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AC/DC-Songs auf dem Klavier

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Von: Enrico Sauda

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Pianist Joja Wendt spielt in der Alten Oper und verspricht ein „buntes Programm“.
Pianist Joja Wendt spielt in der Alten Oper und verspricht ein „buntes Programm“. © enrico sauda

Joja Wendt hat sich von seinem Sohn inspirieren lassen.

Joja Wendt hat, wie die meisten Künstler, während der Pandemie eine Durststrecke erlebt. „Aber toi, toi, toi“, sagt er und klopft auf das Holz eines sicher sehr teuren Steinwayflügels. „Bei uns läuft es sehr gut. Vor allem in meinem Kerngebiet, im Norden. Das ist schon fast spooky, dass da alles ausverkauft ist.“

In wenigen Tagen tritt der Pianist in der Alten Oper auf. Die Show, „Stars on 88 Part II“, schon vor zwei Jahren konzipiert, fällt nun etwas anders aus, als ursprünglich geplant. „Inzwischen mache ich ein buntes Programm“, sagt er. „Entstanden ist dieses Projekt, weil meine Kinder immer gesagt haben, dass ich etwas spielen sollte, was sie aus dem Radio kennen“, erinnert er sich. „Da habe ich’s mal versucht und probiert herauszufinden, was passiert, wenn du so einen Ed-Sheeran-Song fürs Klavier umarrangierst. Da sind da ganz lustige Dinge herausgekommen“, berichtet Joja Wendt, der auch schon mit Angus Young, Gitarrist von „AC/DC“ zusammengespielt hat, aber auch mit Joe Cocker und vielen anderen Musikern. „An dem Abend habe ich auch einen AC/DC-Song, ’Thunderstruck’, im Programm. Und ich muss sagen, die Energie dieser Band allein auf dem Klavier zu bringen - das ist schon spannend. Aber die Leute lieben es“, so Joja Wendt, der so lange spielen will, „wie die Leute mich tragen“.

Bei dem Auftritt handelt es sich um einen Nachholtermin eines Nachholtermins. „Da summieren sich die Ticketverkäufe“, erklärt der 58-Jährige. „Aber es können natürlich immer noch Leute dazukommen. Das würde mich sehr freuen“, sagt er und blickt aber wieder sehr ernst. Denn: „Dieses Jahr geht es noch. Aber die Prognosen fürs kommende Jahr sind sehr, sehr schwierig. So sagt man zumindest in der Branche.“ Doch, wie es der Zufall so will, „mache ich im nächsten Jahr ein Jahr Pause“. Ein Sabbatjahr nach zwei Jahren Zwangspause? „Ja, in Deutschland nur. Ich habe jetzt hier gespielt, dann steige ich 2024 wieder ein und versuche 2023 international etwas zu reißen“, umschreibt er seine Pläne. Was für ihn aber nicht nur positiv ist, denn ein wichtiger Kunde hat komplett zugemacht. „China war für mich ein großer Markt“, sagt Joja Wendt.

In Frankfurt ist er aber auch gern. „Auch weil diese Stadt der Kern der frühen Jazz-Musik ist in Deutschland.“ Aber es stehen auch noch ein paar schöne Sachen in Amerika, in Afrika und in Borneo auf dem Plan. So sind zwei Auftritte in New York geplant. Er habe auch schon im Iran gespielt. Auch in Russland. Dort sogar in Sibirien - genauer in Krasnoyarsk, „die Menschen dort waren entzückend, wahnsinnig musikbegeistert. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute uns kulturell viel näher seien als die Amerikaner zum Beispiel“. Aber dort Konzerte zu geben, sei momentan unmöglich. Eins könne er allerdings sagen. Überall, wo er aufgetreten sei, „dursteten die Menschen nach Musik. Die Menschen auf der Straße, die wollen Musik, sie wollen Kultur. Schwierig wird’s nur, wenn Politik oder Religion ins Spiel kommen“, meint Joja Wendt. es

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