen Alltag wirkt sich dieser Amoklauf eines Einzeltäters in München nicht aus. Anders wäre es wahrscheinlich, wenn ein organisierter Terrorakt mit mehreren Beteiligten, zum Beispiel in einem Zug, hier in Deutschland passieren würde."

red

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