Das älteste Fachwerkhaus

Das älteste Fachwerkhaus Frankfurts steht in der Schellgasse 8. Bauhistoriker Ulrich Klein leitete die archäologischen Untersuchungen.

Die Frankfurter Bürgerstiftung lädt zu einem stadthistorischen Vortragsabend ins Holzhausenschlösschen ein. Im Rahmen der bekannten Vortragsreihe der Bürgerstiftung „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“ spricht der Bauhistoriker Ulrich Klein über das außergewöhnliche historische Frankfurter Gebäude in der Schellgasse 8 in Sachsenhausen.

Das Haus Schellgasse 8 ist eines von nur 27 Fachwerkbauten des 13. Jahrhunderts, die in ganz Deutschland nachweisbar sind. Das nach dendrochronologischer Bestimmung

1292 errichtet

e Gebäude nimmt damit nicht nur in der Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt eine besondere Position ein, sondern auch in der Geschichte der deutschen Holzarchitektur.

In der gleichen Epoche entstanden wie der erst kürzlich entdeckte Staufische Hafen vermittelt das Haus eine Vorstellung des mittelalterlichen Stadtbildes zu einer Zeit, in der es mit Ausnahme der Kirchen und Klöster in Frankfurt nur fünfzehn Steinbauten gab. Alle anderen Gebäude waren in der gleichen Fachwerktechnik wie das Haus in der Schellgasse errichtet. Bauhistorische und archäologische Untersuchungen, die vor der Restaurierung stattfanden, sprechen für einen älteren Vorgängerbau im hinteren Hofbereich einer größeren Liegenschaft. Der heutige Bau wurde dann ursprünglich als Teil einer Scheune – möglicherweise des Stadtschultheißen – errichtet, aber bald danach zum Wohnhaus umgebaut. Wie bei Fachwerkhäusern üblich folgten im Laufe der Jahrhunderte weitere Änderungen.

Der Durchbruch und die Bebauung der Walter-Kolb-Straße führte um 1970 zum Abriss einer ganzen Reihe von zum Teil schieferverkleideten Häusern. Dabei wurde das älteste Fachwerkhaus Frankfurts entdeckt. 1988 wurde es restauriert und ist seit 1992 Sitz der „Freunde Frankfurts“.

Der erfahrene Bauhistoriker Ulrich Klein, Mitbegründer des Freien Instituts für Bauforschung und Dokumentation in Marburg und Vorstandsmitglied des Internationalen Arbeitskreises für Bauforschung, ist mit dem Haus bestens vertraut, denn er leitete die archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen. Er wird die Ergebnisse vorstellen und das Haus Schellgasse 8 in einen überregionalen Kontext stellen.

Die Veranstaltung des Vereins Freunde Frankfurts in Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung beginnt am Mittwoch, 4. Februar, um 19.30 Uhr, Grunelius-Saal im Holzhausenschlösschen, Justinianstraße 5. Der Eintritt ist frei.

(red)

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