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?Wir sind das Volk?, davon scheinen die acht Teilnehmer der ?Patrioten für Deutschland? überzeugt zu sein.

Einsamer Protest

Acht Islam-Gegner sehen in Frankfurt kein Land – 250 Gegendemonstranten

In Frankfurt hatte am Wochenende die Gruppierung "Patrioten für Deutschland" zum Protest gegen die "Islamisierung des Abendlandes" aufgerufen. Es kamen nur wenige.

Von den 250 Demonstranten, die der Weimarer Hartmut Issmer beim Ordnungsamt angemeldet hatte, um gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ zu protestieren, war auf weiter Flur nichts zu sehen. Allenfalls auf der anderen Seite der Absperrung, dort auf dem Opernplatz. Da haben sich 250 Gegendemonstranten versammelt.

Die „Patrioten für Deutschland“, so nennt Issmer seine Gruppierung, ist dagegen nur zu acht. Dazu zählt Issmer selbst – nebst einem Mann, der sagt, der Personenschützer des Organisators zu sein, und einer Frau, die dieser als Rednerin eingeladen hat, damit sie über gewalttätige Ausländer spricht.

Aus Frankfurt kam ein Mann mit dunkelblauem Jacket und Strohhut. Er will seinen Namen nicht nennen, zeigt aber zwei Bücher, die er in seiner Tasche trägt. In beiden, sagt er, könnte man lesen, dass die Regierung das deutsche Volk austauschen wolle oder dass der Islam keine Religion sei. Der Mann sagt, dass er glaubt, was in den Büchern steht, schließlich gebe es in vielen Kindergärten ja kein Schweinefleisch mehr zu essen, „wegen der Muslime“. Mit Religionsfreiheit habe das nichts zu tun, sagt er.

Nun steht er verloren vor dem kleinen Bretterverschlag, auf dem vor schwarz-weiß-rotem Hintergrund – den Farben der Flagge des Deutschen Reichs also – steht: „Wir sind das Volk.“ Issmer sagt, dass sich 3000 Menschen auf Facebook für die Demo angemeldet hätten. Dass so wenige gekommen waren, erklärt sich der Mann mit dem Strohhut und dem blauen Jacket damit, „dass sie Angst vor Repressionen haben“. Tatsächlich hatten allerdings nur 33 Personen Issmers Facebookseite „geliked“.

Auf der anderen Seite der Absperrung hat man eine andere Erklärung dafür, dass kaum einer zu der Demo kam. „In Frankfurt hat solcher Rassismus keine Chance“, sagt eine Gegendemonstrantin. „Dafür ist die Stadt zu offen und tolerant.“ Sie werde häufig wegen ihrer Hautfarbe auf der Straße angepöbelt. „In Frankfurt ist mir so etwas noch nie passiert.“ msr

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