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Auf diesem Grünstreifen neben der Straße "Am Strandbad" wird fast täglich illegaler Sperrmüll entsorgt - zum Ärger des Nieders Claus-Dieter Bauer. Zuständig für die Beseitung ist eigentlich das Grünflächenamt - doch die FES will den Schandfleck heute noch tilgen.

Illegale Entsorgung

Ärger über illegalen Sperrmüll: An 40 Plätzen im Stadtgebiet wird regelmäßig Schrott abgeladen

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Hinter dem Bahnübergang der Taunusbahn verschandeln Schrott und Müll auf einem Grundstück an der Holzlachstraße zwischen Höchst und Nied die Landschaft. Etwas weiter dient eine Straße als illegaler Sperrmüll-Abladeplatz. Ein Bürger will das nicht länger hinnehmen – doch ihm sind die Hände gebunden.

Frankfurt - Kaputte Gartenstühle, ein schmuddeliger alter Teppich, leere Ölkanister inmitten von Laub und Schlingpflanzen: Es ist ein Anblick, über den sich Claus-Dieter Bauer laufend ärgert. Und das im wahrsten Sinne, denn der Bürger aus Nied begegnet dem Schandfleck auf einer Strecke von etwa 30 Metern hinter einem umzäunten Grundstück täglich auf seiner Joggingstrecke. „Ich laufe seit Jahren an der Nidda entlang, und immer wieder rege ich mich über diesen illegal entsorgten Müll auf“, sagt Bauer über das eingezäunte Grundstück auf der Holzlachstraße kurz vor der Brücke gegenüber dem Kleingartenverein 6.

Längst hat er das Ordnungsamt auf den Missstand aufmerksam gemacht. „Ich habe denen gesagt, dass ich notfalls das Zeug auch selber entsorgen würde oder bei der Entsorgung mitanpacken würde.“ Doch das Amt informierte ihn, dass der Müll auf privatem Boden liege und so eine Entsorgung nicht möglich sei. Einschreiten könne in solchen Fällen nur das Umweltamt – sofern von dem Müll Gefahr für die Natur ausginge. Auch Bauers Bitte, ihm den Besitzer des Grundstücks zu nennen, „damit ich ihn um Erlaubnis bitten kann, den Müll wegzuräumen“, habe das Ordnungsamt nicht entsprechen können – der Datenschutz verbiete dies.

Illegaler Müll in Frankfurt: Städtischer Müllentsorger macht keine privaten Grundstücke sauber

„Auf privaten Grundstücken“, bestätigt Stefan Röttele, Pressesprecher der städtischen Müllentsorger FES, auf Anfrage dieser Zeitung, „machen wir grundsätzlich nicht sauber.“ Doch wenn das vermüllte Areal gar nicht in privatem Besitz liegt? Immerhin grenzt es an ein ebenfalls umzäuntes Grundstück einer Schaltstation des Energieversorgers Süwag an.

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„Das ist natürlich denkbar“; räumt Röttele ein, „aber selbst, wenn das Grundstück etwa im Bundesbesitz liegt: Verantwortlich für die Müllentsorgung ist immer der jeweilige Eigentümer.“ Gleichwohl würden die städtische Müllvorermittler auf ihren Erkundungsgängen auch Müll auf nicht-öffentlichen Flächen an das Umweltamt melden. „Das wird dann aktiv, wenn der Müll die Umwelt gefährdet – dies könne etwa bei Elektroschrott und ins Erdreich sickernde Farben der Fall sein.

Illegale Entsorgung: Klo und Kühlschrank

Doch der Müll auf dem mysteriösen umzäunten Grundstück ist längst nicht der einzige Schandfleck auf der Joggingstrecke von Claus-Dieter Bauer: Kurz vorher passiert er den Bahnübergang der Taunusbahn– auch dort ist die Umgebung regelmäßig mit Unrat und Plastikmüll übersät. Und, noch augenfälliger: Ein paar hundert Meter weiter, neben der Straße „Am Strandbad“, laden nach der Beobachtung Bauers und der dortigen Anwohner, regelmäßig Transporter im Schutze der Dunkelheit ihren Sperrmüll ab, darunter Kloarmaturen und Kühlschränke.

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Der Bahnübergang gehört laut Röttele zu den „40 Müll-Hotspots der Stadt“. Besonders im Sommer werden hier an und unterhalb der Brücke illegal Sperrmüll und Abfälle entsorgt. „Wenn Beschwerden bei uns eingehen, oder bei punktuellen Verdachtsfahrten kümmern wir uns um die Entsorgung.“ Und die aktuelle Problemzone „Am Strandbad“? „Der Sperrmüll liegt auf einer Grünfläche“, stellt Röttele fest, nachdem er auf Anfrage recherchiert hat. Eigentlich sei dafür das Grünflächenamt zuständig. Dennoch kümmere sich jetzt die FES darum: „Am heutigen Mittwoch wird der Müll beseitigt.“

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